Logo Göttinger Institut für Demokratieforschung
Proteste rss facebook Twitter

Dekonstruierung eines Mythos

Taesoo Kim | 9. Dezember 2016

[kommentiert]: Taesoo Kim über einen politischen Skandal und historische Demonstrationen in Südkorea

Knapp vier Jahre ist es nun her, dass Geun-Hye Park mit 15.773.128 Stimmen zur Präsidentin gewählt wurde – mehr, als je zuvor ein Kandidat bzw. eine Kandidatin auf sich vereinigen konnte. Unlängst hat sich jedoch das öffentliche Bild der einstmals rechnerisch beliebtesten Präsidentin Südkoreas in sein Gegenteil verkehrt: Seit Wochen gehen über eine Million Menschen auf die Straße, um gegen Park zu protestieren und ihren Rücktritt zu verlangen. Die Demonstrationen sind die zweitgrößten, die Südkorea in seiner noch jungen demokratischen Geschichte jemals erlebt hat. Größer waren nur die Proteste im Jahr 1987: Damals ging es um die Beendigung der militärischen Diktatur und die Einführung eines demokratischen Wahlsystems, wonach letztlich die sogenannte Sechste Republik entstand. Was ist zwischenzeitlich passiert? Südkorea ist unvermittelt in eine Phase politischer, sozioökonomischer und kultureller Umbrüche geraten.

weiter lesen

Das Allgemeinwohl ist kein Kompromiss

Felix Butzlaff | 16. Februar 2016

[nachgefragt]: Felix Butzlaff über die Demokratievorstellungen von Protest-Aktivisten

Du hast in Deiner Arbeit aktuelle Bürgerproteste in ganz Deutschland untersucht und dabei speziell die Organisatoren und die besonders engagierten Aktivisten in den Blick genommen. Worum ging es Dir dabei?

Ich habe mich in meiner Arbeit auf die Suche nach den gesellschaftlichen sowie individuellen Kerninhalten der Proteste gemacht. Es ging mir weniger um den konkreten Anlass als vielmehr um den roten Faden zwischen zeitgenössischen Protesten und der Frage, warum man sich für gerade diese Form des Engagements entscheidet. Da lag es nahe, sich die besonders engagierten Aktivisten anzuschauen, weil sich bei ihnen vieles von dem, was Proteste heute bedeuten, zuspitzt.

weiter lesen

Die neuen Bürgerproteste in Deutschland

 | 15. Februar 2016

Immer mehr Menschen bringen politischen Parteien immer weniger Vertrauen entgegen und äußern direkt und ungefiltert ihre politischen Anliegen. Von Stuttgart 21 über Proteste gegen Bildungsreformen, Windkraftanlagen bis hin zu Occupy. Die parlamentarische Demokratie, wie wir sie in Deutschland seit 1949 kennen gelernt haben, lebte in ihrer enormen Stabilität auch von Voraussetzungen, die sie selbst nicht schaffen konnte – die Verankerung der Menschen in sozialmoralischen Milieus. Im Zuge von Bildungsexpansion und Individualisierung ist demgegenüber eine direkte Wirkungserwartung vieler Menschen gewachsen. Die Akzeptanz demokratischer Kompromisse und Koalitionen hat es hier schwer. Was dies für Probleme für die gesellschaftliche Interessensaushandlung mit sich bringt, wer die Aktiven von Protesten und Bürgerinitiativen sind und was sie antreibt, nimmt unser Mitarbeiter Felix Butzlaff in seinem Buch über die „neuen Bürgerproteste“ in den Blick.

weiter lesen