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Populismus und Extremismus in Theorie und Praxis

Teresa Nentwig | 1. Oktober 2019

[präsentiert]: Teresa Nentwig über die Tagung „Populismus und Extremismus“ vom 24. bis zum 26. September 2019 im Kloster Banz

Der Tagungsort, das Kloster Banz im fränkischen Bad Staffelstein

Tag für Tag tauchen die Begriffe „Populismus“ und „Extremismus“ in den Medien auf. Sie prägen derzeit auch die wissenschaftliche Debatte in der Politikwissenschaft. Sowohl um die Terminologie als auch um die Praxis ging es Ende September 2019 bei der Expertentagung „Populismus und Extremismus“, die die Akademie für Politik und Zeitgeschehen der Hanns-Seidel-Stiftung in Zusammenarbeit mit Eckhard Jesse und Tom Mannewitz veranstaltet hat.

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INDES 1-2019: 1989

Michael Lühmann & Matthias Micus | 2. September 2019

[präsentiert]: Heft 1-2019 von INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft zum Thema 1989.

Als am 9. Oktober 1989 auf den Straßen Leipzigs der Ruf »Wir sind das Volk« erschallte, konnte kaum jemand ahnen, dass damit eine Zäsur von weltpolitischer Bedeutung einen ihrer Ausgänge nahm. Was als Selbstermächtigung der DDR-Bürger gegenüber der Staatsmacht begann, endete im Zusammenbruch der Blockkonfrontation, die so fest gefügte Nachkriegsordnung implodierte, teils wurde sogar schon – wenngleich, wie sich zeigen sollte, vorschnell – das Ende der Geschichte ausgerufen.

Heute, dreißig Jahre später, scheint zwar noch immer sicher, dass sich in 1989 das Ereignis und die Wahrnehmung eines tiefen Einschnitts in der Geschichte in Deckung bringen lassen. Gleichwohl weisen nicht wenige der vorliegenden Beiträge in der aktuellen Ausgabe der INDES darauf hin, dass auch drei Dekaden nach 1989 noch unterhalb des Bruchs Kontinuitäten fortwirken, die eine Befragung des Zäsurcharakters von 1989 notwendig erscheinen lassen.

Zunächst: Der Glaube an einen unwiderruflichen Schritt voran in der Menschheitsgeschichte, die Hoffnungen, die mit dem Ende der Blockkonfrontation einhergingen, sie haben sich weltweit längst deutlich abgekühlt. Ein neu-alter Kalter Krieg wird gleichermaßen proklamiert wie die Rückkehr des Autoritarismus. Erst recht hat sich kein Zeitalter von Frieden, Humanismus und allgegenwärtiger Demokratie in der Nachfolge einer Epoche von Krieg, Konflikt und Unfreiheit segensreich entfaltet. Beinahe im Gegenteil – zeigte sich doch nun, dass der Außendruck der weltumspannenden Systemgegnerschaft innerhalb der jeweiligen Blöcke spannungsmindernd gewirkt hatte, wohingegen der Wegfall der kommunistischen Herrschaftsalternative separatistische Bestrebungen begünstigte und in zahlreichen Nationalitätenkonflikten resultierte.

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INDES 4-2018: Heimat

Jens Gmeiner & Matthias Micus | 22. April 2019

[präsentiert]: Heft 4-2018 von INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft zum Thema Heimat ist soeben erschienen.

Das Thema »Heimat« hat in den letzten Jahren in Deutschland eine auf den ersten Blick erstaunliche Renaissance in Politik, Medien und Gesellschaft erfahren. Wenig verwunderlich mag noch erscheinen, dass die auch in der Bundesrepublik mit Aplomb emporgekommene politische Rechte die Notwendigkeit von kultureller Identität, völkischer Gemeinschaft und nationaler Heimat als Arznei gegen das vermeintliche Gift grenzüberschreitender Globalisierung und weltweiter Migrationsbewegungen deutet. Intuitiv plausibel ist auch die Erweiterung des Innenministeriums um den Zuständigkeitsbereich Heimat unter der Ägide eines Ressortchefs von der CSU.

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„Ran an die Quellen“ – Die Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs

Teresa Nentwig | 3. April 2019

[präsentiert]: Teresa Nentwig über die Tagung „Archive und Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs“ am 27. März 2019 in Darmstadt.

Im Fall der Missbrauchsserie auf einem Campingplatz im nordrhein-westfälischen Lügde sind kürzlich zwei Fälle von Aktenmanipulation bekannt geworden. So hatte u. a. der Leiter des Hamelner Jugendamtes eine Akte über das Pflegemädchen des Täters nachträglich „geglättet“ und war deswegen freigestellt worden.[1] Von einer Aktenmanipulation anderer Art berichtete Max Mehrick auf der Tagung „Archive und Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs“, die am 27. März 2019 im Darmstädter Haus der Geschichte stattfand und vom Hessischen Landesarchiv in Kooperation mit der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs organisiert wurde. Mehrick, Opfer sexualisierter Gewalt an der Odenwaldschule im hessischen Ober-Hambach (kurz OSO), erzählte in einer sehr persönlichen und berührenden Weise von dem Inhalt seiner Schülerakte, die von einem Täter angefertigt worden war. Die Akte zeige eine „gefälschte Biografie“ von ihm, eine „verzerrte Ausdeutung“ seiner Kindheit und Jugend, sie sei ein „Teil der Missbrauchsbeziehung zwischen Opfer und Täter“.

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INDES 3-2018: Sozialdemokratie

Jens Gmeiner & Matthias Micus | 28. Dezember 2018

[präsentiert]: Heft 3-2018 von INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft zum Thema Sozialdemokratie ist soeben erschienen.

