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Neopopulismus in Europa

Felix Butzlaff | 31. März 2015

[kommentiert]: Felix Butzlaff über die Madrider Konferenz zum Aufstieg neopopulistischer Bewegungen und Parteien

Einige Jahre nach Ausbruch der ökonomischen Krise, welche vor allem die südeuropäischen Staatshaushalte fast zusammenbrechen ließ, entstehen in fast allen europäischen Ländern populistische Bewegungen, welche sich bisweilen in ernst zu nehmende Konkurrenten zu den traditionellen Parteien verwandeln. Der Erfolg von Syriza in Griechenland – in einer Koalition aus einer links- und einer rechtspopulistischen Partei – und der Umfragehöhenflug von Podemos in Spanien, der ein lang eingefahrenes Zweiparteiensystem ins Wanken bringt, stiften jedoch Verwirrung. Schließlich verbinden sich hier Elemente, die man bis dato eher bei rechten politischen Bewegungen verortete, mit Facetten, die man bislang eher linken Parteien zuschrieb. Die Konferenz „Neopopulismo en Europe“, welche die Friedrich-Ebert-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Fundación Pablo Iglesias[1] vergangene Woche in Madrid ausrichtete, ging dieser Entwicklung auf den Grund.

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Spaniens Protestpartei Podemos im Aufwind

Felix Butzlaff | 5. März 2015

[analysiert]: Felix Butzlaff über die Ursachen des Erfolgs der spanischen Podemos-Partei

Nach den Wahlen in Griechenland und dem Erfolg der linken Syriza-Bewegung haben diejenigen politischen Parteien und Bewegungen Europas, die sich als grundsätzliche Alternativen zum wahrgenommenen Elitenkonsens innerhalb der Demokratien des Kontinents begreifen, noch einmal Aufwind erfahren.[1] Im Fokus steht dabei besonders Spanien bzw. dort der Aufschwung der Partei Podemos, die sich aus den organisatorischen Entwicklungen um die Protest- und Platzbesetzungsbewegung 15-M gründete, weil ihr Anstieg in den Umfragewerten ein ganzes Parteiensystem ins Wanken gebracht hat, welches seit der Demokratisierung der Halbinsel Ende der 1970er Jahre mehr oder minder stabil geblieben war.

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Studie zu NoPegida

Franz Walter | 26. Januar 2015

Analysen der Pegida-Bewegung

[analysiert]: Franz Walter über die soziale Zusammensetzung der Gegenbewegung zu Pegida

Wo Pegida zusammenkommt, formiert sich Gegenprotest. Von Ost bis West, von Nord bis Süd waren etliche Kundgebungen zu beobachten, die in der Summe weit mehr Bürger auf die Beine brachten als Pegida und ihre Ableger selbst. Allerdings, NoPegida ist bisher unerforscht, während ihr Gegenüber nicht nur medial höchste Beachtung erfährt, sondern auch vonseiten der Sozialwissenschaft. Was wissen wir über die Teilnehmer dieser Anti-Pegida-Veranstaltungen? Wie sehen sie Politik und Gesellschaft? Was ist ihnen – im Gegensatz zu den Pediga-Demonstranten – besonders wichtig? Was treibt sie an?

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Studie zu Pegida

Franz Walter | 19. Januar 2015

Analysen der Pegida-Bewegung

[präsentiert]: Aktuelle Forschungsergebnisse zu den Pegida-Protesten.

Was ist „Pegida“? Wer nimmt an ihren „Abendspaziergängen“ durch Dresden teil? Und was motiviert so viele Menschen seit Oktober vergangenen Jahres wöchentlich „gegen die Islamisierung des Abendlandes“ auf die Straße zu gehen? Das sind Fragen, für die sich nicht nur die Medien, sondern mit fortschreitender Protestdauer auch universitäre Sozialforscher interessieren. Wissenschaftler der TU Dresden legten unlängst Ergebnisse vor und stellten darin den „typischen“ Pegida-Demonstranten vor. Auch das Göttinger Institut für Demokratieforschung initiierte während der Pegida-Demonstration am 12. Januar eine Online-Umfrage, an der sich insgesamt rund 500 Teilnehmer der Demonstration beteiligten.[1]

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Riot oder Revolution?

Madeline Kaupert | 16. Januar 2015

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[Gastbeitrag]: Madeline Kaupert über die Bewertung der Aufstände in Großbritannien und Ägypten im Jahr 2011

Es gibt Momente, in denen die Welt den Atem anhält.Einer davon war im Frühjahr 2011, als sich die Protestwelle des Arabischen Frühlings von Tunesien aus zu verbreiten begann und zu einer Rebellion gegen die Unterdrückungsregime der Region heranwuchs. Wer aber hielt den Atem an, als die Jugendlichen der Vorstädte Londons im selben Jahr Steine warfen, Mülltonnen anzündeten und Geschäfte plünderten? Obwohl die Proteste auf den ersten Blick sehr verschieden aussehen, vereint sie doch ein zentrales Merkmal: Beide waren Schauplätze massiver Gewaltanwendung seitens der Protestierenden und der staatlichen Sicherheitsapparate. Zugleich aber wurden diese Gewaltanwendungen jedoch unterschiedlich bewertet: Während die Gewalt auf dem Tahrir-Platz als Ausdruck emanzipatorischen Protests eingeordnet wurde, galt sie in London eher als Anzeichen für Verfall und Zerstörung – oder einer amoralischen „broken society“.[1] Woher aber kommen diese unterschiedlichen Bewertungen? Und vor allem: Sind Riots und Revolution wirklich zwei Kategorien, die einander nicht berühren?

