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Frank-Walter Steinmeier

 | 24. Januar 2017

Frank-Walter Steinmeier, heute der beliebteste deutsche Politiker, galt stets als hochseriöser, aber auch ein wenig farbloser Vertreter der politischen Klasse, als „graue Eminenz“, als Mann der Verwaltung. Plötzlich jedoch sehen nicht wenige in ihm einen Garanten demokratischer Stabilität: den Gegenspieler aller Populisten, eine moralisch-politische Orientierungsmarke in Zeiten des globalen Umbruchs.

Torben Lütjen und Lars Geiges haben nicht nur Frank-Walter Steinmeiers politischen Weg, sondern auch die gesellschaftlichen Umwälzungen der vergangenen Jahre beobachtet. Ihr Band zeichnet Steinmeiers ungewöhnliche Laufbahn nach: von den stillen Hinterzimmern der Macht als wichtigster Mitarbeiter Gerhard Schröders bis hin zum zweimaligen Außenminister, gescheiterten Kanzlerkandidaten und Fraktionsvorsitzenden der SPD in den Jahren der Opposition. Was prägt den Menschen? Was treibt den Kandidaten der Großen Koalition für das Amt des Bundespräsidenten an? Kann seine unaufgeregte Art tatsächlich ein Gegengift sein für die populistische Welle, die derzeit durch die westlichen Demokratien rollt? Oder spiegeln sich in seinem ungewöhnlichen Aufstieg und seinem Politikverständnis nicht vielleicht selbst manche der Probleme wider, die zur Politikverdrossenheit beigetragen haben?

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Franz Josef Strauß: Meister der Manege

Robert Lorenz | 8. September 2015

[analysiert]: Robert Lorenz über das Außergewöhnliche an Franz Josef Strauß.

Schon damals, noch zu Lebzeiten, war er ein Monument der Berufspolitik. Schwere Gesichtszüge, der Hals darunter kaum erkennbar, eine Furche auf der Stirn: Als Franz Josef Strauß am 1. Oktober 1988 nach einem Besuch des Münchner Oktoberfests auf dem Weg zur Jagd zusammenbrach und zwei Tage später verstarb, war der damals 73-Jährige gezeichnet von einigen Jahrzehnten alltäglicher Arbeit für die Politik. Wie er wohl heute ausgesehen hätte, an seinem 100. Geburtstag am 6. September 2015? Schon physiognomisch gehörte Strauß spätestens seit den 1960er Jahren zu den auffälligsten Spitzenpolitikern der Bundesrepublik und war deshalb allein äußerlich eine Erscheinung, die man so schnell nicht vergisst. Doch auch sonst gilt: Strauß polarisierte und polarisiert noch immer, es gab und gibt Lager der Anhänger (manche sprechen von Jüngern) und der Gegner (manche sprechen von Feinden). Konsens scheint allein in der Wahrnehmung zu herrschen, dass Strauß eine ganz besondere, nahezu einzigartige Figur gewesen sei.

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Franz Josef Strauß: Egozentriker zwischen Hybris und Kleinmütigkeit

Franz Walter | 4. September 2015

[analysiert]: Franz Walter mit einem Porträt des Franz Josef Strauß.

Franz Josef Strauß: Die einen liebten, verehrten, vergötterten ihn, die anderen misstrauten ihm, fürchteten, ja hassten ihn. Gleichgültig ließ er jedenfalls keinen politisch interessierten Menschen in der Republik. Strauß gehörte unzweifelhaft zu den zunehmend raren Gestalten in der Politik, die nicht im Grau eines soliden Durchschnitts aufgingen. Er brachte Farbe, durchaus auch Individualität und eine riesige Portion Egozentrik in die Politik hinein. Schon als junger Mann, bereits in den 1950er Jahren, war er das Enfant terrible im Bonner Parlamentarismus: für die einen die Großbegabung, die ganz nach vorne wollte und dorthin auch gehörte, für die anderen der Mephisto schlechthin, dem man – koste es was es wolle – niemals den Platz oben überlassen durfte. Strauß hatte in der Adenauer-Ära als Atom- und Verteidigungsminister das alles andere als populäre Projekt der Neuformierung bundesdeutscher Streitkräfte durchgesetzt, mit Verve, mit Chuzpe, mit exzessiver Freude auch an militärischen Strategiefragen und: an moderner Technik. Der Konservative Strauß war zeitlebens ein Avantgardist der technischen Moderne.

