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Ein Dutzend INDES…

Alex Hensel | 26. November 2014 | Keine Leserbriefe

[präsentiert]: Die Redaktion unserer Zeitschrift INDES zieht Zwischenbilanz

Seit dem Herbst 2011 wird am Göttinger Institut für Demokratieforschung die Zeitschrift INDES produziert und herausgegeben. Deren Ziel ist es, politikwissenschaftliche Forschung verständlich und spannend zu vermitteln. Dabei versucht die Redaktion eine Brücke zwischen Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit zu bauen. Nach nunmehr 12 Heften zu Titelthemen wie “Vordenker“, “verlorene Generationen“, “Rausch und Rationalität” oder “Die 1980er Jahre” ziehen Herausgeber Franz Walter und die Mitglieder der Redaktion eine Zwischenbilanz der bisherigen Entwicklung. Das neuste Heft von INDES widmet sich dem Thema “wissenschaftliche Schulen“.

Video: David Osterkorn & Julia Kiegeland

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Teil der grünen Geschichte

Daniela Kallinich | 12. November 2014 | 1 Leserbrief

[präsentiert]: Interview mit den Herausgebern der Studie über die Pädophilie-Debatte

Cover_Guenenstudie_2014_grossIm Wahljahr 2013 entflammte in Deutschland eine heftige Debatte über Pädophilie und Pädosexualität. In deren Zentrum stand die grüne Partei, in der in den 1980er Jahren Forderungen nach einer Legalisierung von pädosexuellen Kontakten debattiert und beschlossen wurden. Diese aus heutiger politischer Sicht unverständliche Forderung war indes weder nur basisdemokratisches Kuriosum noch bloßer Zufall. Die vom Institut für Demokratieforschung durchgeführte Studie zum Thema zeigt, dass bereits ab den 1970er Jahren ein vielfältiger gesellschaftlicher Diskurs über eine Enttabuisierung von Pädophilie wie die Legalisierung von Pädosexualität stattgefunden hat. Im Interview fassen die Herausgeber der Studie, Franz Walter, Stephan Klecha und Alexander Hensel, zentrale Ergebnisse zusammen.

Professor Walter, Sie haben auf Bitten des Bundesvorstands von Bündnis 90/die Grünen die damalige Debatte über Pädophilie bei den Grünen erforscht. Wie ist es dazu gekommen?

Franz Walter: Die Debatte kam im Frühjahr 2013 auf: Bundesverfassungsgerichtspräsident Andreas Voßkuhle weigerte sich, als Laudator für Daniel Cohn-Bendit zu fungieren. Der Grund war ein Buch aus der Mitte der 1970er Jahre, in dem Cohn-Bendit über seine Zeit als Kindergärtner geschrieben hatte, dass Kinder ihm damals in die Hose gefasst hätten, wobei er ihnen keine Grenzen gesetzt habe. Die Auseinandersetzung um das Buch war keineswegs neu und Cohn-Bendit behauptete seit längerem, es habe sich um Fiktion gehandelt. Im Zuge der neuerlichen Debatte um den Text kam die Frage auf, ob beziehungsweise in welchem Umfang im alternativen Milieu insgesamt eine Offenheit oder gar Billigung gegenüber Pädophilie geherrscht habe. Dies lenkte natürlich die Aufmerksamkeit auf die Grünen, welche dieses Milieu parteipolitisch repräsentierten. Die Grünen wiesen diesen Vorwurf zunächst entschieden zurück, mussten aber nach und nach einräumen, dass es in ihrer Partei solche Forderungen gegeben hatte und dass gar Beschlüsse gefasst wurden. Aus diesem Grund bat der Parteivorstand von Bündnis 90/Die Grünen das Göttinger Institut für Demokratieforschung, die Historie zu diesem Punkt aufarbeiten.

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Rezension zu “Weißkittel und Braunhemd”

Dr. Rainer Driever | 1. Oktober 2014 | Keine Leserbriefe

[präsentiert]: Dr. Rainer Driever hat “Weißkittel und Braunhemd. Der Göttinger Mediziner Rudolf Stich im Kaleidoskop” gelesen.

Ein neues Buch aus der Schmiede des Göttinger Instituts für Demokratieforschung beleuchtet das Leben des Göttinger Chirurgen und Hochschullehrers Rudolf Stich. Die Autorinnen Katharina Trittel, Stine Marg und Bonnie Pülm liefern als Ergebnis eines universitätsinternen Kooperationsprojektes eine 270 Seiten starke Auseinandersetzung mit Stich, dessen Name immer wieder im Zusammenhang mit Verstrickungen in nationalsozialistische Weltanschauung und Herrschaftspraxis fiel.

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Wissenschaftliche Schulen

Danny Michelsen & Katharina Rahlf | 26. September 2014 | Keine Leserbriefe

[präsentiert]: Die neue Ausgabe der INDES befasst sich mit akademischen Schulen.

Akademische Schulen im Sinne von Lehr- und Lerngemeinschaften, die sich um eine dominante Gründerpersönlichkeit gruppieren und ein von ihr geprägtes Forschungsparadigma über mehrere Generationen hinweg tradieren, kennen wir im Prinzip schon seit der griechischen Antike: Das Konkurrenzverhältnis zwischen der Schule des Isokrates und der Akademie Platons stellt ein besonders bekanntes Beispiel aus der frühen Wissenschaftsgeschichte dar. Im 19. und 20. Jahrhundert haben die Geistes- und Sozialwissenschaften eine Vielzahl bedeutender Schulen hervorgebracht, wobei die meisten ihren Namen dem Ort der jeweiligen Universität verdanken, an der sie entstanden und ihre Blütezeit erlebten.

