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Zauber jenseits der Transparenz

Franz Walter | 30. April 2012 | Keine Leserbriefe

[analysiert]: Franz Walter über die Rolle der Transparenz in der Politik.

„Transparenz“, „Öffentlichkeit“, „Authentizität“ – all das sind die gegenwärtigen Glaubensbekenntnisse der säkularisierten Gesellschaft. Dabei: Zivilisation ist abhängig davon, dass sich Menschen nicht jederzeit schonungslos die Wahrheit sagen, dass sie nicht mit trompetenhafter Ehrlichkeit unumwunden kundtun, was sie vom anderen halten. Der tyrannische Drang zur kompromisslosen Offenheit würde zu Zerwürfnissen führen, sich zu einer ungeheuren Aggressivität aufladen. Dezenter Euphemismus und taktvolle Schmeicheleien sind unverzichtbare Grundvoraussetzungen eines halbwegs auskömmlichen Umgangs miteinander.

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Wer kommt nach Wulff?

Alex Hensel | 18. Februar 2012 | Keine Leserbriefe

[präsentiert]: Franz Walter über die Zukunft des Amtes des Bundespräsidenten

Nach dem Rücktritt von Christian Wulff beginnt nun unmittelbar die Diskussion über seinen Nachfolger oder seine Nachfolgerin. Welche Eigenschaften aber braucht es für dieses Amt und wer könnte diese erfüllen? Franz Walter über das Scheitern des Parteipolitikers Wulff, die Entwicklung und Notwendigkeit des Bundespräsidentenamtes.

Technik und Redaktion: Severin Caspari, Alex Hensel und Christoph Hoeft.

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Die „Superunterhalter unserer Zeit“

Katharina Trittel | 15. Februar 2012 | 1 Leserbrief

[analysiert]: Katharina Trittel über Terrorismus, Medien und den öffentlichen Diskurs.

Sind Medien in gesellschaftlichen Debatten Berichterstatter, oder erschaffen Medien durch einprägsame Bilder und ihre Art der Berichterstattung erst gesellschaftliche Phänomene wie Terrorismus? Ob im Kontext von islamistischem Terrorismus oder jüngst in den Debatten um Rechtsterrorismus: Die Verknüpfung von Massenmedien und Terrorismus sowie ihr Einfluss auf den gesellschaftlichen Diskurs zieht mehr und mehr Aufmerksamkeit auf sich. Die Geburtsstunde dieser Wechselwirkung wird dabei häufig im sogenannten „Heißen Herbst“, dem Höhepunkt des Terrors der RAF im Jahr 1977, vermutet.

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Planung und Demokratie

Franz Walter | 30. Januar 2012 | Keine Leserbriefe

[analysiert]: Franz Walter über die politische Planungswut der 1960er Jahre.

Man hat den Eindruck, dass alle 20 bis 30 Jahre das Pendel umschlägt. Von historischen Rhythmen innergesellschaftlicher Einstellungsmuster sind zumindest nicht ganz wenige kluge Interpreten der Geschichte überzeugt. Auf Phasen des Individualismus folgen Passagen kollektiver Orientierungen. Zeiten liberaler Wirtschaftsideen werden von Abschnitten etatistischer Regelungserwartungen abgelöst. Und derzeit erleben wir das Ende der goldenen Jahre neuliberaler Gesellschaftsinterpreten. So kehrt bezeichnenderweise jetzt der Staat als Regler zurück, da er fast schon geschlagen das Kampffeld verlassen hatte. Ein Déjà vu möchte man da gerne erkennen. Denn so erlebte man es bereits in den 1960er Jahren. Nach zwei Jahrzehnten neuliberaler Erhard-Politik brach ebenfalls die große Zeit der staatlichen Architekten des Politischen an.

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„Es war unser Ding…“

Felix M. Steiner | 11. Januar 2012 | 1 Leserbrief

[präsentiert]: Interview mit dem Rapper Kutlu Yurtseven über Subkultur, Musik und Rechtsterrorismus

Subkulturen sind eine Artikulationsform gerade junger Menschen. Durch eigene Kleidungsstile, Musik oder Kunstformen äußern Jugendliche oftmals Protest, politische Haltung und Abgrenzung von der Mehrheitsgesellschaft. Eine nach wie vor präsente Subkultur ist Hip Hop. Dieser war besonders in seinen Anfängen in Deutschland stark von jungen Deutschen mit Migrationshintergrund geprägt. So beschäftigten sich Hip Hop-Bands wie Advanced Chemistry oder Microphone Mafia vor dem Hintergrund rassistischer Ausschreitungen Anfang der 1990er Jahre intensiv mit Rassismus und den Erfahrung von MigrantInnen in Deutschland. Felix M. Steiner spricht im Interview mit dem Musiker Kutlu Yurtseven über die Bedeutung von Subkultur für die eigene Identität und die Auflehnung gegen rechtsextreme Gewalt.

1. Zur Gründung von Microphone Mafia

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2. Politik als Bestandteil von Musik

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3. Multikulti als Marke?

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4. Schnittmengen von Esther Bejarano und Microphone Mafia

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5. Reaktion auf den den Rechtsterror in Köln

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Der Präsident, die BILD und das Ende eines Biotops

Oliver D'Antonio | 10. Januar 2012 | 1 Leserbrief

[Oliver D'Antonio] über die Rolle der Presse in der Affäre um den Bundespräsidenten Wulff.

