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AfD Sachsen-Anhalt: Zwischen Partei und Bewegung

Alexander Hensel | 17. September 2018

[analysiert]: Alexander Hensel über Entwicklung der AfD-Landespartei in Sachsen-Anhalt und ihren Landesparteitag in Dessau.

Das Gewerbegebiet von Dessau-Roßlau ist am Sonntagmorgen fast menschenleer. Hier trifft sich die AfD Sachsen-Anhalt am 9 September 2018 auf dem von hohen Mauern geschützten Gelände des „Golfparks Dessau“ zum Landesparteitag. Von der Gegendemonstration in der Fabrikeinfahrt auf der anderen Straßenseite ist im Veranstaltungssaal kaum etwas zu hören. Hier findet sich bis zum Mittag mit rund 300 Akkreditierten ein knappes Drittel der AfD-Mitglieder Sachsen-Anhalts ein. Auf der Tagesordnung steht die Wahl von Delegierten zur Europawahlversammlung der Bundespartei im November. Trotz heftiger interner Turbulenzen in den vergangenen Monaten ist die Stimmung bemerkenswert ruhig. Offene Konfrontationen werden weitgehend umschifft, der Ruf nach Einigkeit ist die Losung. Zugleich zeigt sich eine Balance zwischen notwendiger Professionalisierung der Partei und Fortführung der Bewegungspolitik.

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„Frankreich ist zurück“

Anne-Kathrin Meinhardt | 25. Juli 2018

[analysiert:] Anne-Kathrin Meinhardt über Frankreich nach dem ersten Jahr unter Präsident Macron

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos Anfang 2018 erklärte Emmanuel Macron „La France est de retour“. Nach Jahren der politischen und wirtschaftlichen Schwäche soll es Frankreich nun wieder besser gehen. Macron meint, dass sich sein Land wirtschaftlich stabilisiert habe und nun – insbesondere auf internationaler Ebene – attraktiv für Investitionen sei. Seit gut einem Jahr regiert er Frankreich und erregt die Aufmerksamkeit der Medien, nicht nur für seine vielen politischen Vorhaben und Umsetzungen, sondern auch, weil er vieles anders zu machen scheint. Wo aber steht das Land heute, ein Jahr nach seinem Amtsantritt?

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Zwischen Minarett und Kommentarspalte. Die Auslegung rechter Proteste in virtuellen Parallelräumen

 | 23. Juni 2018

[analysiert]: Niklas Schröder und Niklas Knepper haben eine AfD-Kundgebung besucht und deren Resonanz in virtuellen Parallelöffentlichkeiten nachgespürt.

 

„Fehnbau[1] statt Moscheenbau!“ hieß es bei einer Kundgebung am 10. Juni im niedersächsischen Papenburg. Eingeladen hatte die Alternative für Deutschland (AfD), unterstützt wurde der Aufruf von einer Initiative mit Namen Frauenmarsch Niedersachsen. Obwohl nur wenig einheimisches Publikum erreicht wurde, die Reden selten mehr als Szenenapplaus hervorriefen und eine Gegenveranstaltung wenige Straßen weiter wesentlich erfolgreicher mobilisierte, hat die Veranstaltung die gewünschte Wirkung erreicht – wenn nicht auf der Straße, so doch im Netz.

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Die Partei des Gewinners

Florian Schmidt | 15. Juni 2018

[analysiert]: Florian Schmidt über die schwachen Strukturen amerikanischer Parteien und die unerwartete Transformation der Republikaner unter der Präsidentschaft Trumps.

Im Oktober 2012 sah alles noch ganz anders aus. Barack Obama war gerade wiedergewählt worden und die Demokraten hatten Grund zu feiern, auch wenn der Wahlsieg knapper ausgefallen war als noch 2008.[1] Die Republikanische Partei dagegen lag auf Bundesebene am Boden. Zwar hatten Kommentatoren und politische Beobachter schon seit längerem darüber diskutiert, doch nach dem Scheitern Mitt Romneys schien sich die Position als Konsens zu etablieren: Der demographische Wandel würde es den Republikanern in ihrer jetzigen Verfassung in Zukunft unmöglich machen, Präsidentschaftswahlen zu gewinnen.

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Rachel Dolezal – Eine weiße Frau mit schwarzer Identität

Pauline Höhlich | 12. Juni 2018

[analysiert]: Pauline Höhlich über die Grenzen und Möglichkeiten individueller Identitätskonstruktion

Es war einmal eine weiße Frau, die so sehr schwarz sein wollte, dass sie es der amerikanischen Welt glauben machen konnte und sich dabei bis an die Spitze der amerikanischen Bürgerrechtsorganisation National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) in Spokane im US-Bundestaat Washington arbeitete. Man kannte und respektierte sie für ihre Arbeit als Bürgerrechtsaktivistin. Nebenbei lehrte die Frau an der Eastern Washington University an der Fakultät für Afrikanische Studien, unter anderem zu Themen wie „The Black Woman’s Struggle“[1]. Eines Tages führte sie ein Interview mit einem Lokalreporter in der Annahme, über mutmaßlich gegen sie gerichtete Hassverbrechen zu sprechen. Dann fragte der Reporter unvermittelt, ob sie afroamerikanisch sei. Ihre Mimik erstarrte. „Your parents, are they white?“, bohrte der Reporter unerbittlich weiter.[2] Die Frau brach das Interview ab und flüchtete. Kurze Zeit später gingen ihre Eltern an die Öffentlichkeit. Sie enthüllten via Familienfotos, dass die damalige Lokalvorsitzende des NAACP einst ein hellhäutiges, blondes Mädchen mit Sommersprossen gewesen war, in Montana aufwuchs und eine pathologische Lügnerin sei.

