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Partizipation von Kindern und Jugendlichen

Yvonne Blöcker | 24. November 2016

[gastbeitrag]: Yvonne Blöcker mit einem Blick auf den gesetzlichen Rahmen der Beteiligung von Kindern.

Seit einigen Jahren ist die Partizipation von Kindern und Jugendlichen in Gesellschaft und Politik immer wieder ein Thema – z.B. wenn es darum geht, Kinder und Jugendliche in der Schule oder bei der Gestaltung eines Spielplatzes zu beteiligen, damit sie an politische und demokratische Prozesse herangeführt werden. Kinder und Jugendliche werden somit als handlungsfähige Subjekte verstanden, die ihre Lebenswelt mitgestalten können. Der gesetzliche Rahmen für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen müsste daher eigentlich vergleichsweise umfassend ausfallen. Doch dem ist nicht so; bereits 2009 stellte das Kinderhilfswerk fest, dass hier Handlungsbedarf bestehe.[1] Deshalb soll in diesem Beitrag ein Blick auf das Kinder- und Jugendhilfegesetz sowie auf die Niedersächsische Gemeindeordnung geworfen werden: Wie ist Partizipation von Kindern und Jugendlichen gesetzlich geregelt?

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Emmanuel Macron: parteilos = erfolglos?

Anne-Kathrin Meinhardt | 22. November 2016

[analysiert]: Anne-Kathrin Meinhardt über die Erfolgschancen von Emmanuel Macron bei den französischen Präsidentschaftswahlen 2017

Bereits seit zwei Jahren sind in Frankreich Medienstimmen vernehmbar, die Emmanuel Macron zutrauen, bei den kommenden Präsidentschaftswahlen den amtierenden Präsidenten François Hollande herauszufordern und sogar zu übertreffen. Seit Mittwoch letzter Woche steht fest: Emmanuel Macron tritt als parteiunabhängiger Kandidat bei den französischen Präsidentschaftswahlen im Frühjahr 2017 an. Damit reiht sich der erst 38 Jahre junge Macron in eine Reihe von Präsidentschaftskandidaten ein, die versucht haben, ohne eine Partei im Rücken das höchste politische Amt Frankreichs zu erringen. Wer also ist Macron und wie stehen seine Erfolgschancen?

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Die Erste Große Koalition 1966

Otto-Eberhard Zander | 17. November 2016

[gastbeitrag]: Otto-Eberhard Zander über den Regierungsverlust der CDU.

„Den bringe ich noch auf Null“[1], soll Konrad Adenauer im Jahre 1963 in seinem Urlaubsort Cadenabbia am Comer See zu Besuchern gesagt haben, die den noch amtierenden Bundeskanzler darauf hingewiesen hatten, dass Ludwig Erhard in sämtlichen Umfragen zur Kanzlernachfolge noch immer an der Spitze liege. Zwar gelang Adenauer nicht, die Wahl des ungeliebten Nachfolgers im Amt des Bundeskanzlers zu verhindern; allerdings erlebte er im Herbst 1966, wenige Monate vor seinem Tod am 19. April 1967, noch das Ende der christlich-liberalen Regierung aus CDU und FDP unter ebenjenem Bundeskanzler Ludwig Erhard und die Bildung der ersten Großen Koalition unter Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger und Vizekanzler Willy Brandt.

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Protest: Durch staatliche Gewalt befeuert

Pauline Höhlich | 15. November 2016

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[analysiert]: Pauline Höhlich über die Entwicklung der Anti-AKW-Bewegung

Heutzutage sind Proteste im Namen der Umwelt vollkommen etabliert. Das zeigte zuletzt etwa der Widerstand gegen TTIP und CETA: Gegen die Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada gingen am 17. September 2016 bundesweit etwa 320.000 Menschen in sieben deutschen Großstädten, darunter Berlin, Frankfurt am Main und Köln, auf die Straße. Zu den Protesten hatten unter anderem Umweltschutz- und Verbraucherschutzorganisationen, Gewerkschaften sowie Grüne und Linkspartei aufgerufen, da sie ökologische und soziale Standards bedroht sehen. In Köln und Hannover beteiligten sich auch zahlreiche Landwirte mit ihren Traktoren – ein Bild, das an vergangene Anti-AKW-Proteste erinnerte. Dass sich Bürger und Bürgerinnen für die Umwelt einsetzen und grüne Parteien und Strömungen in der Politik existieren, ist mittlerweile eine Selbstverständlichkeit. Wie aber kam es dazu?

