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Bürgerprotest und Wissenschaft

Stephan Klecha | 15. April 2013

[kommentiert]: Stephan Klecha zur Lage der deutschen Protestforschung

Politischer Protest gehört zum Wesen der Demokratie, ja er ist in einer pluralistisch verfassten Gesellschaft notwendig. Er zeugt davon, dass politische Entscheidungen nicht pauschal gebilligt werden, dass sie hinterfragt werden, dass sie Kritik aushalten müssen. Zugleich mahnt er an, die Fähigkeit zum politischen Kompromiss zu nutzen und nicht berücksichtigte Interessen künftig einzubeziehen oder an anderer Stelle diese aufzugreifen. Insofern gehört die Forschung über Proteste eigentlich zum Wesen der Politikwissenschaft oder der Soziologie – sollte man zumindest meinen. Die Realität in der deutschen Forschungslandschaft sieht indes etwas anders aus.

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Generationskonflikt im Netz

Alexander Hensel | 4. April 2013

[analysiert]: Alex Hensel über den kulturellen Spalt in der Netzbewegung

In der deutschen Netzbewegung herrscht Katerstimmung. Grund hierfür ist das jüngst verabschiedete Leistungsschutzrecht, gegen das die Netzbewegung hierzulande weitgehend erfolglos, allerdings auch nur halbherzig protestiert hat. Nun ist unter den Aktivisten eine Debatte über ihr politisches Scheitern ausgebrochen. Angestoßen wurde diese durch den Blogger, Autor und Berater Sascha Lobo. In seinem Blogartikel „Unsere Mütter, unsere Fehler“ berief er jüngst die vielbeschworene digitale Klasse zur vorgezogenen Zeugniskonferenz ein und ließ es heftig Sechsen regnen.

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Der unterschätzte Protest

Pepijn van Dijk | 13. März 2013

[kommentiert]: Pepijn van Dijk über die Front deutscher Äpfel und DIE PARTEI

Typen von Protestierenden gibt es viele und häufig eilt ihnen ein ganz unterschiedlicher Ruf voraus. Im Folgenden soll es aber nicht um schon bekannte Typen gehen, sondern um einen anderen, einen oft belächelten und nicht richtig ernstgenommenen Typus: den satirischen Aktivisten. Während andere Protestbewegungen ihre Forderungen offen propagieren oder einfach nur Stärke symbolisieren wollen, ist die Methode des satirischen Protestes subversiver: Seine Waffe ist der Spiegel, seine Methode zumeist die Ironie.  Er nimmt die Symbole des Gegners auf und verwendet sie gegen ihn. Anhand zweier Beispiele sollen hier die Funktionsweise des satirischen Protests und das Weltbild des satirischen Aktivisten  beleuchtet werden. Denn wie eine neue Studie des Instituts für Demokratieforschung über Bürgerproteste in Deutschland zeigt, hat auch der satirische Protest ein durchaus seriöses Anliegen.[1]

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Die Utopie der besseren Welt vor Ort

Felix Butzlaff | 22. Februar 2013

[analysiert]: Felix Butzlaff über Christentum und Arbeiterbewegung als Vorbilder für lokale Selbsthilfen.

„Es ist so toll, die Leute, die letztendlich aus einem Zorn zusammengetrieben werden, wenn sie in die Gesichter der Leute reinschauen, sehen sie unglaublich wache Augen, wache Gesichter und bei allem Ärger die Bereitschaft, sich gegenseitig anzulächeln, das ist faszinierend. Unter dem Gesichtspunkt würden sie von vielen hören, sie haben ein neues Verhältnis zu dieser Stadt gewonnen, das eben auch eine Aufbruchsstimmung ist und dieses Gefühl: Wir lassen nicht mehr alles mit uns machen!“ Dieses Zitat eines Stuttgarter Protestierenden macht deutlich, wie stark die Protest-Bewegungen auch zur Heimat der Einzelnen geworden sind und wie sehr die Teilnahme an den Aktionen zusammenschweißt, auch zu neuen Bekanntschaften und Freundschaften führt. Diese Einbindung in eine Gemeinschaft, der man sich zugehörig fühlt, die einem auch ermöglicht, über längere Zeit Aufgaben zu übernehmen, an Infotischen zu stehen oder Flugblätter zu verteilen, findet sich an vielen Protestschwerpunkten, die wir im Rahmen des Projekts untersucht haben, welches am Ende in das Buch „Die neue Macht der Bürger“ gemündet ist.

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Über die eigene Arbeit und Geldgeber von Grundlagenforschung

Franz Walter, Felix Butzlaff, Lars Geiges, Stine Marg | 6. Februar 2013

[kommentiert]: Über unsere Studie „Bürgerproteste in Deutschland“

Vor einer Woche haben wir unsere neue Untersuchung über Bürgerproteste in Deutschland vorgestellt, die nun auch als Buch im Rowohlt Verlag vorliegt. Viele Medien haben über die BP-Gesellschaftsstudie berichtet, worüber wir uns sehr freuen.

