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INDES: Die Nullerjahre

Jöran Klatt, Michael Lühmann & Matthias Micus. | 14. November 2017

[präsentiert]: Die Ausgabe 3-2017 widmet sich den Nullerjahren.

Der Jahreswechsel des 31. Dezember 1999 zum 1. Januar 2000 – in die sogenannten Nullerjahre – verlief verblüffend gewöhnlich angesichts allerlei apokalyptischer Szenarien, die im Vorfeld beschworen worden waren. Sprach die Medienöffentlichkeit noch zuvor von den katastrophalen Folgen der Jahrtausendwende, so wachten die Menschen am ersten Januar doch in einer auffallend gleichen Welt auf, mit den gleichen Problemen und der gleichen Alltäglichkeit wie in den Jahren zuvor.

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Niedersachsen und die langen 1960er Jahre

Teresa Nentwig | 7. November 2017

[präsentiert]: Teresa Nentwig über die Tagung „Die ‚langen‘ 1960er Jahre in Niedersachsen und Bremen“.

Laut ihrer Satzung hat die im Jahr 1910 gegründete Historische Kommission für Niedersachsen und Bremen die Aufgabe, die Geschichte Nordwestdeutschlands interdisziplinär zu erforschen und für die historische Landesforschung einzutreten.[1] Sie verfügt derzeit über fünf Arbeitskreise, die in der Regel jeweils zweimal im Jahr eine öffentliche Tagung zu einem bestimmten Thema organisieren, um neue Forschungsergebnisse zu diskutieren und bekannt zu machen.[2] Der Arbeitskreis für die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts kam am 4. November 2017 im Historischen Museum Hannover zusammen, um sich mit dem Themenkomplex „Die ‚langen‘ 1960er Jahre in Niedersachsen und Bremen“ zu beschäftigen.[3]

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INDES: Europa ohne Idendität?

[präsentiert]: Ausgabe 2-2017 diskutiert das Europa in der Krise.

Der »Brexit«, die Entscheidungsblockade beim Handelsvertrag CETA, die Wahlerfolge von Rechtspopulisten bei Europawahlen, die Unfähigkeit der Gemeinschaft zu gemeinsamem Handeln in der Flüchtlingskrise – diese wenigen Stichpunkte genügen, um zu veranschaulichen, dass die Europäische Union und mit ihr die Idee eines geeinten Europa in einer tiefen Krise stecken. Statt auf eine weitere Vertiefung der Zusammenarbeit setzen viele Mitgliedsstaaten auf Renationalisierung, nicht zuletzt auch, weil sie sich damit und mit der Kritik an Europa im Bund mit relevanten Teilen ihrer Bevölkerungen wähnen. Und dennoch: Die Werte, Normen und Ideen Europas, und mit ihnen Europa selbst, büßen auf internationaler Ebene keineswegs an Attraktivität oder Bedeutung ein. Ganz im Gegenteil strahlen sie Anziehungskraft und Hoffnung aus.

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„Ich bin nicht der, für den ihr mich haltet.“

Viola Köster | 1. Juni 2017

[präsentiert]: Viola Köster über die Inszenierung des Stückes „Geächtet“ von Ayad Akhtar am Deutschen Theater in Göttingen[1]

Wie ging sie doch gleich, die Formel des American Dream? Vom Tellerwäscher zum Millionär – Du bist das, was Du sein willst! Und wenn Du es noch nicht bist, dann streng Dich gefälligst an, es zu werden – indem Du fest daran glaubst und (an Dir) arbeitest! Und wenn Du es dann immer noch nicht schaffst, dann bist Du was? Genau. Ein Loser. Ein Opfer der Verhältnisse. Ein hoffnungsloser Fall.

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INDES: Kirchen

Michael Lühmann & Matthias Micus | 17. Mai 2017

[präsentiert]: Ausgabe 1-2017 erkundet die Bedeutung von Kirchen für unsere Gesellschaft.

2017 jähren sich zum 500. Mal die Abfassung und Verbreitung von Martin Luthers berühmten 95 Thesen. Ob sie wirklich an das Hauptportal der Wittenberger Schlosskirche angeschlagen wurden, ist unter Historikern umstritten, kein Zweifel kann aber daran bestehen, dass sie eine große öffentliche Beachtung fanden und die Reformation auslösten. Um und über das nicht zuletzt durch Luther neu aufgesetzte Verhältnis von Politik, Macht und Kirche wird – wenn auch nicht nur und nicht allein – im Angesicht des Reformationsjubiläums in diesem Jahr gerungen.

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Geschlossen gegen das Patriarchat?

