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INDES: Zäsuren

Michael Lühmann & Matthias Micus | 28. Juli 2018

[präsentiert]: Das Heft 1-2018 widmet sich historischen Momenten tiefgreifender Veränderung.

Leben wir in einer Wendezeit, sind wir Zeugen einer gesellschaftlichen Umbruchsituation, einer Zäsur? Die Rasanz sozial-kultureller Wandlungsprozesse und die offenkundig grassierenden Verunsicherungen sowie fundamentalen Krisenerscheinungen – von der Finanz-, Schulden-, Euro- und Klima-Krise bis hin zu den Migrationsbewegungen – scheinen eine solche Diagnose nahezulegen.

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Internet und Demokratie oder Internet oder Demokratie?

Christopher Schmitz | 5. Juli 2018

[präsentiert:] Christopher Schmitz über „Aktionstage Netzpolitik & Demokratie“ in Hannover und Göttingen

Vom 7. bis 9. Juni 2018 fanden in Deutschland die „Aktionstage Netzpolitik & Demokratie“ statt, organisiert von den Zentralen für politische Bildung und ihren Partnerorganisationen. Gut 100 Veranstaltungen wurden in diesem Rahmen über die ganze Bundesrepublik verteilt durchgeführt, darunter Vorträge über Hatespeech, Podiumsdiskussionen über die Notwendigkeit einer digitalen Aufklärung sowie Workshops zu Verschlüsselungstechniken oder Filmvorführungen über die Snowden-Enthüllungen.[1] Die Aktionstage fielen hierbei genau in den Zeitraum, in dem sich die so genannten „Snowden-Leaks“, über die Datensammlungs- und Überwachungspraxen der westlichen Geheimdienste, allen voran der NSA, am 8. Juni zum fünften Mal jährten.[2]

Vermutlich ist dieser Anlass äußerst angemessen: So, wie es ein Internet vor und nach der Einführung des WWW, also der grafischen Benutzeroberfläche des Computernetzwerks, durch Tim Berners-Lee gab, so gibt es höchstwahrscheinlich ein Internet vor und nach den Snowden-Leaks. Durch sie, so ließe sich argumentieren, habe das Medium endgültig seine Unschuld und nahezu jeden utopischen Glanz verloren. Und im Zuge dessen ließe sich, auch in pessimistischer Antithese zum Titel der Aktionstage fragen: Müsste es nicht bald schon vielleicht Internet oder Demokratie heißen?

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Tagungsbericht: „Revolutionen, Zäsuren und gesellschaftliche Umwälzungen in Nordwestdeutschland im 19. und 20. Jahrhundert“

Teresa Nentwig | 5. Juni 2018

[präsentiert:] Teresa Nentwig über die Jahrestagung 2018 der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen

Bereits seit 1910 veranstaltet die Historische Kommission für Niedersachsen und Bremen einmal im Jahr eine Tagung. Lediglich 1917/1918, 1920, 1924 und zwischen 1940 und 1946 war dies aufgrund äußerer Faktoren, wie etwa des Zweiten Weltkriegs, nicht möglich.[1] Bei der Jahrestagung 2018, die am 1. und 2. Juni im Schloss Wolfenbüttel stattfand, ging es unter dem Motto „Revolutionen, Zäsuren und gesellschaftliche Umwälzungen in Nordwestdeutschland im 19. und 20. Jahrhundert“ genau um solche Wendepunkte in der Geschichte Niedersachsens und Bremens.

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Schule als ein wichtiger Ort der Inklusion: Die 5. Ausgabe des Unterrichtsmaterials „Arbeitsblätter zur Demokratieerziehung in der Grundschule“

Birgit Redlich | 4. April 2018

[präsentiert]: Birgit Redlich und Yvonne Blöcker über das neue Arbeitsblätterheft zur Demokratieerziehung

Die neue Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD hat in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten, dass bis Ende 2019 ein Vorschlag zur Verankerung der UN-Kinderrechte im Grundgesetz vorliegen solle. Mit einer solchen gesetzlichen Verbindlichkeit ließen sich die Interessen und die Rechtsposition von Kindern stärken und nicht zuletzt der Inklusionsgedanke aufgreifen, weil – so die Erwartung – Kinder dann konsequenter als Subjekte der Selbstbestimmung und als Teil der Gesellschaft wahrgenommen würden. Dies bedeutet auch, dass Kinder in sie betreffende, u.a. politische Entscheidungen, stärker einbezogen werden müssten.[1]

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INDES: Widerstand und Dissidenz

Marika Przybilla-Voß & Matthias Micus | 14. März 2018

[präsentiert]: Das Heft 4-2017 widmet sich einem kontroversen Akt.

Widerstand – für die meisten derjenigen, die zu Beginn des 21. Jahrhunderts in einer stabilen Demokratie leben, klingt dieses Wort wie selbstverständlich nach grundlosem Krawall, demokratiefeindlicher Revolte, im besten Fall: halbstarkem Aufruhr. Freilich: In der Antike galt zahlreichen Denkern ebensolcher Widerstand als ein Instrument, mit dem sich eine demokratischere Ordnung, wie es so schön heißt, proaktiv herbeiführen ließ. Und da seinerzeit Macht durch die Figur des singulären Herrschers personifiziert wurde, ist der Urtypus der Widerstandshandlung zur Beendigung einer Gewaltherrschaft der Tyrannenmord. So wird die Tötung Hipparchos im Jahre 514 v. Chr. für gewöhnlich zugleich als klassischer Widerstandsakt und als Gründungsmythos der Athenischen Demokratie klassifiziert.

