Logo Göttinger Institut für Demokratieforschung
Bürgerschaftliches Engagement rss facebook Twitter

Vom Diktator zum Friedensphilosophen

Robert Lorenz | 12. September 2011

[Göttinger Köpfe]: Robert Lorenz über den Physiker Carl Friedrich von Weizsäcker

Die Unstetigkeit Carl Friedrich von Weizsäckers hatte eine entscheidende Quelle: seinen Ehrgeiz. Jahrzehntelang befand sich der Sprössling einer der bedeutendsten Familien Deutschlands auf der Suche nach einem Metier, in dem er eine Spitzenposition einnehmen, gewissermaßen zum Star avancieren konnte. Es sollte allerdings bis in die 1970er Jahre dauern, als er endlich eine geeignete Nische fand und besetzte. Alles begann in „Piklön“. So nannte von Weizsäcker eine komplexe Fantasiewelt, die er im zarten Knabenalter kreiert hatte, um dort mit Freunden und Familienmitgliedern Politik zu spielen. So gesehen erscheint es geradezu logisch, dass die Welt ihn als „Friedensphilosophen“ kannte, als er im April 2007 im Alter von 94 Jahren verstarb.

weiter lesen

„Wutbürger“?

Ana Belle Becké | 9. September 2011

[kommentiert]: Ana Belle Becké über den überaus maßvollen Protest der bürgerlichen Mitte.

Derzeit gibt es kaum ein Großprojekt, das nicht von Protesten begleitet wird. Nicht nur „Stuttgart 21“, auch andere infrastrukturelle Maßnahmen wie die Fehmarnbelt-Überquerung oder die Olympiabewerbung Münchens riefen eine Protestwelle des Bürgertums hervor, das aufbegehrt gegen verkrustete Entscheidungsstrukturen in der Bundesrepublik. Seit letztem Sommer gibt es für dieses Phänomen auch einen handlichen Namen: Als buhende und schreiende „Wutbürger“ werden die protestierenden Mittelschichtsangehörigen in den Medien bezeichnet. Das Bild des empörten Besitzstandswahrers, der jegliche Reformen und Bauprojekte aus Angst vor Veränderung und aus Egoismus ablehnt, wird seitdem häufig bemüht, egal um welche Form des Protests es sich handelt. Dabei zeigt das Beispiel der Bürgerinitiativen gegen Windkraftanlagen und Stromtrassen, dass eine differenziertere Sichtweise angebracht ist.

weiter lesen

Protest der Physiker

Alex Hensel | 8. Juni 2011

[präsentiert]: Robert Lorenz über politische Physiker

Die Göttinger Erklärung aus dem Jahr 1957 ist ein typisches Beispiel für das intensive politische Engagement von Physikern. Robert Lorenz analyisert die politischen und persönlichen Hintergründe für die politischen Einflussnahmen der Physik-Ikonen Niels Bohr, Robert Oppenheimer, Werner Heisenberg und Carl Friedrich von Weizsäcker.

weiter lesen

„Vermittlung demokratischer Spielregeln“

Jens Gmeiner, Bastian Brandau | 19. Mai 2011

[präsentiert]: Johanna Klatt über das Projekt „Kinderdemokratie“

Johanna Klatt erklärt Hintergründe und Ziele des Projekts „Kinderdemokratie“, das am 21.05.2011, am Tag der Offenen Tür des Göttinger Instituts für Demokratieforschung, anläuft. Kindern sollen dabei die wichtigsten Spielregeln der Demokratie erklärt werden.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

weiter lesen

„Bloß nicht Schatzmeister werden!“

Johanna Klatt | 4. Mai 2011

[analysiert]: Johanna Klatt über Konflikte zwischen dem „hartem Kern“ und den „Nomaden“ der Zivilgesellschaft

Hochgebildete kennen sie: Die Angst vor der Verpflichtung. Die Angst davor, am nächsten Donnerstagabend wiederkommen zu müssen und womöglich noch zum Schatzmeister gewählt zu werden. Die Rede ist von zivilgesellschaftlichen Organisationsstrukturen, von Parteien, Kirchen und Vereinen, die durch feste Regelmäßigkeiten gekennzeichnet und lokal verankert sind. Aber auch von Ortsgruppen vieler Vereine oder Verbände der ehemals als „neu“ bezeichneten sozialen Bewegungen. Stellen wir uns dabei also das hochgebildete Individuum vor, das durch die Anforderungen der Ausbildung oder des Arbeitsmarktes gezwungen ist, flexibel zu sein und häufig den Wohnort zu wechseln. Oder große Teile der aufstrebenden und bildungsorientierten Jugend, die (wie es unter anderem die aktuellen Shell-Studien belegen) an effizienzorientiertes Arbeiten, Schnelligkeit und Zielstrebigkeit gewöhnt ist. In vielen Ortsvereinen, lokalen Aktionsbündnissen oder Basisgruppen stoßen diese jungen Menschen nun auf einen „harten Kern“ sich regelmäßig treffender Aktiver, der zwar im sozialen, kulturellen oder politischen Bereich eine ungemein wertvolle Arbeit leistet, jedoch auf den ersten Blick oft ein wenig, nun ja, strukturell „abschreckt“.

weiter lesen

Entbehrliche der Bürgergesellschaft?

