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Ränkespiele zweier Serien (2): Game of Thrones

Jöran Klatt | 24. Mai 2016

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[analysiert]: Jöran Klatt über den Realismus von „Game of Thrones“

Ein Blick in die fantastische Welt, in der „Game of Thrones“ spielt, zeigt uns zunächst scheinbar eine ähnlich düstere Szenerie wie „House of Cards“. In der Serie ringen sieben Köngshäuser um die Hegemonie des fiktiven Kontinents Westeros. Das „Lied von Eis und Feuer“, wie die literarische Grundlage heißt, lässt beinahe jeden liebgewonnenen Charakter riskant leben. Zahlreich fallen Hauptcharaktere und Sympathieträger, meist und zuerst jene, die sich durch moralische Tugenden auszeichneten und diesen erliegen. Auch für „Game of Thrones“ scheint also die Mode des Düsteren zu gelten, die die moderne Popkultur durchdringt. Und auch das Gütekriterium der realistischen Politikdarstellung wird für „Game of Thrones“ angeführt. Obgleich die Serie angesiedelt ist in einer fantastischen Anderswelt, Drachen, Magie und Fabelwesen zwar nicht die zentrale, aber eben doch eine Rolle spielen, zeige sie uns doch ebenso „Dinge, die uns näher stehen, als uns lieb ist“, handele sie gar von dem, was Niccolo Macchiavelli in seinem „Fürst“ beschrieben hat.[1]

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US-Wahl16: Donald Trump und der amerikanische Konservatismus

Alex Hensel | 19. Mai 2016

Banner 04-2016 USA-Reihe[präsentiert]: Interview mit David W. Farber über Donald Trump, die Tradition des amerikanischen Konservatismus und die republikanische Partei

Donald Trump steht für eine neue Art von Konservatismus, dennoch ist er ein Konservativer: Auf diese Weise ordnet David W. Farber, Professor für Geschichtswissenschaft an der Universität Kansas, das durchaus ungewöhnliche politische Profil des voraussichtlichen republikanischen Präsidentschaftskandidaten ein. Im Video-Interview skizziert er die längerfristigen Entwicklungen des amerikanischen Konservatismus und erklärt, wie Trump sich in diese Tradition einfügt. Farber hält heute (19.05.2016, 18 Uhr, Alte Mensa) den zweiten Vortrag in unserer Veranstaltungsreihe zu den US-Wahlen 2016 mit dem Titel „American Conservatism: Fear and Anger in the Making of the Modern Republican Party“.

Video: Robert Müller-Stahl, Christoph Hoeft, Alex Hensel

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Ränkespiele zweier Serien (1): House of Cards

Jöran Klatt | 17. Mai 2016

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[analysiert]: Jöran Klatt über die Spieltheorie in der Politikserie „House of Cards“

Zwei der beliebtesten und erfolgreichsten Literaturverfilmungen unserer Zeit nutzen das Serienformat: der Politthriller „House of Cards“ und das (nicht minder politische) Fantasy-Epos „Game of Thrones“. Beide werden oft als besonders realistisch beschrieben: „Game of Thrones“, zwar ein fantastisches Märchen, zeichne glaubwürdige Charaktere und sei näher an den tatsächlichen Verhältnissen des Mittelalters als viele Historiendarstellungen zuvor. „House of Cards“ hingegen stelle die realen Niederungen des politischen Systems besonders wirklichkeitsgetreu dar. Realismus ist somit eines der Gütekriterien, die für beide Serien immer wieder angeführt werden.

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US-Wahl16: Wahlkampf in Zeiten des Unbehagens

Alex Hensel | 12. Mai 2016

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[präsentiert]: Interview mit Ronald Brownstein über Stand und Hintergrund des US-Wahlkampfes

Ronald Brownstein (The Atlantic) hat gestern mit einem fulminanten Vortrag unsere Reihe zu den Präsidentschaftswahlen in den USA in der Göttinger Paulinerkirche eröffnet. Darin analysierte er, wie langfristige gesellschaftliche Entwicklungen den aktuellen Wahlkampf prägen. Im Video-Interview (auf Englisch) erklärt Brownstein, warum die Demokraten immer stärker werden und welche Auswirkungen die Kandidatur von Donald Trump auf die republikanische Partei hat.


Redaktion: Dr. Torben Lütjen; Technik: Christoph Hoeft, Robert Mueller-Stahl, Alex Hensel

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Politik als Unterhaltung

Katharina Rahlf | 10. Mai 2016

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[analysiert]: Katharina Rahlf über die Eigenschaften von und den Umgang mit Politikserien

Wissenschaftler schauen Politikserien. Das mag zunächst nach einer arg unverblümten Rechtfertigung dafür klingen, die eigene Freizeitbeschäftigung aufzuwerten bzw. die Arbeitszeit möglichst angenehm zu verbringen. Schließlich handelt es sich dabei, der verbreiteten Ansicht nach, doch um kommerzielle Unterhaltungsprodukte, die zum „passiven Konsum“ gedacht sind. Nach wie vor wird dieser Unterschied zwischen Hoch- und Pop(ulär)kultur hochgehalten: „Meisterwerke der Renaissancemaler“, Symphoniekonzerte, epische „große“ Romane oder wenigstens „Filmklassiker“, mindestens sechzig Jahre alt, in schlechter Ton- und Bildqualität und mit „ernstem“ Inhalt – sie mögen zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung taugen; TV-Serien hingegen: Ist das nicht allzu leichte Kost?

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FDP: Altliberale oder neobürgerliche Akademiker?

Michael Freckmann | 6. Mai 2016

[analysiert]: Michael Freckmann über erfolglose organisatorische Modernisierungsversuche bei der FDP.

