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INDES 3-2018: Sozialdemokratie

Jens Gmeiner & Matthias Micus | 28. Dezember 2018

[präsentiert]: Heft 3-2018 von INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft zum Thema Sozialdemokratie ist soeben erschienen.

Für einen Parteienforscher, so lautete schon vor Jahren ein Bonmot am Institut für Demokratieforschung, ist die Beschäftigung mit der Sozialdemokratie eine Jobgarantie. Denn in Krisenzeiten sucht die Öffentlichkeit nach Erklärungen, erschallt der Ruf nach wissenschaftlicher Expertise – und Krise ist bei der Sozialdemokratie immer.

Insofern geht dem Analytiker des Sozialdemokratischen die Arbeit nie aus. Einerseits. Andererseits wiederholt sich vieles, weisen die Krisen von gestern und heute zahlreiche Ähnlichkeiten mit jenen von vor- und vorvorgestern auf. Ständig originelle, bisher unbekannte Deutungen zu ersinnen, fällt angesichts dessen nicht leicht. Das gelangweilte Schulterzucken ist die Kehrseite der Omnipräsenz. Und auch die Ankündigung des Schwerpunktes der vorliegenden Ausgabe der INDES mag bei manchem für Augenrollen und Verwunderung gesorgt haben – zu vorhersagbar das Geschriebene, zu oft gelesen, zu oft schon formuliert und diskutiert.

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100 Jahre Frauenwahlrecht

 | 28. November 2018

[präsentiert]: Jeanina Fischbach über den (noch) langen Weg zur Gleichberechtigung

„Frauen und Männer sind gleichberechtigt.“ Dieser revolutionäre Satz, geprägt durch Elisabeth Selbert, wurde erst 1949 mit Artikel 3 des Grundgesetzes in die Verfassung aufgenommen[1]. Doch diesem historischen Ereignis auf dem Weg zur Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen ging ein jahrzehntelanger Kampf der Frauenbewegung voraus.

Einer der wichtigsten Schritte zur Gleichberechtigung der Geschlechter war der Erfolg im Jahre 1918: Am 12. November proklamierte der Rat der Volksbeauftragten das künftige demokratische, allgemeine, geheime und direkte Wahlrecht aller und damit sowohl die Möglichkeit der Frauen erstmals selbst wählen zu gehen (aktives Wahlrecht), als auch das Recht, sich als Kandidatin aufstellen zu lassen, also wählbar zu sein (passives Wahlrecht). Dieser historische Moment und sein 100-jähriges Bestehen werden dieses Jahr vielerorts durch Jubiläumsveranstaltungen gefeiert.

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INDES: Digitalisierung

Jöran Klatt & Matthias Micus | 14. November 2018

[präsentiert]: Heft 2-2018 von INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft zum Thema Digitalisierung ist soeben erschienen.

Die Digitalisierung stellt fraglos eine der tiefgreifenden Veränderungen der neueren Geschichte dar. Sie ist omnipräsent, umfasst sämtliche Lebensbereiche. Mit ihren Herausforderungen ist die Gesellschaft ebenso wie die Umwelt, die Politik nicht anders als Wirtschaft und Kultur konfrontiert.

Vor allem Parteien scheinen sich bisher mit den Veränderungen schwer zu tun. Die Digitalisierung von Wahlkämpfen und Parteienkommunikation geht allenfalls zaghaft vonstatten. Im Zeitalter von Internet und der permanenten Beschleunigung sozialer, wirtschaftlicher und auch politischer Prozesse wirken die etablierten Transmissionsriemen zwischen dem Staat und seinen Bürgern auch deshalb oft statisch und unflexibel – zuweilen gar als anachronistische Institutionen.

Gleichzeitig wird die Digitalisierung nicht zuletzt von der Politik selbst vorangetrieben. Verwaltung und Kommunen setzen auf den Ausbau elektronischer Angebote. Erst recht ist die Wirtschaft auf Digitalisierung programmiert – wobei die Verlagerung von Entscheidungen auf Algorithmen und Datenspeicher hier besonders sichtbar auch negative Auswirkungen auf die beteiligten Menschen hat und bisweilen mit ihren (Beschäftigungs-)Interessen frontal kollidiert.

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AutorInnen im Gespräch: Katharina Trittel über Hermann Rein

 | 8. November 2018

[präsentiert]: Katharina Trittel über ihre Forschungen über den Göttinger Flugmediziner Hermann Rein.

 

 

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INDES 2-2018: Interview mit Wolfgang M. Schmitt

Jöran Klatt | 26. Oktober 2018

[präsentiert]: Für die bald erscheinende neuste INDES-Ausgabe mit dem Schwerpunkt Digitalisierung sprach INDES-Redakteur mit dem Youtuber und Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt über Digitalisierung, soziale Netzwerke, Youtube und intellektuelle Filmkritik.

 

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AutorInnen im Gespräch: PEGIDA-Effekte?

 | 8. Oktober 2018

Die neue Studie „PEGIDA-Effekte? Jugend zwischen Polarisierung und politischer Unberührtheit“ ist gerade erschienen.

Am 21. Oktober 2018 wird das Protestbündnis PEGIDA seinen vierten Jahrestag begehen. Obwohl viele die „Patriotischen Europäer“ bereits im Januar 2015 für tot erklärten, hat die Dresdner Formation es geschafft, über die Jahre hinweg zu bestehen, aktiv zu bleiben und immer wieder die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das Göttinger Institut für Demokratieforschung hat über die vergangenen vier Jahre hinweg das Phänomen PEGIDA wissenschaftlich begleitet. Der neue Band widmet sich also nicht nur den Protesten von PEGIDA, sondern erweitert die Perspektive. So steht das politische Befinden Jugendlicher und junger Erwachsener als Seismographen gesellschaftlicher Entwicklungen im Mittelpunkt der Betrachtungen.

