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„Remember all their faces“

Jöran Klatt | 10. August 2017

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[analysiert]: Jöran Klatt über die Netflix-Serie „Orange Is The New Black“

Von dem französischen Philosophen Michel Foucault haben wir gelernt, dass uns der Blick auf Gefängnisse viel über unsere Gesellschaft als Ganzes verrät. In seinem Buch „Überwachen und Strafen – Über die Geburt des Gefängnisses“ arbeitet sich der Meister der soziologischen Entlarvung an diesem Ort ab und erzählt uns einiges über die Dinge, die wir über uns zu wissen glauben.[1] Ihm geht es v.a. darum, dass uns das Gefängnis – ein Ort, den wir im Alltag gerne ausblenden und mit dem wir in unserem Leben idealerweise nie etwas zu tun haben (wollen) – sehr wohl etwas angehe.

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Von „House of Cards“ bis „Game of Thrones“ (Teil 2)

Katharina Rahlf | 13. November 2016

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[kommentiert]: Katharina Rahlf berichtet von einer Tagung über Politik im Fernsehen.

Ob der Fülle einer dreitägigen Tagung mit mehreren parallelen Panels wäre eine Wiedergabe sämtlicher Beiträge sicherlich eine etwas ermüdende Lektüre.[1] Stattdessen sei hier auf zwei Höhepunkte hingewiesen: Elisabeth Bronfen sprach über „The Americans“ – eine in den 1980er Jahren spielende Serie über zwei KGB-Spione, die als Ehepaar getarnt in den USA leben und nach außen die perfekte typisch amerikanische Familie abgeben. Bronfens Beobachtungen und Analysen – dicht, präzise und der gelungenen Mischung aus Enthusiasmus und forscherischer Distanz entsprungen – zeigen, wie erkenntnisfördernd die Auseinandersetzung mit vermeintlich „einfacher“, popkultureller Kost sein kann: Da ist zum einen die „Double Time“: In Serien, die in früheren Jahrzehnten spielen, aber heute gedreht worden sind, werde „die Vergangenheit immer durch die Linse der Gegenwart betrachtet“ – als Zuschauer(in) unternehme man ein „Gedankenexperiment“ und frage, was „die spezielle Periode einem jetzt noch zu sagen [hat]“. Denn: Beileibe handele es sich nicht um reine Geschichtslektüre, sondern solche Darstellungen „sagen mindestens so viel über heute wie über damals“ aus. Zum anderen, und das mag gerade in diesem Präsidentschaftswahljahr besonders interessant sein, komme in „The Americans“ eine US-spezifische Culture of Paranoia subtil zum Vorschein: Die allgegenwärtige Bedrohung lasse sich nur vermuten, aber nicht fassen; deshalb stelle man permanent alles unter Verdacht; dieses nebulöse Gefühl sei aber unbehaglich, man wolle die Bedrohung dingfest machen, weshalb man mehr oder weniger gezielt bestimmte Figuren auswähle, um sie zum Feind zu erklären („target them as enemies“). Nicht selten jedoch die Falschen – das Offensichtliche hingegen erkenne man aber nicht.

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Kann Late Night diese Welt noch retten?

Jan Philip Clooth | 3. November 2016

zur "Satire"-Reihe[präsentiert:] Jan Philip Clooth über die Ergebnisse einer eigens durchgeführten Studie zum Verschwimmen der Grenzen von „News“ und „Entertainment“ und das aufklärerische Potenzial von Satiresendungen

In wenigen Tagen ist es so weit: In den USA wird gewählt und die ganze Welt schaut hin. Doch während dem noch amtierenden Präsidenten und einstigen Wahlkämpfer Barack Obama in großen Teilen der Welt beinahe messianische Verehrung und damit einhergehend ebenso hohe Erwartungen entgegengebracht worden sind, zittert man diesmal rund um den Globus vor einem möglichen Präsidenten Donald Trump. Wie aber konnte es jemand in den USA zum Präsidentschaftskandidaten bringen, der schon vor Amtsantritt ganze Erdteile gegen sich aufgebracht hat und – keine Woche vor der Wahl – noch immer Chancen auf den Wahlsieg hat (trotz der Veröffentlichung seines „grab ’em by the pussy“-Videos[1])? Bei der Suche nach Antworten hilft ein Blick auf die die amerikanischen Late-Night-Shows.

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Partei der Extreme: Die Republikaner

 | 21. Oktober 2016

Von den Kreuzzügen des George W. Bush über die schrillen Attacken der »Tea Party« bis hin zur populistischen Mobilisierung Donald Trumps: Amerikas Konservative halten die USA in Atem. Für viele Europäer handelt es sich um ein verstörendes Phänomen, da die Kombination aus radikalem Individualismus, tiefer Religiosität und Hyperpatriotismus hierzulande in dieser Form kaum existiert. Das Buch zeichnet die Formierung einer politischen Bewegung nach, die in den letzten Jahrzehnten vom Rande des politischen Geschehens in das Zentrum der amerikanischen Politik gelangt ist – und fragt schließlich nach der Zukunft einer Partei, die den Vormarsch des Außenseiters Donald Trump nicht zu stoppen vermochte.

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Die Politik der Echokammer

 | 5. Oktober 2016

In den USA stehen sich heute zwei politischer Lager – Demokraten und Republikaner, Liberale und Konservative – in existenzieller Feindschaft gegenüber. Was erklärt diesen tiefen ideologischen Graben, der das Land durchzieht? In seinem Buch zeigt Torben Lütjen, wie die USA in ein Land politischer Echokammern zerfielen: virtuelle und soziale Räume, die vor allem von Gleichgesinnten bevölkert werden und sich durch das Fehlen von Widerspruch ideologisch radikalisiert haben. Der Blick geht dabei vor allem nach Wisconsin, in den Mittleren Westen der USA: Dort verkörpert sich in zwei extremen Parteihochburgen von Demokraten und Republikanern paradigmatisch der Konflikt, der die modernen USA prägt.

