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Tagungsbericht: Überblick mit Leerstellen

Julia Kopp; Alex Hensel | 15. Dezember 2016

[kommentiert]: Julia Kopp und Alexander Hensel über die Tagung „Rechtspopulismus und die Zukunft der europäischen Integration“ in Göttingen

Eigentlich ist die Populismus-Debatte ein ziemlich alter Hut. Ursachen, Eigenschaften und Herausforderungen von Populismus werden auch hierzulande bereits seit vielen Jahren erforscht und debattiert.[1] Dennoch: Seit „PEGIDA“, dem „Brexit“ und den Wahlerfolgen der AfD im Jahr 2016 ist das Thema zweifellos wieder hochrelevant. So gelang den Veranstaltern der Tagung „Rechtspopulismus und die Zukunft der Europäischen Integration“ termin- und inhaltlich eine Punktlandung. Wenige Wochen nach dem Trump-Schock und nur einige Tage vor der Österreichischen Bundespräsidentenwahl diskutierten am 29. November 2016 europäische Expertinnen und Experten in Göttingen über die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen des Rechtspopulismus.

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Von „House of Cards“ bis „Game of Thrones“ (Teil 2)

Katharina Rahlf | 13. November 2016

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[kommentiert]: Katharina Rahlf berichtet von einer Tagung über Politik im Fernsehen.

Ob der Fülle einer dreitägigen Tagung mit mehreren parallelen Panels wäre eine Wiedergabe sämtlicher Beiträge sicherlich eine etwas ermüdende Lektüre.[1] Stattdessen sei hier auf zwei Höhepunkte hingewiesen: Elisabeth Bronfen sprach über „The Americans“ – eine in den 1980er Jahren spielende Serie über zwei KGB-Spione, die als Ehepaar getarnt in den USA leben und nach außen die perfekte typisch amerikanische Familie abgeben. Bronfens Beobachtungen und Analysen – dicht, präzise und der gelungenen Mischung aus Enthusiasmus und forscherischer Distanz entsprungen – zeigen, wie erkenntnisfördernd die Auseinandersetzung mit vermeintlich „einfacher“, popkultureller Kost sein kann: Da ist zum einen die „Double Time“: In Serien, die in früheren Jahrzehnten spielen, aber heute gedreht worden sind, werde „die Vergangenheit immer durch die Linse der Gegenwart betrachtet“ – als Zuschauer(in) unternehme man ein „Gedankenexperiment“ und frage, was „die spezielle Periode einem jetzt noch zu sagen [hat]“. Denn: Beileibe handele es sich nicht um reine Geschichtslektüre, sondern solche Darstellungen „sagen mindestens so viel über heute wie über damals“ aus. Zum anderen, und das mag gerade in diesem Präsidentschaftswahljahr besonders interessant sein, komme in „The Americans“ eine US-spezifische Culture of Paranoia subtil zum Vorschein: Die allgegenwärtige Bedrohung lasse sich nur vermuten, aber nicht fassen; deshalb stelle man permanent alles unter Verdacht; dieses nebulöse Gefühl sei aber unbehaglich, man wolle die Bedrohung dingfest machen, weshalb man mehr oder weniger gezielt bestimmte Figuren auswähle, um sie zum Feind zu erklären („target them as enemies“). Nicht selten jedoch die Falschen – das Offensichtliche hingegen erkenne man aber nicht.

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Wir müssen reden: Rechtspopulismus in Europa

Daniela Kallinich | 17. November 2015

[präsentiert]: Daniela Kallinich über die Tagung „(Rechts-)Populismus in Europa – Gefahr für die Demokratie?“

Populismus, v.a. Rechtspopulismus, ist in den westeuropäischen Demokratien seit Längerem auf dem Vormarsch. Dies gilt seit dem Aufstieg von AfD und Pegida inzwischen auch für Deutschland, wo sich rechtspopulistische Parteien bislang nicht dauerhaft etablieren konnten. Gerade angesichts der Zuspitzung der Flüchtlingskrise und den damit verbundenen gesellschaftlichen Ängsten stellt sich die Frage nach dem Erfolg rechtspopulistischer Parteien nicht nur hierzulande umso dringlicher. Diesem Thema widmete sich die Tagung „(Rechts-)Populismus in Europa – Gefahr für die Demokratie?“, welche die Heinrich-Böll-Stiftung Hessen am 13./14. November 2015 in Frankfurt veranstaltet hat.

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Multidisziplinäre Ideengeschichte

Felix Butzlaff | 16. Juli 2015

[kommentiert]: Felix Butzlaff über den Workshop „Zeitgenössisches politisches Denken in Deutschland seit 1989“ in Kiel

Seit einem guten Jahr ist an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ein DFG-Projekt angesiedelt, in dessen Rahmen ein Team um die Ideengeschichtlerin Tine Stein mit ihren Mitarbeitern Tobias Bartels, Katarina Marcisch (u.a.) der Frage nachgeht, in welchen Bahnen und Formen sich das zeitgenössische politische Denken in Deutschland seit 1989 entwickelt hat. Inhaltlich und methodisch ist dies ein bemerkenswerter Versuch der Annäherung an ein durchaus unübersichtliches und amorphes Feld. Denn aufgrund der wenigen verstrichenen Zeit haben bis dato eine Kanonisierung und Einteilung in Gelungenes und zu Vernachlässigendes, in Strukturen und Interpretationslinien der einzelnen Denkschulen noch gar nicht erfolgen können. Das Projekt betritt also, in einer Art Sortierfunktion, wissenschaftliches Neuland. Nun, fünfzehn Monate nach dem Projektstart, wurden auf einem Workshop am 9./10. Juli 2015 in Kiel erste Ergebnisse diskutiert.

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