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Muse: Revolutionäre Verzweiflung

Jöran Klatt | 9. September 2016

[analysiert]: Jöran Klatt über die politischen Befindlichkeiten in der Musik der britischen Band Muse

Muse – das ist zunächst eine britische Band und eine der erfolgreichsten Musikgruppen unserer Zeit. Doch Muse ist auch ein künstlerisches Gesamtkonzept der Musiker Matthew Bellamy, Dominic Howard und Christopher Wolstenholme. Natürlich kann man die Songs von Muse einfach nur hören – aber die Band kreiert in Videos und Bühnenshows ein multimediales Erlebnis, das die Musik künstlerisch gekonnt bereichert und dabei – nicht zuletzt – äußerst politisch ist.Mit „Drones“ hat die Band 2015 ein Konzeptalbum vorgelegt, das zentrale Befindlichkeiten des gegenwärtigen gesellschaftlichen Diskures aufgreift und den Zeitgeist widerspiegelt. „Drones“ dreht sich um Dronen im doppelten Sinn: Einerseits meint das Album die Automation des Krieges, andererseits die Automation des Menschen. Es geht um das Abstumpfen gegenüber Gleichgültigkeit, Tod und Zerstörung, auch um eine Krise der Männlichkeit.

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Ränkespiele zweier Serien (2): Game of Thrones

Jöran Klatt | 24. Mai 2016

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[analysiert]: Jöran Klatt über den Realismus von „Game of Thrones“

Ein Blick in die fantastische Welt, in der „Game of Thrones“ spielt, zeigt uns zunächst scheinbar eine ähnlich düstere Szenerie wie „House of Cards“. In der Serie ringen sieben Häuser um die Hegemonie des fiktiven Kontinents Westeros. Das „Lied von Eis und Feuer“, wie die literarische Grundlage heißt, lässt beinahe jeden liebgewonnenen Charakter riskant leben. Zahlreich fallen Hauptcharaktere und Sympathieträger, meist und zuerst jene, die sich durch moralische Tugenden auszeichneten und diesen erliegen. Auch für „Game of Thrones“ scheint also die Mode des Düsteren zu gelten, die die moderne Popkultur durchdringt. Und auch das Gütekriterium der realistischen Politikdarstellung wird für „Game of Thrones“ angeführt. Obgleich die Serie angesiedelt ist in einer fantastischen Anderswelt, Drachen, Magie und Fabelwesen zwar nicht die zentrale, aber eben doch eine Rolle spielen, zeige sie uns doch ebenso „Dinge, die uns näher stehen, als uns lieb ist“, handele sie gar von dem, was Niccolo Macchiavelli in seinem „Fürst“ beschrieben hat.[1]

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