Franz Josef Strauß hatte den SPIEGEL-Journalisten Conrad Ahlers nicht in seinem Hotel im spanischen Torremolinos angerufen. Der Verteidigungsminister ließ Ahlers in der Nacht zum 27. Oktober 1962 gleich von den spanischen Behörden verhaften. Stunden zuvor hatte die Hamburger Polizei die Redaktionsbüros des SPIEGEL durchsucht. Conrad Ahlers hatte Anfang Oktober den Artikel „Bedingt abwehrbereit“ verfasst und darin scheinbar brisante Details zur militärischen Konfrontation während des Kalten Krieges öffentlich gemacht. Die Wellen einhelliger Empörung der deutschen Presseorgane schlugen damals so hoch wie selten in der Geschichte der Bundesrepublik. [1] Diesem Druck hielt der verantwortliche Minister nicht stand. Wenige Wochen nach der Aktion gegen den SPIEGEL musste Strauß zurücktreten. Die Medienlandschaft der jungen Bundesrepublik hingegen feierte einen Sieg der Pressefreiheit.

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Politik jenseits des Charismas

Franz Walter | 28. Dezember 2011 | Keine Leserbriefe

[analysiert]: Franz Walter zieht eine politische Bilanz zum Ausklang des Jahres 2011

Noch vor wenigen Jahren erzählte es jeder Politologe und politische Leitartikler: In Zeiten der Personalisierung und Fernsehbilder komme es auf Ausstrahlung und Charisma politischer Anführer, nicht auf Konzepte oder Programme politischer Parteien an. Daher reüssierte eben Gerhard Schröder und nicht Rudolf Scharping. Deshalb obsiegte der Talk-Show-Mann Guido Westerwelle über den spröden Wolfgang Gerhard. Die Grünen scharten sich hinter Joschka Fischer. Und darum begeisterten sich etwa die Briten zunächst für Tony Blair statt für John Major, die Amerikaner für Bill Clinton anstelle von Bob Dole. Doch sind die Gesänge über die politischen Helden und Strahlemänner vernehmlich abgeklungen.

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Der Berlusconi in mir

Bastian Brandau | 9. Dezember 2011 | Keine Leserbriefe

[analysiert]: Bastian Brandau über den Einfluss der Berlusconi-Jahre auf die italienische Gesellschaft.

Giorgio Gaber, bekannter italienischer Sänger und Schauspieler, drückte es einst so aus: „Ich habe keine Angst vor Berlusconi an sich, sondern vor dem Berlusconi in mir“. Diese Furcht gilt für viele Italiener auch noch nach dem Rücktritt Silvio Berlusconis Anfang November: Er ist nicht mehr Ministerpräsident und offiziell nur noch einfacher Abgeordneter, aber er steckt noch fest in ihren Köpfen. Dass viele ihn und sein Leben als Vorbild gesehen haben, erklären Italiener gerne, um dem Rest der Welt verständlich zu machen, wieso Berlusconi wieder und wieder gewählt wurde. Berlusconi, der Selfmademan, der es zu enormem Reichtum brachte, den Staat austrickste, dabei den Staatsanwälten die lange Nase zeigte – und außerdem die schönsten Frauen um sich scharte. Aber auch der Mensch, der Fehler hat und machte, und der sich trotzdem immer wieder durchsetzte. In ihm konnte man sich wiederentdecken. Und von solch einem Leben, so analysieren Journalisten und Politikwissenschaftler, habe fast jeder in Italien schon immer geträumt.

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Der Professor und die Politik

Danny Michelsen | 18. November 2011 | Keine Leserbriefe

[Göttinger Köpfe]: Danny Michelsen über Friedrich Christoph Dahlmann

Als im Januar 1831 die sogenannte Göttinger Revolution ausbrach, war Friedrich Christoph Dahlmann, der spätere Anführer der Göttinger Sieben, einer der wenigen Professoren, die vehement für eine sofortige Niederschlagung des Aufstandes und die strenge Bestrafung seiner Anführer plädierten. Nachdem sich Dahlmann in der Reichshauptstadt Hannover energisch dafür eingesetzt hatte, wurde die von Studierenden und Privatdozenten getragene achttägige Rebellion, in deren Verlauf die „Republik Göttingen“ ausgerufen wurde, mit militärischer Gewalt aufgelöst. Während knapp anderthalb Jahre nach diesen Ereignissen eine große Mehrheit der Abgeordneten in der hannoverschen Ständekammer, der Dahlmann als Deputierter seiner Universität ebenfalls angehörte, für eine Amnestie der zu langjährigen Haftstrafen verurteilten Aufständischen votierte, sprach sich der Göttinger Politikprofessor gegen eine Begnadigung dieser „beklagenswerth Verirrten“ aus. Der liberale Politiker Dahlmann – das wurde in den Wirrungen des Januar-Aufstandes überdeutlich – war ein Mann vorsichtiger Reformen und ein Gegner der gewaltsamen Revolution.

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Einwanderung und nationale Identität

Jan Michael Kotowski | 8. September 2011 | 1 Leserbrief

[analysiert]: Jan Kotowski über die Bedeutung von Einwanderungsdiskursen für die Konstruktion nationaler Identitäten in der BRD und den USA

Im Spätsommer 2011 sind die öffentlichen politischen Debatten auf beiden Seiten des Atlantiks von der Finanz- und Schuldenkrise bestimmt. Insbesondere in Deutschland ist die im Vorjahr noch hysterisch geführte „Integrationsdebatte“ aus dem öffentlichen Bewusstsein nahezu verschwunden. Daran ändert auch das Skandälchen um den Film Güner Balcis im Juli dieses Jahres nichts Wesentliches. In den USA ist die Einwanderungsdebatte ebenfalls wieder in den Hintergrund getreten, nachdem sie noch im Sommer 2010 im Zuge der restriktiven Gesetzgebung Arizonas und der Diskussion um den 14. Verfassungszusatz zumindest in der publizistisch-politischen Klasse des Landes eine herausgehobene Stellung eingenommen hatte.

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