Für einen Parteienforscher, so lautete schon vor Jahren ein Bonmot am Institut für Demokratieforschung, ist die Beschäftigung mit der Sozialdemokratie eine Jobgarantie. Denn in Krisenzeiten sucht die Öffentlichkeit nach Erklärungen, erschallt der Ruf nach wissenschaftlicher Expertise – und Krise ist bei der Sozialdemokratie immer.

Insofern geht dem Analytiker des Sozialdemokratischen die Arbeit nie aus. Einerseits. Andererseits wiederholt sich vieles, weisen die Krisen von gestern und heute zahlreiche Ähnlichkeiten mit jenen von vor- und vorvorgestern auf. Ständig originelle, bisher unbekannte Deutungen zu ersinnen, fällt angesichts dessen nicht leicht. Das gelangweilte Schulterzucken ist die Kehrseite der Omnipräsenz. Und auch die Ankündigung des Schwerpunktes der vorliegenden Ausgabe der INDES mag bei manchem für Augenrollen und Verwunderung gesorgt haben – zu vorhersagbar das Geschriebene, zu oft gelesen, zu oft schon formuliert und diskutiert.

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100 Jahre Frauenwahlrecht

 | 28. November 2018

[präsentiert]: Jeanina Fischbach über den (noch) langen Weg zur Gleichberechtigung

„Frauen und Männer sind gleichberechtigt.“ Dieser revolutionäre Satz, geprägt durch Elisabeth Selbert, wurde erst 1949 mit Artikel 3 des Grundgesetzes in die Verfassung aufgenommen[1]. Doch diesem historischen Ereignis auf dem Weg zur Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen ging ein jahrzehntelanger Kampf der Frauenbewegung voraus.

Einer der wichtigsten Schritte zur Gleichberechtigung der Geschlechter war der Erfolg im Jahre 1918: Am 12. November proklamierte der Rat der Volksbeauftragten das künftige demokratische, allgemeine, geheime und direkte Wahlrecht aller und damit sowohl die Möglichkeit der Frauen erstmals selbst wählen zu gehen (aktives Wahlrecht), als auch das Recht, sich als Kandidatin aufstellen zu lassen, also wählbar zu sein (passives Wahlrecht). Dieser historische Moment und sein 100-jähriges Bestehen werden dieses Jahr vielerorts durch Jubiläumsveranstaltungen gefeiert.

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INDES: Digitalisierung

Jöran Klatt & Matthias Micus | 14. November 2018

[präsentiert]: Heft 2-2018 von INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft zum Thema Digitalisierung ist soeben erschienen.

Die Digitalisierung stellt fraglos eine der tiefgreifenden Veränderungen der neueren Geschichte dar. Sie ist omnipräsent, umfasst sämtliche Lebensbereiche. Mit ihren Herausforderungen ist die Gesellschaft ebenso wie die Umwelt, die Politik nicht anders als Wirtschaft und Kultur konfrontiert.

Vor allem Parteien scheinen sich bisher mit den Veränderungen schwer zu tun. Die Digitalisierung von Wahlkämpfen und Parteienkommunikation geht allenfalls zaghaft vonstatten. Im Zeitalter von Internet und der permanenten Beschleunigung sozialer, wirtschaftlicher und auch politischer Prozesse wirken die etablierten Transmissionsriemen zwischen dem Staat und seinen Bürgern auch deshalb oft statisch und unflexibel – zuweilen gar als anachronistische Institutionen.

Gleichzeitig wird die Digitalisierung nicht zuletzt von der Politik selbst vorangetrieben. Verwaltung und Kommunen setzen auf den Ausbau elektronischer Angebote. Erst recht ist die Wirtschaft auf Digitalisierung programmiert – wobei die Verlagerung von Entscheidungen auf Algorithmen und Datenspeicher hier besonders sichtbar auch negative Auswirkungen auf die beteiligten Menschen hat und bisweilen mit ihren (Beschäftigungs-)Interessen frontal kollidiert.

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AutorInnen im Gespräch: Katharina Trittel über Hermann Rein

 | 8. November 2018

[präsentiert]: Katharina Trittel über ihre Forschungen über den Göttinger Flugmediziner Hermann Rein.

 

 

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INDES 2-2018: Interview mit Wolfgang M. Schmitt

Jöran Klatt | 26. Oktober 2018

[präsentiert]: Für die bald erscheinende neuste INDES-Ausgabe mit dem Schwerpunkt Digitalisierung sprach INDES-Redakteur mit dem Youtuber und Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt über Digitalisierung, soziale Netzwerke, Youtube und intellektuelle Filmkritik.

 

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AutorInnen im Gespräch: PEGIDA-Effekte?

 | 8. Oktober 2018

Die neue Studie „PEGIDA-Effekte? Jugend zwischen Polarisierung und politischer Unberührtheit“ ist gerade erschienen.

Am 21. Oktober 2018 wird das Protestbündnis PEGIDA seinen vierten Jahrestag begehen. Obwohl viele die „Patriotischen Europäer“ bereits im Januar 2015 für tot erklärten, hat die Dresdner Formation es geschafft, über die Jahre hinweg zu bestehen, aktiv zu bleiben und immer wieder die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das Göttinger Institut für Demokratieforschung hat über die vergangenen vier Jahre hinweg das Phänomen PEGIDA wissenschaftlich begleitet. Der neue Band widmet sich also nicht nur den Protesten von PEGIDA, sondern erweitert die Perspektive. So steht das politische Befinden Jugendlicher und junger Erwachsener als Seismographen gesellschaftlicher Entwicklungen im Mittelpunkt der Betrachtungen.

In diesem Video stellen die AutorInnen ihre neue Studie vor und präsentieren wesentliche Ergebnisse ihrer Arbeit.

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