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Die Symbolik des Kniens: Der Kniefall von Warschau als geschichtspolitische Geste

Hannah Spille | 10. Juli 2020

[gastbeitrag]: Hannah Spille über den Kniefall von Warschau und den symbolischen Gehalt geschichtspolitischer Gesten

Willy-Brandt-Denkmal in Warschau © CreativeCommons-Lizenz by-sa-2.0-de

Das Knie zu beugen erfreut sich dieser Tage als Geste des Protestes gegen Rassismus großer Beliebtheit. Doch in Deutschland hat diese symbolträchtige Geste in einem anderen historischen Kontext ikonischen Charakter erlangt.

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Mal wieder die Juden…?

Johannes Sosada | 29. Juni 2020

[gastbeitrag]: Johannes Sosada analysiert die Verbindung von Antisemitismus und Verschwörungstheorien in der Corona-Krise

© Photo by Markus Spiske on Unsplash 

Das Corona-Virus als jüdischer Versuch die Weltbevölkerung zu minimieren, als eine von Israel gezüchtete Biowaffe oder Juden als millionenschwere Profiteure eines möglichen Impfstoffes – „Krudester Antisemitismus bricht sich Bahn[1]. Bereits Ende März, zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Corona-Pandemie, warnte Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus vor der Zunahme von Antisemitismus im Zuge der Corona-Krise. Auch das israelische Außenministerium warnte früh vor der Verbreitung judenfeindlicher Verschwörungstheorien: Deutschland belege nach den USA und Frankreich Platz drei der Länder, in denen die meisten antisemitischen Äußerungen zur Corona-Krise im Internet verbreitet würden.[2]

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Die Ukraine-Affäre – Wie sich der Traum von Trumps Watergate wieder einmal nicht erfüllte

Philipp Schröder | 7. April 2020

[Gastbeitrag]: Philipp Schröder über die Ukraine-Affäre und die Bewertung von präsidialen Regel- und Normverstößen in der amerikanischen Politik.

Donald Trump ist auf Lebenszeit „impeached“! So betonen es jedenfalls die Demokraten um Sprecherin Nancy Pelosi seit dem Ende des formal erfolglosen Amtsenthebungsverfahrens gegen den US-Präsidenten. Nachdem verschiedene Medien in Deutschland und den USA im Laufe seiner erster Amtszeit immer wieder Trumps Watergate heraufbeschworen, blieb dieses jedoch einmal mehr aus. Gemessen an der Schwere der Verfehlung und dem im Weißen Haus vorherrschenden Grad an Korruption erscheint dies aus nicht-amerikanischer Perspektive beinahe verwunderlich. Wie konnte sich Trump also trotz seines Fehlverhaltens in der Ukraine-Affäre der Überwachung des amerikanischen politischen Systems und einer Verurteilung entziehen?

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Nie mehr »Nett twerken«!

Nicole Morasch | 4. Februar 2020

[crosspost]: Nicole Morasch über Rapperin und Sprachwissenschaftlerin Reyhan im Gespräch mit Pornowissenschaftlerin Madita Oeming und einen inspirierenden Abend voller Identitätsbrüche und Wortneuschöpfungen

Wie an Kaltwachsstreifen zieht sie an den Schichten ihrer Persona, entblößt Wahrheitsstellen auf nackter Haut, die wehtun und schmerzen – eine Notwendigkeit für Emanzipation und Empowerment, ganz anders als zweifelhafte Ideale von Körperbehaarung. Reyhan Şahin aka Dr. Bitch Ray, bekannt als debattenprovozierende Rapperin, promovierte Sprachwissenschaftlerin und Autorin ist mit ihrem gesellschaftspolitischen Sachbuch Yalla, Feminismus! auf Lesungstour. Am 10. Januar 2020 befüllt und bereichert sie das Göttinger Alte Rathaus mit einem diversen Publikum und ihren Sprechkünsten. Şahin führt anhand ihrer Biografie, ihren Erfahrungen und sozialen Kreisen durch Lebenswelten, die auf den ersten Blick unvereinbar erscheinen. Eine muslimische Sex-Rapperin mit Doktortitel? Das schreit geradezu nach einer Projektionsfläche für Ängste aller Art.

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Der Gläserne Mensch – wie wir unsere Selbstbestimmung selbstbestimmt abgeben

 | 18. Dezember 2019

[gastbeitrag]: Maximilian Schnuch über Big Data und die individuelle Selbstpreisgabe von Daten.

