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INDES: Liberalismus

[präsentiert]: Die neue INDES ergründet den Liberalismus.

Nach der letzten Bundestagswahl waren die Liberalen schon für tot erklärt worden. Spätestens seit den diesjährigen Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hat sich diese Diagnose jedoch als verfrüht erwiesen. Bereits 2015 hatte die FDP mit ihrem Wiedereinzug in die Bürgerschaften Bremens und Hamburgs Lebenszeichen ausgesandt. Und es war auch keineswegs der erste Abgesang auf die Partei: Schon Anfang der 1970er, in der Mitte der 1980er und zum Ende der 1990er Jahre hatten professionelle Interpreten des Politischen ihr die Totenglocken geläutet. Aktuell sitzen freidemokratische Abgeordnete in immerhin acht von 16 Landtagen – eine Präsenz, die sich die FDP in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre wahrscheinlich gewünscht hätte, als sie eine halbe Dekade lang bloß noch in vier Landesparlamenten Delegierte stellte. Die Liberalen, so scheint es, besitzen mehr Leben als die Katzen.

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Haben wir zu viele Bundesländer?

Teresa Nentwig | 4. Juli 2016

[präsentiert]: Teresa Nentwig hat in Goslar die Veranstaltung „Brauchen wir 16 Bundesländer? – Das föderale System auf dem Prüfstand“ besucht.

Vor zwanzig Jahren missglückte die Fusion zwischen Berlin und Brandenburg. Nachdem am 5. Mai 1996 in einer Volksabstimmung zwar 53,4 Prozent der Berliner, aber lediglich 36,6 Prozent der Brandenburger für ein Zusammengehen des Stadtstaats und des Bundeslandes gestimmt hatten, war klar, dass der Versuch, Berlin und Brandenburg zum fünftgrößten Bundesland zu machen, gescheitert war.[1]

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US-Wahl2016: Gesellschaftliche Polarisierung

Alex Hensel | 2. Juni 2016

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[präsentiert]: Interview mit Lilliana Mason über gesellschaftliche Polarisierung in den USA und den Präsidentschaftswahlkampf 2016

Die gesellschaftliche Polarisierung in den USA nimmt zu. Politisch trennen Demokraten und Republikaner oftmals Welten, doch auch sozialkulturell treiben die Lager auseinander: Republikaner wohnen in anderen Vierteln, interessieren sich für andere Sportarten und kaufen andere Autos und Limonaden als Demokraten. Dies verändert nicht nur die sozialen Identitäten in den jeweilgen Lagern, sondern verschiebt auch die Bedingungen für Wahlen und Politik. Lilliana Mason, Professorin an der University of Maryland, erklärt im Interview mit Dr. Torben Lütjen die Entwicklung und Ursachen dieser Entwicklung und die Folgen für den laufenden US-Wahlkampf. Mason hat am 02.06.2016 den dritten Vortrag in unserer  Veranstaltungsreihe zu den US-Wahlen 2016 gehalten, im Video fasst sie ihre Forschungsergebnisse knapp zusammen.

Video: Robert Müller-Stahl, Christoph Hoeft und Alex Hensel

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Neue Studie: Wähler und Nichtwähler

Redaktion | 31. Mai 2016

[präsentiert]: M. Blaeser, F. Butzlaff, M. Micus, R. Pausch und G. Scalabrino mit Studienergebnissen zu Politikeinstellungen und Politikhoffnungen in Göttinger Stadtvierteln

Nichtwähler und zunehmende Wahlverweigerung in Deutschland sind in den letzten Jahren immer deutlicher ins Zentrum des politikwissenschaftlichen Interesses gerückt. Nachdem der Anstieg von Nichtwählern zunächst durchaus positiv konnotiert und als Anzeichen dafür interpretiert worden war, dass sich die großen, polarisierenden Konflikte in unseren Gesellschaften abgeschwächt hätten, haben viele der jüngeren soziologischen Untersuchungen den Zusammenhang zwischen Rückgang der Wahlbeteiligung und gesellschaftlichem Ausschluss bzw. Prekarisierung eindrücklich herausgearbeitet.[1] Verantwortlich für die sinkende Wahlbeteiligung sind aus dieser Perspektive die Erfahrung von gesellschaftlicher Ausgrenzung, Unsicherheit sowie enttäuschte Aufstiegshoffnungen. Eine neue Studie, die das Göttinger Institut für Demokratieforschung gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung im Laufe des Jahres 2015 durchgeführt hat, vertieft und illustriert diese Erklärungsansätze.[2] 

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US-Wahl16: Wahlkampf in Zeiten des Unbehagens

Alex Hensel | 12. Mai 2016

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[präsentiert]: Interview mit Ronald Brownstein über Stand und Hintergrund des US-Wahlkampfes

Ronald Brownstein (The Atlantic) hat gestern mit einem fulminanten Vortrag unsere Reihe zu den Präsidentschaftswahlen in den USA in der Göttinger Paulinerkirche eröffnet. Darin analysierte er, wie langfristige gesellschaftliche Entwicklungen den aktuellen Wahlkampf prägen. Im Video-Interview (auf Englisch) erklärt Brownstein, warum die Demokraten immer stärker werden und welche Auswirkungen die Kandidatur von Donald Trump auf die republikanische Partei hat.


Redaktion: Dr. Torben Lütjen; Technik: Christoph Hoeft, Robert Mueller-Stahl, Alex Hensel

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INDES: 1979

Michael Lühmann & Matthias Micus | 14. April 2016

[präsentiert]: Die neue INDES befasst sich mit dem Zäsur-Jahr 1979.