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SPD: Groko oder Opposition?

 | 16. Februar 2018

[präsentiert]: Kevin Kühnert diskutiert mit Matthias Micus über die Zukunft der SPD.

Am 15.02.2018 war der Bundesvorsitzende der Jusos auf Einladung des Instituts für Demokratieforschung zu Gast an der Universität Göttingen und diskutierte mit Matthias Micus über die aktuelle Frage einer möglichen Koalition mit den Unionsparteien, programmatischen, organisatorischen und personellen Reformbedarf in der SPD sowie mögliche kurz- und langfristige Zukunftsperspektiven und beantwortete Nachfragen aus den Reihen der rund 1000 Zuhörer.

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Auftaktkonferenz: Zur Ethnologie Linker Militanz

Kevin Zahn | 6. Dezember 2017

[präsentiert]: Kevin Zahn berichtet von der Konferenz „Ethnologie Linker Militanz. Akteure und Mentalitäten im Kontext“.

Die Auftaktkonferenz der Bundesfachstelle Linke Militanz hat sich am vergangenen Donnerstag, dem 30. November 2017, zum Inhalt gemacht, das breite Spektrum linker Bewegungen, Szenen und Proteste in Europa zu skizzieren. Im Folgenden einige Konferenzsplitter, ausgelesen mit Blick auf eine Ethnologie Linker Militanz:

Zwischen Halbstarken und 1968ern verortete Wolfgang Kraushaar in seinem Vortrag das Phänomen Linker Militanz. Die Studentenbewegung von 1968 gilt dem Professor des Hamburger Instituts für Sozialforschung als Protagonistin soziokulturellen Wandels, theoretisch versiert, politisch engagiert. Die Halbstarken – randalierende Rock’n’Roll-Fans der 1950er Jahre – bilden demgegenüber den unpolitischen Widerpart: zwar gegen das Spießertum der Zeit gerichtet, aber v.a. durch den Genuss am Gewaltexzess motiviert. Die Pointe: Fehlt es einer Bewegung an einer fundierten Gesellschaftskritik, an einer politischen Zielsetzung, lässt sich Gewalt nicht mehr als der Überschwang eines ansonsten begrüßenswerten Kampfes um soziale Teilhabe deuten. Solche Konflikte unterliegen – so Kraushaar mit Bezug auf Max Weber – keiner Zweck- und keiner Wertrationalität. Vielmehr folgen sie ganz den subjektiven Eindrücken ihrer Akteure, die sich eines Bezugs zur Gesellschaft verweigern. Darin liegt aus Sicht von Kraushaar auch ein Bruch mit der Tradition linker Politik: Es handele sich in diesen Fällen wohl eher um ein Phänomen aggressiver, jugendlicher Männlichkeit.  

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INDES: Die Nullerjahre

Jöran Klatt, Michael Lühmann & Matthias Micus. | 14. November 2017

[präsentiert]: Die Ausgabe 3-2017 widmet sich den Nullerjahren.

Der Jahreswechsel des 31. Dezember 1999 zum 1. Januar 2000 – in die sogenannten Nullerjahre – verlief verblüffend gewöhnlich angesichts allerlei apokalyptischer Szenarien, die im Vorfeld beschworen worden waren. Sprach die Medienöffentlichkeit noch zuvor von den katastrophalen Folgen der Jahrtausendwende, so wachten die Menschen am ersten Januar doch in einer auffallend gleichen Welt auf, mit den gleichen Problemen und der gleichen Alltäglichkeit wie in den Jahren zuvor.

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Niedersachsen und die langen 1960er Jahre

Teresa Nentwig | 7. November 2017

[präsentiert]: Teresa Nentwig über die Tagung „Die ‚langen‘ 1960er Jahre in Niedersachsen und Bremen“.

Laut ihrer Satzung hat die im Jahr 1910 gegründete Historische Kommission für Niedersachsen und Bremen die Aufgabe, die Geschichte Nordwestdeutschlands interdisziplinär zu erforschen und für die historische Landesforschung einzutreten.[1] Sie verfügt derzeit über fünf Arbeitskreise, die in der Regel jeweils zweimal im Jahr eine öffentliche Tagung zu einem bestimmten Thema organisieren, um neue Forschungsergebnisse zu diskutieren und bekannt zu machen.[2] Der Arbeitskreis für die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts kam am 4. November 2017 im Historischen Museum Hannover zusammen, um sich mit dem Themenkomplex „Die ‚langen‘ 1960er Jahre in Niedersachsen und Bremen“ zu beschäftigen.[3]

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INDES: Europa ohne Idendität?

[präsentiert]: Ausgabe 2-2017 diskutiert das Europa in der Krise.

Der »Brexit«, die Entscheidungsblockade beim Handelsvertrag CETA, die Wahlerfolge von Rechtspopulisten bei Europawahlen, die Unfähigkeit der Gemeinschaft zu gemeinsamem Handeln in der Flüchtlingskrise – diese wenigen Stichpunkte genügen, um zu veranschaulichen, dass die Europäische Union und mit ihr die Idee eines geeinten Europa in einer tiefen Krise stecken. Statt auf eine weitere Vertiefung der Zusammenarbeit setzen viele Mitgliedsstaaten auf Renationalisierung, nicht zuletzt auch, weil sie sich damit und mit der Kritik an Europa im Bund mit relevanten Teilen ihrer Bevölkerungen wähnen. Und dennoch: Die Werte, Normen und Ideen Europas, und mit ihnen Europa selbst, büßen auf internationaler Ebene keineswegs an Attraktivität oder Bedeutung ein. Ganz im Gegenteil strahlen sie Anziehungskraft und Hoffnung aus.

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