Im vergangenen Jahr lautete der Slogan „German Mut“, in diesem Jahr „Beta Republik Deutschland“. Auf ihren Parteitagen gebärdet sich die FDP modern; doch wer soll damit eigentlich angesprochen werden? Die jungen mobilen Bürgerlichen? Die Start-Up-Gründer, jungen Selbstständigen und globalen Trendsetter in den deutschen Metropolen? Gegenwärtig sind die stärksten Unterstützer der Partei jedenfalls die über Sechzigjährigen. Darüber hinaus sind die Freien Demokraten eine Partei der Akademiker und zunehmend für Hochgebildete. Welche Spannungen ergeben sich für die FDP aus dieser Situation?

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Ver.di: Vorsichtiger Optimismus am 15. Geburtstag

Christoph Hoeft | 3. Mai 2016

[nachgefragt]: Patrick von Brandt über den Geburtstag der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di vor 15 Jahren und die aktuellen Herausforderungen.

Vor 15 Jahren schlossen sich fünf Einzelgewerkschaften zur Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di zusammen. Damals erhoffte man sich, durch die Fusion das  „Konkurrenzdenken unter Gewerkschaften“ im Dienstleistungssektor beenden zu können. Hat sich diese Hoffnung erfüllt?

Von Brandt: Ein Stück weit ja. Zumindest ist es den fünf sogenannten Quellgewerkschaften von ver.di gelungen, durch die Fusion Ressourcen zu bündeln und somit Konkurrenz, unnötige Doppelarbeit, Doppelstrukturen, doppelten Ressourcenverbrauch zu überwinden. Zum Beispiel gab es früher zwei konkurrierende Gewerkschaften im öffentlichen Dienst, die Deutsche Angestelltengewerkschaft DAG und die ÖTV. Diese Spaltung ließ sich tatsächlich überwinden. Es gibt aber natürlich weiterhin Konkurrenz zwischen ver.di und anderen Verbänden. Und auch innerhalb des DGB wird weiter gerungen um die richtige Politik; da gibt es durchaus unterschiedliche Interessen und z.T. auch Konkurrenz. Die unterschiedlichen Interessen und politischen Forderungen sind auch Folge der unterschiedlichen ökonomischen Bedingungen der Branchen: So ist die Dienstleistungsbranche abhängig von der Binnennachfrage, ganz anders die exportorientierte Industrie …

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25 Jahre ARTE: (K)eine europäische Öffentlichkeit

Anne-Kathrin Meinhardt | 28. April 2016

[kommentiert]: Anne-Kathrin Meinhardt über die Gründung und Wirkung des Senders ARTE.

Sich selbst präsentiert ARTE als „der öffentlich-rechtliche europäische Kulturkanal“[1]. Mit der Gründungsidee, einen europäischen Fernsehsender zur Bildung einer gemeinsamen Öffentlichkeit zu schaffen, entstand ARTE im April 1991. Was ist jedoch aus dieser 25 Jahre alten europäischen Idee geworden?

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TTIP: „Sorry for the inconvenience, Mr. President!“

Hannes Keune | 26. April 2016

[kommentiert]: Hannes Keune über die Stop-TTIP-Proteste in Hannover.

Kurz vor Barack Obamas voraussichtlich letztem Deutschland-Besuch erinnerte die Frankfurter Allgemeine Zeitung  an den Beginn der Beziehung zwischen dem mächtigsten Mann der Welt und der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, der als äußerst „kühl“ wahrgenommen worden war. Mittlerweile, so die FAZ, könne man das Treffen der beiden hingegen als eines von „Seelenverwandten“[1] betrachten. Das Verhältnis der bundesdeutschen Öffentlichkeit zum ersten schwarzen US-Präsidenten nahm allerdings den genau entgegengesetzten Weg: Hatten 2008 noch Hunderttausende dem damaligen demokratischen Anwärter auf das Präsidentschaftsamt in Berlin zugejubelt und wohl unerfüllbare Hoffnungen in den „europäischsten“ aller US-Präsidenten gesetzt – insbesondere, weil sie in ihm ein „Gegenbild“ zum „burschikosen“[2] Brecher des Völkerrechts, George W. Bush, sahen –, wird Obama zum Ende seiner Amtszeit reserviert empfangen. Dass dem so ist, hat viel mit enttäuschen Hoffnungen, seit gut zwei Jahren aber v.a. mit TTIP und vergleichbaren Freihandelsabkommen wie CETA und TISA zu tun.

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FDP-Fraktionen: Freidemokratische Doktorandenkolloquien

Felix Butzlaff und Michael Freckmann | 21. April 2016

[analysiert]: Michael Freckmann und Felix Butzlaff über die Zusammensetzung der vier neuen Landtagsfraktionen der FDP.

Nach vier erfolgreichen Wahlen ist bei den deutschen Liberalen wieder politische Morgenluft zu spüren. Zusätzlich zu den bestehenden Fraktionen in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen konnten sie bei den vergangenen Landtagswahlen nach ihre Fraktionen in Hamburg und Baden-Württemberg vergrößern und in Bremen und Rheinland-Pfalz in die Parlamente zurückkehren. Allein die bloße Existenz dieser Fraktionen unterstreicht mit Blick auf die verlorene Bundestagswahl 2013 eindrucksvoll die positive Zwischenbilanz des Parteichefs Christian Lindner und dessen Postulat einer freidemokratischen Erneuerung. Freilich tauchen gleichzeitig neue Fragen auf: Haben sich die FDP-Fraktionen während Lindners Amtsperiode in ihrer sozio-strukturellen Zusammensetzung verändert? Inwiefern sind die Abgeordneten in Hamburg, Bremen, Mainz und Stuttgart charakteristisch für eine „Lindner-FDP“ – und wie sähe eine solche überhaupt aus?

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