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Die Intellektuellen in Frankreich

Teresa Nentwig | 2. Mai 2018

[analysiert]: Teresa Nentwig über das gegenwärtige Engagement der Intellektuellen jenseits des Rheins

In der deutschen Medienöffentlichkeit spielten Intellektuelle zuletzt kaum eine Rolle. Anders ist es in Frankreich, wo sich Intellektuelle seit mehreren Monaten häufig zu unterschiedlichen Themen zu Wort melden. Zum einen wollen sie damit auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam machen. Zum anderen geht es ihnen darum, die Politik von Staatspräsident Emmanuel Macron und der Regierung unter Premierminister Edouard Philippe zu kritisieren.

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„Wir haben es in den Universitäten!“ – Antifeminismus in der Rechten

Urte Poppinga | 25. April 2018

[analysiert]: Urte Poppinga über den Vortrag „Antifeminismus in der radikalen und extremen Rechten“ von Prof. Ursula Birsl[1]

Was hat der Anschlag Andreas Breiviks 2011 in Norwegen, bei dem 77 Menschen ums Leben kamen, mit dem Phänomen des Antifeminismus zu tun? Was bewegt einen Menschen mit rechter Weltanschauung dazu, 77 Besucherinnen und Besucher eines Ferienlagers der Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei, darunter vor allem Kinder und Jugendliche, im Namen des Christentums umzubringen? Breivik erklärt sich selbst in seinem Manifest „2083: A European Declaration of Interdependence“[2] zum Tempelritter auf Kreuzzug im Kampf gegen Multikulturalismus, Islam und Feminismus. Doch erst jetzt, über sechs Jahre nach der Tat, startet–so stellt Prof. Birsl in ihrem Vortrag über Antifeminismus in der Rechten zu Beginn fest–langsam die öffentliche Debatte über das antifeministische Motiv, während die Islamophobie Breiviks, stellvertretend für die „der Rechten“, bereits breit ausdiskutiert worden ist.

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Automatisierte Wahlkampfhelfer

Chantal Stahl | 31. März 2018

[analysiert]: Chantal Stahl über den Einsatz von Social Bots im Wahlkampf der AfD

Hillary Clinton sei der Kopf eines Kinderpornorings, der in einer Pizzeria in Washington agiere.[1] Was für die meisten höchst zweifelhaft klingen dürfte, stieß durch eine starke Medienpräsenz während des US-Wahlkampfes 2016 durchaus auf Glaubwürdigkeit in der Bevölkerung.[2] Dies ging sogar so weit, dass besagte Pizzeria von einem bewaffneten Mann gestürmt wurde, der die dort gefangenen Kinder befreien wollte. Verantwortlich dafür sind sogenannte Social Bots, die diese Verschwörungstheorie während des Wahlkampfes zwischen Clinton und Trump unter dem Hashtag #pizzagate in den Sozialen Medien verbreitet haben.[3]

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Zeitgemäße 80er: Die Netflix-Serie „Stranger Things“

Jöran Klatt | 5. Februar 2018

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[analysiert]: Jöran Klatt über die Netflix-Serie „Stranger Things“

November 1983, in der fiktiven Kleinstadt Hawkins, Indiana: Der zwölfjährige Will Byers ist verschwunden. Die Polizei, seine Familie und Freunde sowie zahlreiche Bewohner_innen von Hawkins machen sich auf die Suche, aber von Byers ist keine Spur zu finden. Könnte das mysteriöse Hawkins-Laboratorium etwas mit dem Verschwinden des Jungen zu tun haben? So beginnt die Geschichte von „Stranger Things“, einer Eigenproduktion des Streamingdienstes Netflix. Geschaffen wurde sie von den Zwillingsbrüdern Matt und Ross Duffer. Die erfolgreiche Serie bespielt geschickt den Zeitgeist – und zwar nicht nur der 1980er Jahre, sondern auch unserer Gegenwart.

Der Erfolg der Serie wird oftmals damit erklärt, dass sie uns auf angenehme Art und Weise in die Welt der 1980er Jahre entführe – dass der Erfolg also in einem derzeit allgemein populären Retrotrend begründet liege. Zweifellos: In vielen popkulturellen Erscheinungen dieser Tage wird versucht, die 1980er Jahre wiederaufzuerstehen zu lassen. So auch in „Stranger Things“. Die Generation der in den Siebzigern und Achtzigern Geborenen, zu der auch Matt und Ross Duffer selbst gehören, ist nun erwachsen und blickt nostalgisch auf die eigene Kindheit zurück. Allein die Präsenz von typischen Frisuren der Achtziger und Neunziger, die Erinnerung an heißgeliebte Filme, Spielzeuge jener Jahrzehnte usw. scheinen heutzutage eine Art kulturindustrielle Generationen-Dienstleistung zu sein. Wenig verwunderlich also, dass die Hauptfiguren der Serie selbst Kinder sind – Wills Freunde. Mit ihnen erleben wir die Ereignisse in Hawkins und ihre Versuche, den Verbleib des Jungen aufzuklären.

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Seit sieben Jahren im Chefsessel des Front National

Anne-Kathrin Meinhardt | 20. Januar 2018

[analysiert]: Anne-Kathrin Meinhardt zur politischen Karriere Marine Le Pens.

Kürzlich, im Januar 2018, fand der Jahrestag ihrer Wahl zur Parteivorsitzenden zum siebten Mal statt: Seit dem 15. Januar 2011 ist Marine Le Pen Chefin des französischen Front National (FN). Als historisch erst zweite Person an der Parteispitze hatte sie ihren Vater, den Parteigründer Jean-Marie Le Pen, per Wahl abgelöst. Grund genug, genauer hinzusehen: Wie hat Marine Le Pen es geschafft, den Chefsessel zu erklimmen und dort bis heute zu bleiben?

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