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System Change?

Philipp Scharf | 20. Mai 2022

[analysiert]: Philipp Scharf über den Umgang mit der Klimakrise innerhalb der radikalen Linken

Wir schreiben den 20. September 2019: In einer präpandemischen Welt verzeichnete eine noch junge Protestbewegung ihren bisherigen „Mobilisierungshöhepunkt“;[1] „Fridays for Future“ (FFF) mobilisierte an diesem globalen Aktionstag allein in Deutschland bis zu 1,4 Millionen Menschen. Vorausgegangene Kampagnen verdeutlichten, dass die aus einer Schüler*innenbewegung hervorgegangenen Freitagsdemonstrant*innen Teil eines größeren klimabewegten Protestspektrums sind. Ob nun im Nachgang des globalen Aktionstags der Fridays am 15. März oder der Massenproteste gegen Braunkohleabbau des Bündnisses „Ende Gelände“ im Juni 2019: Den Protestierenden war das medial größtenteils wohlwollende mediale Echo gewiss. Indes: Die geforderte Politikänderung der deutschen Bundesregierung trat nicht ein. Die antizipierten Folgen sind Frust und Enttäuschung seitens der Protestierenden aufgrund – vermeintlich – mangelnder Bereitschaft oder Problemlösungskompetenz seitens der Regierenden.[2] Konservative Stimmen befürchten bereits, dass die jugendlichen Klimaschützer*innen durch linksradikale Kräfte unterwandert und radikalisiert werden könnten.[3] Tatsächlich scheint diese sicherheitspolitisch motivierte Sichtweise der Komplexität des Themenfeldes allerdings nicht gerecht zu werden; sie verweist jedoch indirekt auf grundlegende Suchbewegungen innerhalb des Protestspektrums.

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Grüne 1989: „Alle reden von Deutschland. Wir reden vom Wetter“

Michael Lühmann | 6. Oktober 2015

[kommentiert]: Michael Lühmann über die Grünen in Ost und West, die Deutsche Einheit und die Debatte über Ökologie

Das Wetter vor 25 Jahren, es war katastrophal schlecht. So schlecht, dass Der Spiegel nur wenige Tage vor den ersten freien Volkskammerwahlen in der DDR titelte: „Orkane, Sturmfluten, Temperaturstürze. Signale des Klimaschocks?“[1] Unter der Parole „Der Globus ist angenagt“ diskutierte das Magazin in einem großen Leitartikel die zeitgenössischen Klimasorgen.[2] Währenddessen lavierte der große Europäer Helmut Kohl in der Frage der Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze noch immer und die Strategieabteilung der Union überzog den Osten mit einer Diffamierungskampagne[3], in der die Ost-SPD wider besseres Wissen in die Nähe der SED gerückt wurde – während die tatsächlich in der Nähe der SED befindliche Ost-CDU hofiert wurde.[4] Schließlich fürchtete man damals im Adenauer-Haus nichts mehr als einen Sieg der Sozialdemokratie im Osten als Ausgangspunkt eines dauerhaften, strukturellen Machtverlustes der Union.

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