Innenansicht des Presidio Modelo, ein Gefängnis in Form eines Panopticon, Quelle: I, Friman, Presidio-modelo2, CC BY-SA 3.0

Vor einigen Jahren gab es einen Trend auf Facebook in Deutschland. UserInnen posteten auf der Plattform das Statement: „Aufgrund der neuen AGBs in Facebook widerspreche ich hiermit der kommerziellen Nutzung meiner persönlichen Daten (Texte, Fotos, persönliche Bilder, persönliche Daten). Die kommerzielle Nutzung bedarf ausdrücklich meiner schriftlichen Zustimmung.“[1] Hätte Mark Zuckerberg davon erfahren, er hätte sich wohl köstlich amüsiert. Facebook erzielte im Jahr 2017 einen Umsatz von 41 Mrd. US-Dollar, und das obwohl Facebook völlig kostenfrei für jedeN NutzerIn zur Verfügung steht. Völlig kostenfrei? „If you are not paying for it, you’re not the customer; you’re the product being sold.“

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(Meinungs-)Klima auf Twitter

Mira Boler | 29. November 2019

[gastbeitrag]: Mira Boler analysiert die Polarisierung der Twitterdebatte während des Klimastreiks 2019

Plakat beim globalen Klimastreik, 20.9.2019 in Berlin, Foto: Pauline Höhlich

Durch ihre wöchentlichen Demonstrationen und starke Präsenz der Fridays for Future-Bewegung in den Medien erzeugte das Thema Klimawandel in diesem Jahr viel Echo – darunter Zustimmung und Gegenwind.

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Der zensierte Bär

Sebastian Belitz | 8. November 2019

[analysiert]: Sebastian Belitz über Chinas Einfluss auf die westliche Popkultur

Kein Visum für den Bären. Quelle: Loren Javier Meeting Winnie the Puuh, by CC BY-NC-ND 2.0

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Die Sozialdemokratie auf ihrer „klapprigen Rosinante“

Manuel Theophil | 12. Juli 2019

[gastbeitrag]: Manuel Theophil empfiehlt der SPD die umstrittene Interpretation des demokratischen Sozialismus durch Kevin Kühnert ernst zu nehmen und sich auf älteste Prinzipien zu besinnen

Kevin Kühnert denkt über vermeintliche Grenzen hinaus              Foto: Niklas Schröder

Viele Reaktionen auf Kevin Kühnerts Nachdenken über einen demokratischen Sozialismus waren in ihrer Dürftigkeit vorhersehbar. Von „grobe[m] Unfug“[1] war in den eigenen Reihen die Rede (Johannes Kahrs); man solle den Juso-Vorsitzenden am besten gleich aus der Partei ausschließen (Michael Frenzel). Die konservative Seele vieler Unions-Politiker scheint ohnehin aufs Schäumen konditioniert zu sein, wenn eine Idee über das politische Tagesgeschäft hinausreicht.

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FDP: Fortschritt oder Besitzstandswahrung?

Michael Freckmann | 20. Mai 2019

[gastbeitrag]: Michael Freckmann über das ambivalente Verhältnis der FDP zu Fortschritt.

Bild von Kevin Schneider auf Pixabay.

Die FDP prägt ein eigentümliches Verhältnis zu gesellschaftlichem Wandel. Im Bundestagswahlkampf 2017 bezeichnete sich die Partei selbst plakativ als „Fortschrittbeschleuniger“. Daran anknüpfend warnte Parteichef Lindner auf dem Bundesparteitag im April 2019 vor „Pessimismus und Panik“ der anderen Parteien und steht dabei durchaus in der liberalen Tradition: Schon der FDP-Vordenker Ralf Dahrendorf postulierte 1983, die liberalen Wähler dürften vor allem nicht „Verfechter des Status Quo“[1] sein. Und dennoch zeigt sich seit den Anfängen des deutschen Liberalismus bis in die Gegenwart hinein ein deutliches Spannungsverhältnis zwischen Fortschrittsoptimismus und Besitzstandswahrung bei den Liberalen. Dies wird auch in gegenwärtig geführten Debatten um Mobilität, Wohnen und dem Klimawandel deutlich.

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Polemik als Entlarvungsstrategie

Amelie May | 18. April 2019

[gastbeitrag]: Amelie May über rhetorische Spezifika der Gattung Kolumne und ihre Funktion innerhalb gesellschaftlicher Diskurse am Beispiel von Margarete Stokowski.  

Was Journalismus alles leisten könne und solle, darüber gibt es viele Debatten, die teilweise mit der Forderung nach einer objektiven Berichterstattung verbunden sind. Viele sehnen sich nach wie vor nach einer wahrheitsschaffenden Instanz, an deren Fakten man sich orientieren könnte, und manche Medienschaffende scheinen in Abgrenzung zu den sogenannten Massenmedien genau diesen Wunsch nach klarer Orientierung zu erfüllen. Auf der anderen Seite stehen aber Journalist*innen, die die Möglichkeit dieses scheinbaren Versprechens nach Objektivität in ihrem Absolutheitsanspruch völlig negieren. Anhand des Fälschungsskandals um den Journalisten Claas Relotius lassen sich diese beiden Pole bestens nachvollziehen, denn er provozierte natürlich die Frage nach der Glaubwürdigkeit von Journalismus und damit verbunden auch die Debatte um Objektivität. Fordert Jörg Kürschner in der Jungen Freiheit ein Rückbesinnen „auf die bewährten Grundsätze des objektiven Journalismus“[1], setzt sich Stephan Hebel kritisch mit ebendiesen Forderungen auseinander. Der Fall Relotius verstoße zwar eindeutig gegen das journalistische Sorgfaltsgebot, die Debatte um einen objektiven Journalismus jedoch sei hinfällig, da kein*e Journalist*in absoluten Wahrheiten produzieren könne.[2]

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