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Protest: Durch staatliche Gewalt befeuert

Pauline Höhlich | 15. November 2016

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[analysiert]: Pauline Höhlich über die Entwicklung der Anti-AKW-Bewegung

Heutzutage sind Proteste im Namen der Umwelt vollkommen etabliert. Das zeigte zuletzt etwa der Widerstand gegen TTIP und CETA: Gegen die Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada gingen am 17. September 2016 bundesweit etwa 320.000 Menschen in sieben deutschen Großstädten, darunter Berlin, Frankfurt am Main und Köln, auf die Straße. Zu den Protesten hatten unter anderem Umweltschutz- und Verbraucherschutzorganisationen, Gewerkschaften sowie Grüne und Linkspartei aufgerufen, da sie ökologische und soziale Standards bedroht sehen. In Köln und Hannover beteiligten sich auch zahlreiche Landwirte mit ihren Traktoren – ein Bild, das an vergangene Anti-AKW-Proteste erinnerte. Dass sich Bürger und Bürgerinnen für die Umwelt einsetzen und grüne Parteien und Strömungen in der Politik existieren, ist mittlerweile eine Selbstverständlichkeit. Wie aber kam es dazu?

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Der Tortenwurf als Protestform

Marius Becker | 18. Oktober 2016

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[kommentiert]: Marius Becker zur Geschichte und Einordnung des politischen Tortenwurfs in die Palette aktueller Protestformen

Im Kontext der gegenwärtigen Flüchtlingskrise sind PolitikerInnen erneut Opfer von Tortenattentaten (auch „Tortungen“ genannt) geworden: So trafen die AfD-Funktionäre Beatrix v. Storch und Albrecht Glaeser am 28. Februar 2016 in Kassel zwei Sahnetorten, während die Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Sahra Wagenknecht, am 28. Mai 2016 auf dem Magdeburger Bundesparteitag mit einer Schokoladentorte beworfen wurde. Dieser Beitrag setzt die jüngsten „Tortungen“ von PolitikerInnen in Kontext mit ihrem Protestpotenzial und blickt auf die Geschichte des „politischen Tortenwurfs“. Der Autor distanziert sich hierbei ausdrücklich von den beschriebenen Lebensmittelattentaten; Ziel dieses Beitrags ist keinesfalls, derartige Aktionen nachträglich zu legitimieren.

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PEGIDA: Vom „Schmuddelkind“ zum professionalisierten Protestformat

Stine Marg; Katharina Trittel | 11. Oktober 2016

Analysen der Pegida-Bewegung[analysiert]: Stine Marg und Katharina Trittel über die Entwicklung der „PEGIDA“-Bewegung

Ja, sie laufen immer noch. Die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“, die seit Herbst 2014 immer montags durch Dresden spazieren, sind nicht von der Bildfläche verschwunden. Ganz im Gegenteil: PEGIDA ist nicht nur weiterhin in der Dresdner Stadtgesellschaft präsent und weit über das lokale Umfeld hinaus für Zehntausende über die sozialen Medien verfügbar, sondern hat sich in den vergangenen Jahren als Protestformation auch institutionalisiert und ein Stück weit professionalisiert.

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Pegida als Soziale Bewegung?

Maximilian Lange | 19. April 2016

[Gastbeitrag]: Maximilian Lange über das Verhältnis von Sozialen Bewegungen zu Fortschritt und Bedrohungsszenarien

Fortschritt – dafür stehen die Neuen Sozialen Bewegungen spätestens seit den 1960er Jahren. In den Augen ihrer zumeist links eingestellten Trägerinnen und Träger sollten sie Teil eines großen Marschs vorwärts sein. Doch mit dieser unaufhaltsamen Bewegung, die die Gesellschaft langsam, aber unaufhaltsam auf ihre Befreiung zutreibt, scheint es vorerst vorbei. Mit dem Aufstieg der Pegida-Bewegung sorgt in der BRD eine Bewegung für Aufsehen, deren Forderungen den Zielen von Emanzipation und Fortschritt zuwiderlaufen. Lässt sich Pegida daher nicht als Soziale Bewegung begreifen?

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Die „Protestnomaden“ in Frankreich

Julia Tilly | 20. Mai 2015

[kommentiert]: Julia Tilly beobachtet ein neues Protestphänomen in Frankreich.

Von deutschen Medien weitgehend unbeachtet geblieben, ist in den letzten Jahren in Frankreich eine Protestform entstanden, die, wäre sie in Deutschland verortet, wenig Verwunderung hervorrufen würde. Aber in Frankreich? Nein, dort würde man sie im ersten Moment wirklich nicht vermuten. Es handelt sich um campierende Aktivisten, die sich den Kampf gegen die Zerstörung der Umwelt durch Großprojekte auf die Fahne geschrieben haben. Es lohnt sich, näher hinzusehen.

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Vom Kulturkampf um die Unterschicht

Florian Finkbeiner | 14. November 2014

Banner_Proteste[analysiert]: Florian Finkbeiner über das verkannte Protestpotenzial der Unterschichten.