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Sarrazin, AfD, HoGeSa, Pegida

Felix M. Steiner | 16. Dezember 2014

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[gastbeitrag]: Felix M. Steiner über die Pegida-Proteste in Dresden und ihre Ursachen.

„Wir sind das Volk“ schallt es seit mehreren Wochen jeden Montag durch Dresden. Die Parole der alten Proteste dient nun – nicht nur in Dresden – als Konstruktion einer vermeintlich demokratischen Bewegung. Rund 15.000 Menschen zog es in der sächsischen Landeshauptstadt am vergangenen Montag bereits auf die Straße, es war die neunte Veranstaltung in Folge Unter dem sperrigen Namen „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ demonstrieren die Menschen wohl gegen vieles, doch die „Islamisierung des Abendlandes“ dürfte kaum der Kern ihres Protestes sein. So neu wie einige Medien diese neue Protestbewegung einordnen, ist sie indes nicht. Anders ist lediglich, dass sich Ressentiments und Rassismus in Deutschland wieder in einem derartigen Ausmaß auf der Straße verdichten und dies jenseits der organisierten extremen Rechten.

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Vom Kulturkampf um die Unterschicht

Florian Finkbeiner | 14. November 2014

Banner_Proteste[analysiert]: Florian Finkbeiner über das verkannte Protestpotenzial der Unterschichten.

Die Disziplin der Protestforschung ist relativ jung. Mit ihrem interdisziplinären Setting zwischen Soziologie, Politik- und Geschichtswissenschaft kämpft sie um ihren Status. Diese anhaltende Vernachlässigung in der deutschen Forschungslandschaft erstaunt angesichts der beträchtlichen Zunahme unterschiedlicher Protestformen. Auf dem Kampffeld um die Wahrnehmung und Deutung von Protesthandlungen zwischen wissenschaftlicher Anerkennung (und Distinktion), medialer (Früh-)Interpretation und feuilletonistischer Avantgarde sucht die Bewegungsforschung noch ihre Rolle. In diesem Spannungsfeld verdichten sich grundlegende Annahmen darüber, wer als handlungsfähig für Proteste gilt (und dann dementsprechend wahrgenommen wird) und wie sich diese Strukturkategorien (re-)produzieren. Doch dabei werden bedeutende Potenziale verkannt.

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Katalonien: Ein Runder Tisch als letzte Chance?

Karl Felix Oppermann | 6. November 2014

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[kommentiert]: Karl Felix Oppermann über die Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien.

Es war schon ein gigantisches VictoryV, das die Katalanen am diesjährigen Nationalfeiertag Kataloniens geformt hatten. Circa 1,8 Millionen Menschen, also mehr als alle Einwohner Barcelonas zusammen, respektive fast ein Viertel aller Einwohner Kataloniens, waren nach Angaben der Polizei in der Mittelmeermetropole friedlich auf die Straße gegangen. Sie nahmen jeweils elf Kilometer der v-förmig verlaufenden Hauptverkehrsstraßen Gran Via und Diagonal in Beschlag, um für die Unabhängigkeit Kataloniens zu protestieren.[1] Damit verliehen sie ihrer Empörung darüber Ausdruck, dass das für den 9. November 2014 geplante Referendum, bei dem die Katalanen zur Abspaltung Kataloniens vom Rest Spaniens befragt werden sollten, von der Zentralregierung in Madrid blockiert wurde. Das V-Zeichen war sogar aus dem Weltraum deutlich sichtbar.

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Die Occupy-Bewegung: Entstehung und Entwicklung

Robert Mueller-Stahl | 5. November 2014

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[präsentiert]: Lars Geiges blickt auf die Occupy-Bewegung zurück.

Ausgehend von der Besetzung des New Yorker Zuccotti-Platzes im Herbst 2011 verbreitete sich die Occupy-Bewegung in zahlreichen Metropolen. Was vereinte die Aktivisten in ihrem Protest? Welche Rolle kam der Idee von Raum und dessen Besetzung zu? Und schließlich, was bleibt von der Bewegung? Antworten darauf gibt Lars Geiges im Interview. Seine Studie „Occupy in Deutschland. Die Protestbewegung und ihre Akteure“  ist jüngst im Transcript Verlag erschienen.

Redaktion & Technik: Hanna Feesche und David Osterkorn

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Island: Ein Gefühl wie 2007

Julia Tiemann | 28. Oktober 2014

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[analysiert]: Julia Tiemann über die Situation in Island sechs Jahre nach dem Regierungssturz im Zuge der Weltfinanzkrise.

Verglichen mit anderen Ländern verfügt Island über keine sonderlich ausgeprägte Protesttradition. Einschneidendstes Erlebnis war da schon der eintägige Aufstand vom März 1949 anlässlich Islands NATO-Beitritts. Doch mit dem Zusammenbruch des isländischen Bankensystems im Zuge der internationalen Wirtschaftskrise im Herbst 2008 schwappte eine Protestwelle über das Land, die Regierung wie Zentralbankvorsitz zum Rücktritt zwang und den Anfang machte für weltweite Proteste. Zum sechsjährigen Jubiläum der Anfänge der weltweiten Finanzkrise rekapituliert dieser Blogbeitrag die isländischen Proteste und erklärt, warum es trotz ihres offensichtlichen Erfolgs nicht zu einer langfristigen Gesellschaftsreform kam.

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