»Janusköpfig« sei es, ein »an die Wand genageltes Datum« – mit diesen und anderen Termini kennzeichnen unsere Autoren jenes Jahr 1979, dem sich die vorliegende Ausgabe der INDES widmet. 1979 wird in den Beiträgen charakterisiert als eine Zäsur, in der die Bruchzonen der Moderne in globaler Perspektive offen durchscheinen und sich die Umbrüche in die Gegenwart so deutlich zeigen wie kaum einmal sonst in der Nachkriegsgeschichte. Das ist durchaus nicht selbstverständlich, ja, im Gegenteil mutet es sogar verblüffend an. Sorgt doch die Angabe von Zäsuren und mithin die Vorstellung, historische Prozesse würden sich durch exakte Datierungen begrenzen lassen, durch die Angabe präziser Zeitpunkte, zu denen das eine plötzlich neu und sogleich voll entfaltet entsteht und etwas anderes komplett und folgenlos verschwindet, unter seriösen Historikern zumeist nur für Kopfschütteln.

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Im Westen nichts Neues

Julika Förster | 17. März 2016

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[präsentiert]: Julika Förster hat die AfD-Wahlparty in Rheinland-Pfalz vor Ort beobachtet

Gut gelaunt nippt Uwe Junge, Landesvorsitzender und Spitzenkandidat der rheinland-pfälzischen AfD, am ausklingenden Wahlabend in Mainz an seinem Bier. „Nun haben wir ein Gegengewicht zum Osten“, erklärt er mir munter, schließlich habe die AfD an diesem Tag auch in Westdeutschland ihre Stärke bewiesen. In der Tat markieren die Einzüge der AfD in den rheinland-pfälzischen und den baden-württembergischen Landtag eine Zäsur: Bis dato lediglich und auch eher spärlich in den Bürgerschaften Hamburgs und Bremens vertreten, standen westdeutsche Landesverbände bislang im Schatten ihrer ostdeutschen Pendants. Die thüringische AfD um Björn Höcke verwandelte den Erfurter Domplatz mit mehreren hundert Anhängern in eine Art politisiertes Volksfest, die vierköpfige Bremer AfD-Fraktion sich selbst im Zuge der Parteispaltung in eine heillos überforderte „One-Man-Show“[1]. Im Osten laut, schrill und erfolgreich, im Westen blass, moderat und schwach – die Rollen schienen eindeutig verteilt. Doch inwiefern entspricht die rheinland-pfälzische AfD – zumal im Moment des Erfolges – tatsächlich ihrem Klischee? Ein Besuch.

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INDES: Verschwörungen

Felix Butzlaff & Matthias Micus | 21. Dezember 2015

[präsentiert]: Die neue INDES über Ursachen und Funktionen von Verschwörungsdenken.

Alles, so scheint es, wird immer undurchschaubarer. Werden wichtige politische Anweisungen – öffentliche Investitionen, Steuern, Arbeitsmarkt, Außenpolitik etc. betreffend – noch von den nationalen Regierungen gegeben oder steuern in Zeiten der Globalisierung längst international verflochtene Konzerne den Kurs? Warum braucht Griechenland ein Milliardenpaket nach dem anderen, wohin fließt das viele Geld? Überhaupt: Wer ist schuld an den ganzen Krisen, von den Banken über den Euro und die Flüchtlinge bis hin zu VW?

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Wir müssen reden: Rechtspopulismus in Europa

Daniela Kallinich | 17. November 2015

[präsentiert]: Daniela Kallinich über die Tagung „(Rechts-)Populismus in Europa – Gefahr für die Demokratie?“

Populismus, v.a. Rechtspopulismus, ist in den westeuropäischen Demokratien seit Längerem auf dem Vormarsch. Dies gilt seit dem Aufstieg von AfD und Pegida inzwischen auch für Deutschland, wo sich rechtspopulistische Parteien bislang nicht dauerhaft etablieren konnten. Gerade angesichts der Zuspitzung der Flüchtlingskrise und den damit verbundenen gesellschaftlichen Ängsten stellt sich die Frage nach dem Erfolg rechtspopulistischer Parteien nicht nur hierzulande umso dringlicher. Diesem Thema widmete sich die Tagung „(Rechts-)Populismus in Europa – Gefahr für die Demokratie?“, welche die Heinrich-Böll-Stiftung Hessen am 13./14. November 2015 in Frankfurt veranstaltet hat.

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Zwischen digital und analog: Zur Zukunft von Editionen

Teresa Nentwig | 10. November 2015

[präsentiert]: Teresa Nentwig über die Fachtagung des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen „Digitales Edieren im 21. Jahrhundert“.

„Analog ist seit Jahren out, zumindest für bestimmte Altersklassen.“ Unter anderem mit dieser Tatsache begründete der Präsident des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen, Frank Bischoff, die Online-Veröffentlichung der nordrhein-westfälischen Kabinettsprotokolle aus den Jahren 1946 bis 1980. Nachdem bislang lediglich zwei Bände der Edition, die Wahlperioden 6 und 7 (1966 bis 1975) betreffend, digital zur Verfügung gestanden hatten, wurden Anfang November dieses Jahres auch die Protokolle der Wahlperioden 1 bis 5 sowie 8 online gestellt.[1] Der Nutzer kann jedoch nicht nur die bloßen Kabinettsprotokolle, sondern u.a. auch Kurzbiografien der in den Dokumenten vorkommenden Personen aufrufen.

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