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Von „House of Cards“ bis „Game of Thrones“ (Teil 2)

Katharina Rahlf | 13. November 2016

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[kommentiert]: Katharina Rahlf berichtet von einer Tagung über Politik im Fernsehen.

Ob der Fülle einer dreitägigen Tagung mit mehreren parallelen Panels wäre eine Wiedergabe sämtlicher Beiträge sicherlich eine etwas ermüdende Lektüre.[1] Stattdessen sei hier auf zwei Höhepunkte hingewiesen: Elisabeth Bronfen sprach über „The Americans“ – eine in den 1980er Jahren spielende Serie über zwei KGB-Spione, die als Ehepaar getarnt in den USA leben und nach außen die perfekte typisch amerikanische Familie abgeben. Bronfens Beobachtungen und Analysen – dicht, präzise und der gelungenen Mischung aus Enthusiasmus und forscherischer Distanz entsprungen – zeigen, wie erkenntnisfördernd die Auseinandersetzung mit vermeintlich „einfacher“, popkultureller Kost sein kann: Da ist zum einen die „Double Time“: In Serien, die in früheren Jahrzehnten spielen, aber heute gedreht worden sind, werde „die Vergangenheit immer durch die Linse der Gegenwart betrachtet“ – als Zuschauer(in) unternehme man ein „Gedankenexperiment“ und frage, was „die spezielle Periode einem jetzt noch zu sagen [hat]“. Denn: Beileibe handele es sich nicht um reine Geschichtslektüre, sondern solche Darstellungen „sagen mindestens so viel über heute wie über damals“ aus. Zum anderen, und das mag gerade in diesem Präsidentschaftswahljahr besonders interessant sein, komme in „The Americans“ eine US-spezifische Culture of Paranoia subtil zum Vorschein: Die allgegenwärtige Bedrohung lasse sich nur vermuten, aber nicht fassen; deshalb stelle man permanent alles unter Verdacht; dieses nebulöse Gefühl sei aber unbehaglich, man wolle die Bedrohung dingfest machen, weshalb man mehr oder weniger gezielt bestimmte Figuren auswähle, um sie zum Feind zu erklären („target them as enemies“). Nicht selten jedoch die Falschen – das Offensichtliche hingegen erkenne man aber nicht.

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Von „House of Cards“ bis „Game of Thrones“ (Teil 1)

Katharina Rahlf | 11. November 2016

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[kommentiert]: Katharina Rahlf berichtet von einer Tagung über Politik im Fernsehen.

„Produktionen wie House of Cards, The West Wing und Borgen als sicherlich populärste Beispiele, aber auch The Thick of It, Political Animals oder Secret State – in den letzten Jahren hat die Anzahl aufwendig produzierter ‚Qualitätsserien‘ sichtbar zugenommen. In Zeiten vermeintlicher Politik(er)-verdrossenheit scheinen der Erfolg und die Faszination für Formate, die dezidiert um das Politische kreisen, erstaunlich, jedenfalls begründungswürdig.“[1] Dies konstatierte die Zeitschrift INDES im Herbst 2014 und erkundete, „auf welchen Vorstellungen von politischer Alltagskultur [diese] ‚Politikserien‘“ basieren. Nun, zwei Jahre später, fast ein Déjà-Vu: „Fernsehserien haben in den letzten Jahren eine neue und ganz erstaunliche Konjunktur und Popularität erfahren. Serien wie House of Cards, Homeland oder Borgen, aber auch The Walking Dead, Real Humans oder The Good Wife sprechen dabei ganz explizit politische Fragestellungen an.“[2] Die Tagung im Dresdner Hygienemuseum (27.–29.10.2016), organisiert von der TU Dresden und der bpb, „fragt nach dem politischen Gehalt von Fernsehserien“. Offenbar treibt dieses Phänomen die Wissenschaft nach wie vor um. Oder, anders ausgedrückt: Hat die berüchtigte Suchtwirkung von Serien jetzt auch die akademische Welt erfasst? Und sind PolitologInnen gar besonders anfällig?

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US-Wahl in Yale: Heimspiel ohne Fans?

Johannes Sosada | 8. November 2016

[gastbeitrag]: Johannes Sosada über die Stimmung an der amerikanischen Universität Yale kurz vor der Wahl.

