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Edathy – oder: Was passt zur Sozialdemokratie?

Franz Walter | 26. Februar 2014

[kommentiert]: Franz Walter zur Edathy-Kontroverse in der SPD.

Gegen Sebastian Edathy läuft ein Parteiordnungsverfahren. Das Verhalten des früheren Bundestagsabgeordneten der SPD passe nicht zur Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, begründete Parteichef Sigmar Gabriel die Initiative. Ohne Zweifel kann Gabriel sich mit seinem Verdikt auf den legendären Tribun seiner Partei in den Jahren des Kaiserreichs, August Bebel, berufen. Bebel hatte in seinen Memoiren über sexuelle Vorkommnisse Anfang der 1860er Jahre berichtet und deutliche Worte des Abscheus bekundet. Im April 1862 soll ein junger Mann von 28 Jahren im Mannheimer Schlossgarten ein „Sittenvergehen“ an einem unter 14 Jahre alten Jungen begangen haben, wie zwei Damen gegenüber der Polizei zu Protokoll gaben. Der Knabe selbst war von der Staatsmacht nicht mehr aufzufinden. Doch andere Jungen bestätigten, dass der verdächtige Mann sich ihnen mit ähnlichen Ansinnen genähert hatte. Eine Gefängnisstrafe wurde verhängt. August Bebel rechtfertigte das Urteil der Justiz: „Man mag über die gleichgeschlechtliche Liebe noch so frei denken, so war es unter allen Umständen eine Ehrlosigkeit, die Befriedigung der selben am hellen Tage in einem öffentlichen Tag und an einem schulpflichtigen Knaben zu versuchen.“

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