Die Disziplin der Protestforschung ist relativ jung. Mit ihrem interdisziplinären Setting zwischen Soziologie, Politik- und Geschichtswissenschaft kämpft sie um ihren Status. Diese anhaltende Vernachlässigung in der deutschen Forschungslandschaft erstaunt angesichts der beträchtlichen Zunahme unterschiedlicher Protestformen. Auf dem Kampffeld um die Wahrnehmung und Deutung von Protesthandlungen zwischen wissenschaftlicher Anerkennung (und Distinktion), medialer (Früh-)Interpretation und feuilletonistischer Avantgarde sucht die Bewegungsforschung noch ihre Rolle. In diesem Spannungsfeld verdichten sich grundlegende Annahmen darüber, wer als handlungsfähig für Proteste gilt (und dann dementsprechend wahrgenommen wird) und wie sich diese Strukturkategorien (re-)produzieren. Doch dabei werden bedeutende Potenziale verkannt.

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Occupy in Deutschland

 | 4. November 2014

Plötzlich war sie mit ihren Zelten da: Die Occupy-Bewegung formierte sich 2011 scheinbar über Nacht, besetzte weltweit öffentliche Plätze und protestierte gegen Bankenmacht. Auch in Deutschland entstanden Occupy-Gruppen, die teils mehrmonatige Camps in den Stadtzentren errichteten. Von hier aus sollte sich ihr Protest entfalten – offen, basisdemokratisch, vielstimmig.
Was bewegte die Aktivisten und wie blickten sie auf Politik, Staat und Gesellschaft? Wie organisierten sie sich? Und was könnte von Occupy bleiben? Anhand von Beobachtungen, Interviews und Diskussionsrunden mit Occupyern eröffnet Lars Geiges einen materialreichen Blick auf das junge und kaum erforschte Protestphänomen.

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Internetaffin und postdemokratisch

Priska Daphi | 7. August 2014

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[analysiert]: Priska Daphi über die Montagsmahnwachen und neue Protestformen

Den Montagsdemonstrationen für den Frieden, die im Kontext der Ukraine-Krise im Frühjahr 2014 bundesweit stattfanden, wurde Rechtslastigkeit vorgeworfen. In einer Befragung der TeilnehmerInnen der Montagsmahnwachen in Berlin – einer Onlinebefragung mit 303 ausgewerteten Antworten – konnten wir zeigen, dass ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild zwar kaum zu finden ist, rechtsextreme Einstellungselemente jedoch in einigen Fällen durchaus vorhanden sind.[1] Neben dieser Offenheit gegenüber rechtem Gedankengut stehen die Montagsmahnwachen allerdings auch für die Entwicklung neuer Formen des politischen Protests, wie sie in Bezug auf die Occupy-Proteste beobachtet wurden. Welche Parallelen also lassen sich zwischen Montagsdemonstrationen und Occupy-Protesten in Deutschland beobachten?

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Globaler Protest und feuilletonistischer Ausnahmezustand

Hannes Keune | 29. Juli 2014

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[analysiert]: Hannes Keune hinterfragt ein aktuelles Narrativ der public intellectuals.

Irgendwie schien die Realität Francis Fukuyamas Geschichtsteleologie, demnach die Demokratie westlichen Typs endgültig triumphiert habe,[1] nach 1989 zu konterkarieren: In unmittelbarer Nachbarschaft der Europäischen Union gingen aus dem Zerfall des jugoslawischen Vielvölkerstaats sich nur langsam modernisierende und demokratisierende Transformationsgesellschaften hervor. Den islamistischen Anschlägen von 9/11 folgten Afghanistan- und Irak-Krieg. Und dass die Globalisierung nicht widerspruchslos abläuft, bewies nicht zuletzt die Vielzahl ökonomischer Krisen in den 1990ern und 2000ern – es seien an dieser Stelle nur die wichtigsten der Reihe nach genannt: die Skandinavische Bankenkrise zu Beginn der 1990er Jahre, die Japan-Krise ab 1991, die Asien-Krise 1997/98, das Platzen der Dotcom-Bubble 2000 und nicht zuletzt die Weltwirtschaftskrise ab 2007. To make a long story short: Die Welt war mit dem Ende der Sowjetunion keineswegs zu einem besseren Ort geworden, Protest oder gar utopische Gegenentwürfe regten sich jedoch kaum oder waren den Massenmedien keine Berichterstattung wert.

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Bürgerprotest und Wissenschaft

Stephan Klecha | 15. April 2013

[kommentiert]: Stephan Klecha zur Lage der deutschen Protestforschung

Politischer Protest gehört zum Wesen der Demokratie, ja er ist in einer pluralistisch verfassten Gesellschaft notwendig. Er zeugt davon, dass politische Entscheidungen nicht pauschal gebilligt werden, dass sie hinterfragt werden, dass sie Kritik aushalten müssen. Zugleich mahnt er an, die Fähigkeit zum politischen Kompromiss zu nutzen und nicht berücksichtigte Interessen künftig einzubeziehen oder an anderer Stelle diese aufzugreifen. Insofern gehört die Forschung über Proteste eigentlich zum Wesen der Politikwissenschaft oder der Soziologie – sollte man zumindest meinen. Die Realität in der deutschen Forschungslandschaft sieht indes etwas anders aus.

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