Europäern erscheint das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Hillary Clinton und Donald Trump völlig unbegreiflich. Wie kann es sein, dass Donald Trump, der durch rassistische und sexistische Äußerungen für einen Eklat nach dem anderen sorgt, selbst noch wenige Tage vor den Wahlen praktisch gleichauf mit seiner Konkurrentin liegt? Aktuelle Umfragen sehen die beiden Kandidaten lediglich um knapp zwei Prozent auseinander.[1] Für die Studierenden der Elite-Universität Yale ist das ein Skandal: Für sie ist die Kandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, die einzige Wahloption. Clinton würde laut einer Umfrage mit gut achtzig Prozentpunkten der „Yale-Stimmen“ in das Weiße Haus einziehen; ihr republikanischer Gegenkandidat Donald Trump dagegen würde mit 4,7 Prozent der Stimmen nur knapp vor den im bundesweiten Vergleich chancenlosen Kandidaten Gary Johnson und Jill Stein (2,49 Prozent und 0,83 Prozent) landen.[2] Natürlich geben dieses Stimmungsbild an der Universität Yale und die Befragung von Studierenden kein repräsentatives Stimmungsbild ab. Dennoch zeichnet der Blick auf den Campus ein interessantes Bild des US-Wahlkampfes – zumal Hillary Clinton als Alumna an der Elite-Universität ein „Heimspiel“ hat.

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Kann Late Night diese Welt noch retten?

Jan Philip Clooth | 3. November 2016

zur "Satire"-Reihe[präsentiert:] Jan Philip Clooth über die Ergebnisse einer eigens durchgeführten Studie zum Verschwimmen der Grenzen von „News“ und „Entertainment“ und das aufklärerische Potenzial von Satiresendungen

In wenigen Tagen ist es so weit: In den USA wird gewählt und die ganze Welt schaut hin. Doch während dem noch amtierenden Präsidenten und einstigen Wahlkämpfer Barack Obama in großen Teilen der Welt beinahe messianische Verehrung und damit einhergehend ebenso hohe Erwartungen entgegengebracht worden sind, zittert man diesmal rund um den Globus vor einem möglichen Präsidenten Donald Trump. Wie aber konnte es jemand in den USA zum Präsidentschaftskandidaten bringen, der schon vor Amtsantritt ganze Erdteile gegen sich aufgebracht hat und – keine Woche vor der Wahl – noch immer Chancen auf den Wahlsieg hat (trotz der Veröffentlichung seines „grab ’em by the pussy“-Videos[1])? Bei der Suche nach Antworten hilft ein Blick auf die die amerikanischen Late-Night-Shows.

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INDES: Nonkonformismus

Jöran Klatt & Matthias Micus | 1. November 2016

[präsentiert]: Die neue INDES-Ausgabe widmet sich dem Nonkonformismus.

»Sie lachen über mich, weil ich anders bin. Ich lache über sie, weil sie alle gleich sind«, sagte der Sänger Kurt Cobain, Frontmann der Band Nirvana. Cobain gilt heute als tragische Stilfigur. Er ist berühmt geworden als Gegenfigur, als Gegencharakter, als Gegenmusiker. Und auch wenn sein Zitat auf eine andere Wahrnehmung schließen lässt, so wurde er eben für dieses Dagegensein gefeiert und geliebt. Die kollektive Verehrung von Cobain gilt einer Ikone des Nonkonformismus. Das ist durchaus paradox, denn instinktiv würde eine andere Kausalität näherliegen. Gesellschaften, so lässt sich auch in sozialwissenschaftlichen Lehrbüchern nachlesen, sind zum Preis ihres Untergangs auf Regelbefolgung angewiesen. Abweichendes Verhalten hingegen zieht Sanktionen nach sich: von Statuseinbußen über soziale Kontaktabbrüche bis hin zu justiziablen Strafen.

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Franҫois Mitterrand – „Gott in Frankreich“

Anne-Kathrin Meinhardt | 26. Oktober 2016

[analysiert]: Anne-Kathrin Meinhardt zum 100. Geburtstag über den ehemaligen französischen Präsidenten Franҫois Mitterrand.

Er wollte „das Urteil über ihn keinem Historiker oder Politiker, keiner Nachwelt, eigentlich auch nicht dem französischen Volk überlassen […], sondern nur sich selbst, Gott in Frankreich“[1]. Heute, am 26. Oktober 2016, wäre François Mitterrand, der französische Staatspräsident von 1981 bis 1995, 100 Jahre alt geworden. Mitterrand hat Frankreich, aber auch Europa geprägt. Aus diesem Anlass – und entgegen seinem Plan – soll ein Blick auf Mitterrands Karriere geworfen werden, um einige Besonderheiten dieses Ausnahmepolitikers herauszuarbeiten.

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