Gerne hätten wir nun auch an dieser Stelle – bei uns im Blog – damit begonnen, Ergebnisse der Studie zu diskutieren, über Bürgerbeteiligung und Formen des Engagements zu schreiben sowie auch einmal grundsätzlich über die Frage nachzudenken, was das alles für die Verfasstheit unserer Demokratie bedeutet.

Diese Fragen müssen nun warten.

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Bürgerproteste in Deutschland

Alex Hensel | 30. Januar 2013

[präsentiert]: Zentrale Ergebnisse der Studie „Bürgerproteste in Deutschland“

In den letzten Jahren hat die Republik eine Reihe von politischen Protesten erlebt. Das vom Göttinger Institut für Demokratieforschung durchgeführte Projekt „Bürgerproteste in Deutschland“ untersucht die Fragen: Was treibt die neuen Protestbürger an? Was motiviert sie? Wie gestalten sie ihren Protest real und was denken sie über Politik, Demokratie und Gesellschaft?

Video: Severin Caspari und Alexander Hensel

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Ende oder Fortgang der „Wutbürgerei“?

Franz Walter | 2. Januar 2013

[kommentiert]: Franz Walter über Ambivalenzen der Partizipationsdemokratie

Im Jahr 2011 beherrschte noch der „Wutbürger“ über viele Wochen die Schlagzeilen. 2012 war der Begriff nahezu aus der Welt der Medien verschwunden. War somit das Phänomen des „zornigen, protestierenden Bürgers“ lediglich künstlich stilisiert? Oder schwelt unter der Oberfläche weiter, was 2011 in einigen Teilen der Republik offen entflammt war? Wie entwickeln sie sich künftig, die viel beschworene „Zivilgesellschaft“, die zumindest in Sonntagsreden gern eingeforderte „Partizipationsdemokratie“?

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„Sonne statt Reagan“

Daniela Kallinich | 5. Dezember 2012

[nachgefragt]: Saskia Richter über die Protagonisten der Friedensbewegung

Was interessiert dich an der Friedensbewegung besonders?

Mich fasziniert besonders die Ambivalenz der Friedensbewegung und ihrer Protagonisten. Gert Bastian wurde als ehemaliger General zum Kronzeugen der westdeutschen Friedensbewegung. Gleichzeitig unterstützte er den Osten. Es bleiben Fragen offen: Wollte er mit seinem Engagement zur Abrüstung beitragen? Wollte er die Politik der Bundesrepublik schwächen? Und was bedeutet sein Engagement für den Krefelder Appell und die Gruppe „Generäle für den Frieden“? Andere Akteure agierten vor dem Hintergrund eines christlichen Menschenbildes wie die Theologin Dorothee Sölle. Insgesamt also war die Motivlage innerhalb der Friedensbewegung sehr unterschiedlich.

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Männer mit Masken

Nils C. Kumkar | 9. August 2012

[angesehen]: Nils C. Kumkar über den letzten Teil von Christopher Nolans Batman-Trilogie

Filmen ist verschiedentlich nicht nur ein dokumentarisches, sondern ein geradezu prognostisches Potential zugesprochen worden. Das Kino hat dann zum Beispiel eine ähnliche Stellung wie der Traum in der Psychoanalyse: Beide bearbeiten Wünsche und Ängste derart, dass diese einerseits zwar durchlebt werden können, andererseits aber eben nicht bewusst werden müssen. Der manifeste wie der latente Filminhalt und die Art, wie der zweite in den ersten überführt wird, lassen dann Schlüsse darauf zu, was die Gesellschaften umtreibt, in denen diese Filme entstehen. Nun ist es überaus verführerisch, diesen Gedanken auf den letzten Teil von Christopher Nolans Batman-Trilogie „The Dark Knight Rises“ (TDKR) zu übertragen.

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Occupy Marktlücke?

Nils C. Kumkar | 5. Juli 2012

[präsentiert]: Nils C. Kumkar rezensiert drei Veröffentlichungen zur Occupy-Bewegung

Die Eule der Minerva beginnt erst mit der Dämmerung ihren Flug – mit diesem Gleichnis will Hegel in der Vorrede zu seinen „Grundlinien der Philosophie des Rechts“ versinnbildlichen, dass die Philosophie (wie die gesamte Wissenschaft) in gesellschaftlichen Fragen immer zu spät komme. Wenn der Schleier der Nacht gelüftet wird, erkennt es sich eben besser. Der Preis dafür ist allerdings, dass die Philosophie ihren Gegenstand grau in grau, in abgestorbener Endgültigkeit malt. Es gibt aber gute Gründe, mit der Erkenntnisgewinnung und ihrer Veröffentlichung doch schon zu beginnen, bevor die Eigenbewegung des Gegenstandes geendet hat und dieser zu einem möglichst klar abzubildenden Endzustand erstarrt ist.

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