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Tahrir Square: Starting point of the revolution

Walaa Kamal | 14. Januar 2016

Banner: Orte der Demokratie

[gastbeitrag]: Walaa Kamal mit einer sehr persönlichen Einordnung der Bedeutung des Tahrir-Platzes für die Demokratie in Ägypten.

In 2007 I dreamt of a revolution. It started from Tahrir Square.

Why Tahrir? I don’t think I fully understood at the time.

Back then I was working at a bank, whose head office was located in Garden City, one of the classiest neighborhoods of Cairo. Until recently, it had been the neighborhood of choice for the most prominent Egyptian families, yet it slowly transformed into a business center filled with weathering architectural relics. As a result of the sheer number of cars in the area, it had become impossible to park in Garden City, and as such, I was forced to park my car in Tahrir Square’s main garage, a 20 minute walk from my office.

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Riot oder Revolution?

Madeline Kaupert | 16. Januar 2015

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[Gastbeitrag]: Madeline Kaupert über die Bewertung der Aufstände in Großbritannien und Ägypten im Jahr 2011

Es gibt Momente, in denen die Welt den Atem anhält.Einer davon war im Frühjahr 2011, als sich die Protestwelle des Arabischen Frühlings von Tunesien aus zu verbreiten begann und zu einer Rebellion gegen die Unterdrückungsregime der Region heranwuchs. Wer aber hielt den Atem an, als die Jugendlichen der Vorstädte Londons im selben Jahr Steine warfen, Mülltonnen anzündeten und Geschäfte plünderten? Obwohl die Proteste auf den ersten Blick sehr verschieden aussehen, vereint sie doch ein zentrales Merkmal: Beide waren Schauplätze massiver Gewaltanwendung seitens der Protestierenden und der staatlichen Sicherheitsapparate. Zugleich aber wurden diese Gewaltanwendungen jedoch unterschiedlich bewertet: Während die Gewalt auf dem Tahrir-Platz als Ausdruck emanzipatorischen Protests eingeordnet wurde, galt sie in London eher als Anzeichen für Verfall und Zerstörung – oder einer amoralischen „broken society“.[1] Woher aber kommen diese unterschiedlichen Bewertungen? Und vor allem: Sind Riots und Revolution wirklich zwei Kategorien, die einander nicht berühren?

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Wir müssen reden

Michael Lühmann | 7. November 2014

[kommentiert]: Michael Lühmann mit einem Appell zum Jubiläum des Mauerfalls.

Die DDR war kein Unrechtsstaat. Mit diesem schlagzeilenträchtigen Satz hat Gregor Gysi vor wenigen Wochen einmal mehr gezeigt, dass das vermeintlich letzte Wort über die DDR noch längst nicht gesprochen ist. Aber die vielfach empört unterstellte und de facto auch so zur Schau getragene Ignoranz Gysis gegenüber den Realitäten des real existierenden Sozialismus, die er mit advokatischer Spitzfindigkeit nicht an die Herrschaftsgestalt der DDR bindet, sondern an die Legitimität der Gründung eines zweiten deutschen Staates jenseits der westlich kontrollierten Sektoren nach 1945, zeugt von einer klaffenden sprachliche Lücke.

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