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Der Sound des Erfolgs?

Alex Hensel | 28. August 2014 | Keine Leserbriefe

[präsentiert]: David Bebnowski über die Chancen der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen

Bei den kommenden Landtagswahlen in Sachsen hat die Alternative für Deutschland (AfD) Umfragen zufolge gute Chancen, erstmals in ein Landesparlament einzuziehen. Doch wie präsentiert und positioniert sich die eurokritische Partei eigentlich auf Landesebene? Und wie passt sich die AfD an die politische Kultur in den ostdeutschen Bundesländern an? Antworten darauf gibt David Bebnowski im Interview.

Video: David Osterkorn & Robert Mueller-Stahl

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Stillstand der Flüchtigen

Robert Mueller-Stahl | 19. August 2014 | Keine Leserbriefe

[präsentiert]: Robert Mueller-Stahl bespricht die Studie „On the Run. Fugitive Life in an American City“.

Es kommt nicht gerade häufig vor, dass so unterschiedliche Medien wie die Vice, die New York Times und der Blog der London School of Economics and Political Science über ein gemeinsames Thema berichten, geschweige denn das gleiche Buch besprechen. Und doch ist Alice Goffman der seltene Spagat gelungen, mit dem Bericht ihrer ethnographischen Feldforschung über ein Ghetto in West-Philadelphia in akademischen ebenso wie in populärmedialen Kreisen beachtet zu werden. Was hat sie herausgefunden?

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Was sind “Viertelgestalter”?

Alex Hensel | 14. August 2014 | Keine Leserbriefe

[präsentiert]: Julia Kopp und Sören Messinger über Engagement in sozial benachteiligten Stadtteilen

Die Zivilgesellschaft in sozial benachteiligten Stadtvierteln ist häufig kaum sichtbar. Dennoch gibt es wichtige Ausnahmen: Viertelgestalter/-innen sind mit unermüdlicher Tatkraft bürgerschaftlich aktiv. Julia Kopp und Sören Messinger präsentieren im Video die Erkenntnisse über die Eigenschaften und Potenziale von ViertelgestalterInnen.

Video: Hanna Feesche & David Osterkorn.

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Front National auf Erfolgskurs

Alex Hensel | 24. Juli 2014 | Keine Leserbriefe

[präsentiert]: Daniela Kallinich über gesellschaftliche Krisenphänomene und den Erfolg des Front National in Frankreich.

In Frankreich läuft derzeit vieles schief: Die Bevölkerung verliert das Vertrauen in  Politik und Demokratie, die Wirtschaftszahlen und Arbeitslosenquoten sind schlecht. Dies nutzut dem rechtsextremen Front National, der bei den Europawahlen 2014 zur stärksten Partei Frankreichs avancierte. Die Wählerschaft, den Wahlkampf und die Strategie der Partei analysiert Daniela Kallinich in ihrem Vortrag vom 09.07.2014.

Video: David Osterkorn.

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Tabus

Matthias Micus & Katharina Rahlf | 16. Juli 2014 | Keine Leserbriefe

[präsentiert]: Die neue Ausgabe der INDES spricht über Tabus.

INDES Ausgabe 2-2014: TabusAls vor der Europawahl im Mai hohe Umfragewerte für populistische Par­teien in einer Reihe von Mitgliedsstaaten der EU die politischen Beobachter beschäftigten und für eine hektische Betriebsamkeit in den Redaktionsstu­ben sorgten, stieß der aufmerksame Zeitungsleser überall auf Tabus. Bezie­hungsweise richtiger: auf Tabubrüche und Tabubrecher. Denn dass Populis­ten Tabus brechen und mithin gegen die Konventionen und die Regeln von gutem Anstand, hergebrachter Sitte und dominanter Moral verstoßen, ist weitgehend unbestritten. Bloß machte diese Konjunktur des Tabubegriffs nur umso deutlicher, wie unklar, wie breit und nicht zuletzt deshalb eben auch schwammig sein Gehalt ist.

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Ein sozialistischer David gegen einen neoliberalen Goliath

Daniel Albrecht | 10. Juni 2014 | Keine Leserbriefe

[präsentiert]: Daniel Albrecht hat “Rebellische Städte” von David Harvey gelesen.

Die Stadt ist ein sozialer, kultureller und ökonomischer Knotenpunkt, ein Mikrokosmos des menschlichen Zusammenlebens, ein pulsierendes Zentrum des politischen Handelns –  und dies ist vielleicht eine idealisierte Vorstellung. Denn diese „traditionellen Städte“, wie sie wohl David Harvey am liebsten hätte, sind zerstört. Mehr und mehr Menschen werden durch steigende Mieten an die Randbereiche der Städte gedrängt, können nicht mehr teilhaben an gesellschaftlichen Allgemeingütern. Was also tun? In seinem Buch „Rebellische Städte“, das sich als konzentrierte Zusammenfassung vorheriger Abhandlungen liest,[1] sucht der politisch als Neo-Marxist zu verortende Humangeograph David Harvey nach Ursachen und Lösungen. Sein politischer Bezugspunkt ist dabei das bereits von Henri Levebvre formulierte und vehement eingeforderte „droit à la ville“. Dieses „Recht auf Stadt“ versteht Harvey als kollektives Recht. Bereits der marxistische Philosoph Levebvre setzte sich angesichts der „Existenzkrise“ im Paris der 1960er Jahre vehement für eine „Alternative“, eine „urbane“ und „antikapitalistische“ Massenbewegung von unten ein, welche eine empfundene neoliberal-städtische Sinnlosigkeit und Entfremdung überwinden könne.

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