Christoph Hoeft | 10. März 2017

[präsentiert]: Christoph Hoeft über die „Feminist Four“ im Jungen Theater Göttingen

Auch mehr als hundert Jahre nach dem ersten Internationalen Frauentag ist der Kampf um Gleichberechtigung noch lange nicht gewonnen. Dies zeigt sich nicht nur in der häufig hasserfüllten Ablehnung, die Feminist*innen nach wie vor entgegenschlägt. Zusätzlich sieht sich der Feminismus gegenwärtig mit zwei besonderen Herausforderungen konfrontiert, welche die alten Grenzen zwischen Freund*in und Feind*in zu verwischen scheinen.

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INDES: 100 Jahre Links

Im April 2017 jährt sich zum hundertsten Mal das Gründungsdatum der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, kurz: USPD. Den meisten werden weder die Organisation noch das Kürzel sonderlich bekannt sein. Und dies, so kann man mit Blick auf die reinen Fakten sagen, mit einigem Grund. Schließlich bestand die Partei nur wenige Jahre, von 1917 bis 1931, als relevanter politischer Faktor hatte sie gar spätestens im September 1922 bereits zu existieren aufgehört, als in Nürnberg ihre Delegierten zusammen mit Vertretern der damals sogenannten Mehrheitssozialdemokratischen Partei Deutschlands (MSPD) bei einem gemeinsamen Parteitag die Wiedervereinigung beider Verbände zur – mit Blick auf die Namensgebung wenig originellen – Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (VSPD) vollzogen. Faktisch kam das der Rückkehr der Unabhängigen in die SPD gleich, nachdem erstere schon zwei Jahre zuvor, Ende 1920, durch den Übertritt der damaligen Parteimehrheit zur KPD einen Gutteil ihres Massenanhanges verloren hatten.

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Kann Late Night diese Welt noch retten?

Jan Philip Clooth | 3. November 2016

zur "Satire"-Reihe[präsentiert:] Jan Philip Clooth über die Ergebnisse einer eigens durchgeführten Studie zum Verschwimmen der Grenzen von „News“ und „Entertainment“ und das aufklärerische Potenzial von Satiresendungen

In wenigen Tagen ist es so weit: In den USA wird gewählt und die ganze Welt schaut hin. Doch während dem noch amtierenden Präsidenten und einstigen Wahlkämpfer Barack Obama in großen Teilen der Welt beinahe messianische Verehrung und damit einhergehend ebenso hohe Erwartungen entgegengebracht worden sind, zittert man diesmal rund um den Globus vor einem möglichen Präsidenten Donald Trump. Wie aber konnte es jemand in den USA zum Präsidentschaftskandidaten bringen, der schon vor Amtsantritt ganze Erdteile gegen sich aufgebracht hat und – keine Woche vor der Wahl – noch immer Chancen auf den Wahlsieg hat (trotz der Veröffentlichung seines „grab ’em by the pussy“-Videos[1])? Bei der Suche nach Antworten hilft ein Blick auf die die amerikanischen Late-Night-Shows.

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INDES: Nonkonformismus

Jöran Klatt & Matthias Micus | 1. November 2016

[präsentiert]: Die neue INDES-Ausgabe widmet sich dem Nonkonformismus.

»Sie lachen über mich, weil ich anders bin. Ich lache über sie, weil sie alle gleich sind«, sagte der Sänger Kurt Cobain, Frontmann der Band Nirvana. Cobain gilt heute als tragische Stilfigur. Er ist berühmt geworden als Gegenfigur, als Gegencharakter, als Gegenmusiker. Und auch wenn sein Zitat auf eine andere Wahrnehmung schließen lässt, so wurde er eben für dieses Dagegensein gefeiert und geliebt. Die kollektive Verehrung von Cobain gilt einer Ikone des Nonkonformismus. Das ist durchaus paradox, denn instinktiv würde eine andere Kausalität näherliegen. Gesellschaften, so lässt sich auch in sozialwissenschaftlichen Lehrbüchern nachlesen, sind zum Preis ihres Untergangs auf Regelbefolgung angewiesen. Abweichendes Verhalten hingegen zieht Sanktionen nach sich: von Statuseinbußen über soziale Kontaktabbrüche bis hin zu justiziablen Strafen.

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Über Negt

Katharina Trittel | 24. Oktober 2016

[präsentiert]: Katharina Trittel über die Lesung von Oskar Negts Autobiografie beim Göttinger Literaturherbst.

Oskar Negt hat ein Buch geschrieben über Oskar Negt. Eine Autobiografie, die sich nicht zuletzt mit der Frage beschäftigt, wie man eine solche schreibt. Wie spricht man über sich selbst, über das eigene Leben, über Erinnerungen und Selbstdeutungen?

Oskar Negt tut es mit einer entschiedenen, bewussten Distanz. Er schreibt über sein Leben aus einer Beobachterposition; er schreibt nicht von seinem Leben oder aus seinem Leben, sondern über sein Leben.

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