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Wie tickt ein Skandal?

Jonas Rietschel | 15. Dezember 2015

[analysiert]: Jonas Rietschel über den typischen Verlauf von Skandalen am Beispiel der Guttenberg-Plagiatsaffäre

Ob manipulierte Abgaswerte bei VW, zu hohe Temperaturen des Sturmgewehrs G36 oder Überwa­chung durch die NSA: Skandale treten immer wieder auf und werden über die Medien publik ge­macht. Sie weisen auf als systemgefährdend wahrgenommene Normbrüche hin und erfüllen dabei die Funktion, Macht- und Wertestrukturen in sozialen Systemen zu aktualisieren. Auch wenn Skandale oftmals sehr dynamisch verlaufen können, lässt sich ein immer wieder auftretendes fes­tes Schema im Ablauf ausfindig machen. Der Kommunikationswissenschaftler Steffen Burkhardt beschreibt die fünf typischen Phasen eines Skandals als „Skandaluhr“[1]. Am Fall der Plagiatsvorwürfe ge­gen den ehemaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg aus dem Jahr 2011 werden diese deutlich sichtbar.

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Der paternalistische Minister

Jöran Klatt | 20. November 2015

[kommentiert]: Jöran Klatt über Thomas de Maizières Blick auf Demos und Öffentlichkeit

Thomas de Maizières Satz, der infolge seiner Äußerung am 17. November 2015 in Reaktion auf die Absage des Länderspiels in Hannover wegen Terrorgefahr im Netz zirkulierte, war sicherlich nicht der durchdachteste in der politischen Karriere des Bundesinnenministers. Er sagte, er könne konkrete Angaben zu der Terrorgefahr in Hannover nicht machen, denn: „Ein Teil dieser Aussage würde die Bevölkerung verunsichern.“ Warum aber hat er es dann überhaupt gesagt? Die Äußerung mag zwar ein Ausrutscher gewesen sein, doch sie offenbart eine Problematik des Ministers im Umgang mit Terrorismus, die zu Recht kritisiert oder karikiert wird. Sein Bild von der Bevölkerung ist offenbar das von einer unreflektierten Masse, die kontrolliert und beruhigt werden muss. In seinem Satz schwingt sogar eine leichte Verachtung für den Demos mit.

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Politischer Kampf vor der Haustür – bürgerliches Engagement gegen die Windenergie

Carolin Schwarz | 11. August 2015

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[analysiert]: Carolin Schwarz gibt einen Einblick in die Motive einer Bürgerinitiative.

Der Beitrag erneuerbarer Energien an der Bewältigung des Stromverbrauchs in Deutschland nimmt seit Jahren zu. Im Jahr 2014 waren die erneuerbaren Energien mit einem Anteil von 27,8 Prozent des Bruttostromverbrauchs Deutschlands wichtigste Stromquelle. Windkraft stellte davon 9,7 Prozent und war damit die bedeutsamste der regenerativen Energieformen.[1] Parallel zum stetigen Ausbau von Windkraft in Deutschland wächst allerdings der Widerstand gegen solche Vorhaben in der Bevölkerung betroffener Orte.[2] Der Norddeutsche Rundfunk berichtete dazu im Januar 2015 sogar von einem „Proteststurm gegen Riesen-Windräder“[3] in Hamburg. Während die Politik bürgerschaftliches Engagement von Bürgerinnen und Bürgern in Vereinen oder gemeinnützigen Projekten mit Programmen und Auszeichnungen fördert,[4] wird in der Wissenschaft der Hype um das Ehren­amt zuweilen etwas distanzierter betrachtet.

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Din-A-Nonsens?

Julia Kiegeland | 28. Mai 2014

[analysiert]: Julia Kiegeland über den Sinn und Unsinn von Wahlplakaten

Langsam leeren sich die Laternenpfähle der Städte und Kommunen, Stück für Stück verschwinden die diesjährigen Wahlplakate von den Bushaltestellen und den Litfaßsäulen. Selbst die von den Parteien so geschätzten und umkämpften Wesselmänner[1] verabschieden sich stumm und leise aus der Öffentlichkeit. Trotz der heute üblichen und verheißungsvollen digitalen Wahlkampfkommunikation wurde auch zur vergangenen EU-Wahl fleißig offline plakatiert. Nahezu alle Parteien nutzten das klassische Medium des Wahlplakats und wandten hierfür große Anteile ihres Werbekontingents auf. Denn die analogen Wahlplakate versprechen, im Gegensatz zur Filterbubble und Selbstreferentialität[2] des Internets, eine breite Ansprache der Bürger und Bürgerinnen.

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„Das Treibmittel ist die Emotion“

Alex Hensel | 2. September 2011

[präsentiert]: Ulrich Sollmann über die Psychologie der Politik*

Wie lässt sich Politik mithilfe von Psychologie analysieren? Welche Strategien können aus ihren Erkenntnissen gewonnen werden und liefern diese gar Antworten auf die Krise der Parteiendemokratie? Der Sozialpsychologe und Politikberater Ulrich Sollmann diskutierte im Juni 2011 mit dem Kolloquium der Göttinger Demokratieforschung über diese Fragen. Im Interview für unseren Blog erläutert Sollmann seine zentralen Positionen.

* Mit diesem Beitrag kandidiert die Videogruppe unseres Instituts für den Podcampus-Wettbewerb 2011. Hier können Zuschauerstimmen für unser Video abgegeben werden!

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