Alex Hensel | 2. Mai 2011

[präsentiert]: Johanna Klatt und Franz Walter über das Engagement sozial Benachteiligter

Wann und warum entstand die „Neue Unterschicht“, wie beteiligen sich sozial Benachteiligte an der Bürgergesellschaft heute und was bedeutet deren geringe Teilnahme an modernen Formen des Engagements für die Demokratie? – Johanna Klatt und Franz Walter über ihr neues Buch „Entbehrliche der Bürgergesellschaft?“

weiter lesen

Studentischer Protest braucht Sonne – und Gegner

Franz Walter | 11. März 2011

[kommentiert]: Franz Walter kommentiert die Studentenproteste der letzten zwei Jahrzehnte.

Vor einigen Tagen kam ein Aktivist des Allgemeinen Studentenausschusses zu mir und fragte, was denn die Summe meiner Eindrücke von den studentischen Aktionen der letzen 20 Jahre sei. Ich habe ziemlich herumgestammelt, fahrige Allgemeinheiten über Generationen, Zyklen, den Wechsel von Emanzipation und Ruhepausen zum Besten gegeben. Aber meinem engagierten Studenten konnte ich mit dergleichen Phrasen nicht imponieren. „Wenn Ihnen etwas einfällt, bringen Sie’s zu Papier“, rief er mir im Abgang aufmunternd zu.

weiter lesen

Rezept für ein politisches Manifest

Robert Lorenz & Johanna Klatt | 10. Februar 2011

[präsentiert]: Johanna Klatt und Robert Lorenz präsentieren mögliche Erfolgsgeheimnisse politischer Manifeste.

In dem neu erschienenen Buch Manifeste. Geschichte und Gegenwart des politischen Appellsstellen sich die Autoren u.a. Fragen nach dem Entstehen und Funktionieren politischer Manifeste. Sie versuchen herauszufinden warum einige Autoren es vermögen, die Massen zu mobilisieren, während andere nur Randnotizen der Geschichte bleiben. Eine Zusammenfassung der möglichen Antworten auf diese Fragen haben die Herausgeber in folgendem „Rezept für ein politisches Manifest“ zusammengefasst.

weiter lesen

Von „respektvoller Abscheu“ zu den „Besser-Machern“

Johanna Klatt | 17. Januar 2011

[analysiert]: Johanna Klatt analysiert unkonventionelle politische Beteiligung damals und heute.

„Neu“ nannten sie sich, um sich gegen die „alte“ Arbeiterbewegung abzugrenzen: Die neuen sozialen Bewegungen – heute nur noch: soziale Bewegungen – waren die vornehmlich von Studenten geprägte bundesrepublikanische Zivilgesellschaft der siebziger und achtziger Jahre. Slogans der Frauenbewegung wie „Das Private ist politisch!“ schallten durch das Land, die Friedens- und Ökologiebewegung hatte Hochkonjunktur und mindestens eine ganze Generation Aktiver lehnte sich gegen die als konventionell empfundene Politik auf. „Alles Geschichte!“, könnte man meinen. Inwiefern aber hat die Zeit der Friedenstauben und Kinderläden, Sit-ins und Anti-AKW-Buttons bis in die politische Partizipationsstruktur der heutigen Bundesrepublik hinein ihre Spuren hinterlassen? Oder anders gefragt: Was ist im Jahr 2011 von ihr übrig geblieben?

weiter lesen

Gelegenheit macht Protestierende

Jonas Rugenstein | 18. November 2010

[analysiert]: Jonas Rugenstein erklärt die Stuttgarter Protestbewegung anhand „politischer Gelegenheitsstrukturen“

Viele Erklärungsversuche der Protestbewegung gegen das Großprojekt „Stuttgart 21“ setzen direkt bei den Menschen an: So verfolgt auch die Befragung des Göttinger Instituts für Demokratieforschung das Ziel, die Motive, Einstellungen, Erfahrungen und Ressourcen der Protestierenden genauer zu analysieren. Sind erst die Beweggründe der Protestierenden gefunden, so die Annahme, lässt sich erklären, wie der Protest entsteht und sich entwickelt. Und in der Tat lässt sich so Einiges über die Frage nach dem „Warum“ aussagen. Eine solche Analyse kommt jedoch nicht über den engen Erklärungsrahmen der internen Voraussetzungen für die Entstehung von Bewegungen hinaus und läuft damit Gefahr, eine einseitige Deutung abzugeben.

weiter lesen

Ältere Einträge Neuere Einträge