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Politische Führung in Niedersachsen

Frauke Schulz | 1. September 2010

[präsentiert]: Frauke Schulz und Christian Werwath laden ein zu ihrer Lehrveranstaltung „An der Spitze Niedersachsens: Politische Führung und Biographie“ im WS 2010/11.

Die Ministerpräsidenten von Niedersachsen haben sich jüngst in der bundesdeutschen Politiklandschaft als ehrgeizige Aspiranten auf die höchsten Ämter der Republik erwiesen. Volkstümelnde Provinzpolitiker jedenfalls sehen anders aus: Gerhard Schröder statuierte mit dem Schritt ins Bundeskanzleramt 1998 ein Exempel, nachdem sein Vorgänger Ernst Albrecht 1980 immerhin beinahe Kanzlerkandidat geworden wäre. Auch der derzeitige Vorsitzende der Sozialdemokraten Sigmar Gabriel lenkte einst die Geschicke zwischen Harz und Nordsee und baut derzeit als nächster ehemaliger niedersächsischer Ministerpräsident seine Anwartschaft auf das Kanzleramt aus. Erst kürzlich avancierte sein Nachfolger Christian Wulff zum ersten Mann der Republik, nachdem auch er lange als potentieller Merkel-Nachfolger gehandelt wurde.

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Der Osten im Westen. Nur eine Fußnote der Geschichte?

Michael Lühmann | 27. August 2010

[präsentiert]: Michael Lühmann bietet im nächsten Semester das Seminar Der Osten im Westen. Nur eine Fußnote der Geschichte? an. Im folgenden Text macht er deutlich, warum es sich lohnt den Blick über den Tellerrand der westdeutschen Geschichte zu heben.

„Die kurzlebige Existenz der DDR hat in jeder Hinsicht in eine Sackgasse geführt. Denn ihre erdrückende Mehrheit hatte sich nicht gewünscht, unter diesem Repressionsregime zu leben. Alle falschen Weichenstellungen, die in Ostdeutschland vorgenommen worden sind, müssen nach dem Vorbild des westdeutschen Modells in einem mühseligen Prozess korrigiert werden. Das ist die Bürde der neuen Bundesrepublik seit 1990. Das Intermezzo der ostdeutschen Satrapie muss aber nicht an dieser Stelle durch eine ausführliche Analyse aufgewertet werden. Man kann es der florierenden DDR-Forschung getrost überlassen, das Gelände eines untergegangenen, von seiner eigenen Bevölkerung aufgelösten Staatswesens mit all seinen Irrwegen genauer zu erkunden.“

(Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte 1949-1990, S. XVf.)

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Das politische System Frankreichs

Daniela Kallinich | 2. August 2010

[präsentiert:] Teresa Nentwig und Daniela Kallinich bieten im kommenden Semester das Seminar „Das politische System Frankreichs“ an. In einem Gespräch wird deutlich, warum es sich lohnt, sich mit dem politischen System Frankreichs auseinanderzusetzen.

Teresa: Daniela, was findest du im Moment in der politischen Landschaft in Frankreich eigentlich besonders interessant?

Daniela: Du kannst dich ja sicherlich erinnern, dass Sarkozy vor seiner Wahl zum Präsidenten im Mai 2007 stark polarisiert hat und dann recht deutlich zum Präsidenten gewählt wurde. Sein Wahlkampfthema war damals vor allem die „rupture“, also der Bruch mit der Vergangenheit. Heute allerdings ist er noch nicht einmal mehr bei denen beliebt, die eigentlich zu den Stammwählern seiner Partei gehören und die ihn damals gewählt haben. Die Enttäuschung in weiten Teilen der Bevölkerung ist riesig.

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