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US-Wahl2016: Aufstieg der Außenseiter

Alex Hensel | 24. Juni 2016

Banner 04-2016 USA-Reihe[präsentiert]: Chris Cooper über die Dominanz von politischen Außenseitern im US-Wahlkampf

Der aktuelle US-Wahlkampf überraschte durch den unerwarteten Aufstieg politsicher Außenseiter: Bernie Sanders und Donald Trump gelang es jeweils, beachtliche Erfolge gegen das politsche Establishment ihrer eigenen Parteien zu feiern. Chris Cooper, Wahlkampfstratege von Bernie Sanders, analysiert im Video die Ursachen für den Erfolg populistischer Politik in den USA und berichtet aus seinen praktischen Erfahrungen aus dem Wahlkampf. Cooper hat gestern den vorerst letzten Vortrag in unserer Veranstaltungsreihe zu den US-Wahlen 2016 gehalten.

Video: Robert Müller-Stahl, Christoph Hoeft und Alex Hensel

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US-Wahl2016: Gesellschaftliche Polarisierung

Alex Hensel | 2. Juni 2016

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[präsentiert]: Interview mit Lilliana Mason über gesellschaftliche Polarisierung in den USA und den Präsidentschaftswahlkampf 2016

Die gesellschaftliche Polarisierung in den USA nimmt zu. Politisch trennen Demokraten und Republikaner oftmals Welten, doch auch sozialkulturell treiben die Lager auseinander: Republikaner wohnen in anderen Vierteln, interessieren sich für andere Sportarten und kaufen andere Autos und Limonaden als Demokraten. Dies verändert nicht nur die sozialen Identitäten in den jeweilgen Lagern, sondern verschiebt auch die Bedingungen für Wahlen und Politik. Lilliana Mason, Professorin an der University of Maryland, erklärt im Interview mit Dr. Torben Lütjen die Entwicklung und Ursachen dieser Entwicklung und die Folgen für den laufenden US-Wahlkampf. Mason hat am 02.06.2016 den dritten Vortrag in unserer  Veranstaltungsreihe zu den US-Wahlen 2016 gehalten, im Video fasst sie ihre Forschungsergebnisse knapp zusammen.

Video: Robert Müller-Stahl, Christoph Hoeft und Alex Hensel

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US-Wahl16: Donald Trump und der amerikanische Konservatismus

Alex Hensel | 19. Mai 2016

Banner 04-2016 USA-Reihe[präsentiert]: Interview mit David W. Farber über Donald Trump, die Tradition des amerikanischen Konservatismus und die republikanische Partei

Donald Trump steht für eine neue Art von Konservatismus, dennoch ist er ein Konservativer: Auf diese Weise ordnet David W. Farber, Professor für Geschichtswissenschaft an der Universität Kansas, das durchaus ungewöhnliche politische Profil des voraussichtlichen republikanischen Präsidentschaftskandidaten ein. Im Video-Interview skizziert er die längerfristigen Entwicklungen des amerikanischen Konservatismus und erklärt, wie Trump sich in diese Tradition einfügt. Farber hält heute (19.05.2016, 18 Uhr, Alte Mensa) den zweiten Vortrag in unserer Veranstaltungsreihe zu den US-Wahlen 2016 mit dem Titel „American Conservatism: Fear and Anger in the Making of the Modern Republican Party“.

Video: Robert Müller-Stahl, Christoph Hoeft, Alex Hensel

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US-Wahl16: Wahlkampf in Zeiten des Unbehagens

Alex Hensel | 12. Mai 2016

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[präsentiert]: Interview mit Ronald Brownstein über Stand und Hintergrund des US-Wahlkampfes

Ronald Brownstein (The Atlantic) hat gestern mit einem fulminanten Vortrag unsere Reihe zu den Präsidentschaftswahlen in den USA in der Göttinger Paulinerkirche eröffnet. Darin analysierte er, wie langfristige gesellschaftliche Entwicklungen den aktuellen Wahlkampf prägen. Im Video-Interview (auf Englisch) erklärt Brownstein, warum die Demokraten immer stärker werden und welche Auswirkungen die Kandidatur von Donald Trump auf die republikanische Partei hat.


Redaktion: Dr. Torben Lütjen; Technik: Christoph Hoeft, Robert Mueller-Stahl, Alex Hensel

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US-Politik: It takes two to Tango

Dr. Torben Lütjen | 26. Januar 2016

[kommentiert]: Torben Lütjen kritisiert den populären Erklärungsansatz der „asymmetrischen Polarisierung“ der politischen Lager in den USA

In den Debatten über die ideologische Spaltung der USA hat seit einiger Zeit ein Begriff große Konjunktur: „Asymmetrische Polarisierung“. Gemeint ist damit, dass Amerika zwar in der Tat polarisiert sei, die Verantwortung dafür aber nicht bei beiden Seiten gleichermaßen zu suchen sei. Kurz gesagt: Während die Demokraten weiterhin die politische Mitte verkörperten, seien die Republikaner seit geraumer Zeit in den ideologischen Extremismus abgedriftet. Doch diese Deutung stellt allenfalls die halbe Wahrheit des Zustands der amerikanischen Politik dar.

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