In diesem Video stellen die AutorInnen ihre neue Studie vor und präsentieren wesentliche Ergebnisse ihrer Arbeit.

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Die Politikwissenschaft und der Elfenbeinturm

Teresa Nentwig | 4. Oktober 2018

[präsentiert]: Teresa Nentwig über den DVPW-Kongress vom 25. bis zum 28. September 2018 in Frankfurt am Main.

Vier Tage lang kamen über tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu dem alle drei Jahre stattfindenden Kongress der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) zusammen. Dieser widmete sich den „Grenzen der Demokratie“. Ein Thema, dessen Aktualität nicht von der Hand zu weisen ist: Ob die rechtsextremen Ausschreitungen in Chemnitz oder die antidemokratischen Entwicklungen in Ungarn, Polen und der Türkei – die liberale Demokratie steht gegenwärtig in vielen Ländern vor Herausforderungen, sodass vielfach gar von einer „globale[n] Krise der Demokratie“[1] die Rede ist.

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Das Kopftuch – ein modisches Kleidungsstück?

Pauline Höhlich | 31. August 2018

[präsentiert]: Pauline Höhlich über das Kopftuch als Hybrid: zwischen migrationsbedingtem Wandel und Integrationspotential.

Das Kopftuch gilt für viele in Deutschland und in anderen westlichen Gesellschaften als Sinnbild der Repression von Frauen, religiös legitimierter patriarchaler Herrschaft und gesellschaftlicher Abgrenzung. Dass mit diesem Kleidungsstück ein modisches Bewusstsein ausgedrückt werden kann, scheint hierzulande mitunter noch schwerlich vorstellbar. Allerdings kann das Kopftuch genau das sein: ein modisches Accessoire.

Denn seit über einem Jahrzehnt etabliert sich über den Globus hinweg und auch hierzulande ein durch Migration und Globalisierung bedingter Trend, dessen Anhängerinnen einen aufgelockerten und verspielten Umgang mit der Verschleierung pflegen und hierüber einen kulturellen Wandel bezüglich des Umgangs und der Wahrnehmung des vornehmlich religiös konnotierten Kleidungsstücks anstoßen (wollen). Eine große Rolle spielen dabei die sozialen Medien, insbesondere die Fotoplattform Instagram: Hier verbreiten Musliminnen unter den Hashtags #hijabi, basierend auf dem arabischen Begriff Hijab für Verhüllung, und #hijabista Fotos von ihren Outfits, in denen das Kopftuch als Accessoire im Mittelpunkt der modischen und religiös geprägten Selbstinszenierung steht.[1] Hijabista ist das muslimische Gegenstück zur Fashionista, der modebewussten Frau. Insgesamt über sieben Millionen Beiträge haben sich unter diesen Schlagworten bereits angesammelt (Stand: Juni 2018). Auf den Bildern sind zumeist junge Musliminnen zu sehen, die ihre Versionen der Melange aus islamkonformer Bekleidung und zeitgemäßer Mode präsentieren. Mal wird das Kopftuch zum Turban gebunden oder mit Lederjacke und anderen aktuellen Trends kombiniert. Die Stilrichtung nennt man Modest Fashion: Die Wortkreation stammt vom englischen Begriff „modesty“, der übersetzt so viel wie Bescheidenheit, seltener auch Zurückhaltung, Anstand oder Sittsamkeit bedeutet; Werte, die konstituierend sind für diesen international wachsenden Modezweig.[2]

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Bunt statt braun: Ein Stadtteil wehrt sich.

Teresa Nentwig | 20. August 2018

[präsentiert:] Teresa Nentwig über die Ereignisse im Göttinger Stadtteil Grone-Süd am 18. August 2018. Ein persönlicher Bericht.

Jens Wilke hat sich eine neue politische Heimat gesucht. Nachdem der Kopf der neonazistischen „Volksbewegung Thügida“ 2016 auf der Liste der NPD bei der Landratswahl im Kreis Göttingen kandidiert hatte, ist er nun bei den Republikanern gelandet.[1] Er gehört gar zu den 15 Kandidaten, die 2019 für die rechte bis rechtsextreme Kleinpartei ins Europäische Parlament einziehen wollen. Für den Wahlkampfauftakt suchte sich Wilke den Göttinger Stadtteil aus, in dem er aufgewachsen war: das, wie er meinte, „– ehemals – schöne[2] und heutige „Ghetto[3] Grone-Süd. Hier, wo zahlreiche Nationen auf engem Raum friedlich zusammenleben, wollte Wilke am 18. August 2018 ein Zeichen gegen Vielfalt setzen.

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INDES: Zäsuren

Michael Lühmann & Matthias Micus | 28. Juli 2018

[präsentiert]: Das Heft 1-2018 widmet sich historischen Momenten tiefgreifender Veränderung.

Leben wir in einer Wendezeit, sind wir Zeugen einer gesellschaftlichen Umbruchsituation, einer Zäsur? Die Rasanz sozial-kultureller Wandlungsprozesse und die offenkundig grassierenden Verunsicherungen sowie fundamentalen Krisenerscheinungen – von der Finanz-, Schulden-, Euro- und Klima-Krise bis hin zu den Migrationsbewegungen – scheinen eine solche Diagnose nahezulegen.

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