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Ränkespiele zweier Serien (2): Game of Thrones

Jöran Klatt | 24. Mai 2016

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[analysiert]: Jöran Klatt über den Realismus von „Game of Thrones“

Ein Blick in die fantastische Welt, in der „Game of Thrones“ spielt, zeigt uns zunächst scheinbar eine ähnlich düstere Szenerie wie „House of Cards“. In der Serie ringen sieben Häuser um die Hegemonie des fiktiven Kontinents Westeros. Das „Lied von Eis und Feuer“, wie die literarische Grundlage heißt, lässt beinahe jeden liebgewonnenen Charakter riskant leben. Zahlreich fallen Hauptcharaktere und Sympathieträger, meist und zuerst jene, die sich durch moralische Tugenden auszeichneten und diesen erliegen. Auch für „Game of Thrones“ scheint also die Mode des Düsteren zu gelten, die die moderne Popkultur durchdringt. Und auch das Gütekriterium der realistischen Politikdarstellung wird für „Game of Thrones“ angeführt. Obgleich die Serie angesiedelt ist in einer fantastischen Anderswelt, Drachen, Magie und Fabelwesen zwar nicht die zentrale, aber eben doch eine Rolle spielen, zeige sie uns doch ebenso „Dinge, die uns näher stehen, als uns lieb ist“, handele sie gar von dem, was Niccolo Macchiavelli in seinem „Fürst“ beschrieben hat.[1]

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Ränkespiele zweier Serien (1): House of Cards

Jöran Klatt | 17. Mai 2016

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[analysiert]: Jöran Klatt über die Spieltheorie in der Politikserie „House of Cards“

Zwei der beliebtesten und erfolgreichsten Literaturverfilmungen unserer Zeit nutzen das Serienformat: der Politthriller „House of Cards“ und das (nicht minder politische) Fantasy-Epos „Game of Thrones“. Beide werden oft als besonders realistisch beschrieben: „Game of Thrones“, zwar ein fantastisches Märchen, zeichne glaubwürdige Charaktere und sei näher an den tatsächlichen Verhältnissen des Mittelalters als viele Historiendarstellungen zuvor. „House of Cards“ hingegen stelle die realen Niederungen des politischen Systems besonders wirklichkeitsgetreu dar. Realismus ist somit eines der Gütekriterien, die für beide Serien immer wieder angeführt werden.

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Politik als Unterhaltung

Katharina Rahlf | 10. Mai 2016

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[analysiert]: Katharina Rahlf über die Eigenschaften von und den Umgang mit Politikserien

Wissenschaftler schauen Politikserien. Das mag zunächst nach einer arg unverblümten Rechtfertigung dafür klingen, die eigene Freizeitbeschäftigung aufzuwerten bzw. die Arbeitszeit möglichst angenehm zu verbringen. Schließlich handelt es sich dabei, der verbreiteten Ansicht nach, doch um kommerzielle Unterhaltungsprodukte, die zum „passiven Konsum“ gedacht sind. Nach wie vor wird dieser Unterschied zwischen Hoch- und Pop(ulär)kultur hochgehalten: „Meisterwerke der Renaissancemaler“, Symphoniekonzerte, epische „große“ Romane oder wenigstens „Filmklassiker“, mindestens sechzig Jahre alt, in schlechter Ton- und Bildqualität und mit „ernstem“ Inhalt – sie mögen zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung taugen; TV-Serien hingegen: Ist das nicht allzu leichte Kost?

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