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Der niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht (1976-1990)

 | 24. September 2014

Wie hat Ernst Albrecht, fünfter niedersächsischer Ministerpräsident, politisch geführt? Viele Zeitgenossen hatten darauf eine schnelle Antwort zur Hand, und ihr Urteil fiel recht einhellig aus: unbeweglich, überzeugend, höflich, distanziert, dominant. Diese Feststellung zu seinem Führungsstil ist faszinierend: Immerhin führte Albrecht 14 Jahre lang die Regierungsgeschäfte (1976-1990) eines von politischen Kämpfen und Unruhen gezeichneten Flächenlandes – darunter der andauernde Streit um das Atommüllendlager in Gorleben, die Auseinandersetzungen um einen neuen NDR-Staatsvertrag und der Kampf um die Kanzlerkandidatur zwischen Ernst Albrecht und Franz Josef Strauß. Auf den ersten Blick erscheinen vor diesem Hintergrund Integration und Kooperation als die geeigneteren Führungselemente. Wie passt das zusammen? Wie funktionierten Machterwerb und Machterhalt in der Ära Albrecht? Mit diesen Fragen setzt sich Christian Werwath in seinem neuen Buch auseinander.

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Augustus: Virtuose der Macht

Robert Lorenz | 12. August 2014

[analysiert]: Robert Lorenz über die politische Führungskunst des ersten römischen Kaisers.

Augustus (63 v.Chr.–14 n.Chr.), dessen Todestag nun 2000 Jahre zurückliegt, war nicht nur der erste Kaiser des Imperium Romanum, sondern mit einer Regierungszeit von über vierzig Jahren auch einer der beständigsten Herrscher der Weltgeschichte. Deshalb ist er häufiges Motiv althistorischer Forschung – Biografien und Darstellungen seiner Zeit füllen inzwischen ein ganzes Bücherregal. Aber Augustus war auch Politiker, ein Staatsmann, der ein Weltreich regierte und eine Herrschaftsordnung begründete, die mehrere Jahrhunderte Bestand hatte – das macht ihn auch für Politologen zu einem interessanten Forschungsgegenstand. An Augustus lassen sich zahlreiche Techniken des Machterwerbs und der Machterhaltung studieren, Qualifikationen, von denen manche für Politiker eines jeden politischen Systems bedeutsam sind, gleich ob in Diktaturen, Monarchien oder Demokratien. Die Antike sollte für die moderne Politikwissenschaft entdeckt werden, sie enthält einen reichhaltigen Fundus politologisch aufschlussreicher Aspekte.

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August Bebel – Kaiser der Wagenburg

Felix Butzlaff | 15. Oktober 2013

[analysiert]: Felix Butzlaff über das Erfolgsgeheimnis des „Arbeiterkaisers“.

 „Kaiser Bebel“, „Ersatzkaiser“, „Arbeiterkaiser“ – Der sozialdemokratische Arbeiterführer August Bebel, 1840 geboren, war für die ersten Jahrzehnte der deutschen Sozialdemokratie eine entscheidende Gestalt. Mehr noch als Lassalle, Marx oder Engels war er den Massen „der Führer, der Exponent, der Anleiter“, schrieb Robert Michels in einem Nachruf 1913. „Verkörperung der Partei“, „Dolmetscher ihres Denkens und Empfindens“, ihr „Heerführer“, nannte Eduard Bernstein ihn. Und die zahlreichen Schilderungen von überfüllten Versammlungssälen und fast religiöser Ekstase bei seinen unermüdlichen Agitationsreisen unterstreichen dies eindrucksvoll. Anstecknadeln, Bierkrüge, Taschenmesser bis hin zu großen Porträts mit seinem Abbild – Bebel war die Orientierungsfigur für die noch junge Arbeiterbewegung.

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Oskar Lafontaine

 | 12. September 2013

Das Buch

Er war Ministerpräsident, Finanzminister und Vorsitzender zweier Parteien: Oskar Lafontaine gehört zu den Politikern, die in den letzten dreißig Jahren am stärksten überraschten, polarisierten und faszinierten. Am 16. September 2013 feiert der Saarländer seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlass blickt der Politologe Robert Lorenz auf ein turbulentes Leben in der Politik zurück: In den 1980er Jahren avancierte Lafontaine zum „Sonnenkönig“ von der Saar, scheiterte 1990 als Kanzlerkandidat der SPD, führte 1998 den Machtwechsel und das Ende der Ära Kohl herbei, unterlag jedoch im Clinch mit Gerhard Schröder und verließ 2005 nach fast vierzig Jahren die SPD, um anschließend Fraktions- und Parteichef der LINKEN zu werden. Dieses Buch ist keine klassische Biografie, sondern beleuchtet unterschiedliche Facetten dieser außergewöhnlichen Persönlichkeit in einem erhellenden Portrait, das zeigt, weshalb der Saarländer immer wieder als ein Undurchschaubarer überraschte. So wird deutlich, dass Lafontaine kein gewöhnlicher Politiker ist – und warum es so schnell keinen zweiten wie ihn geben wird.

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Euro-Fluch und Euro-Segen

Matthias Micus | 16. August 2013

[analysiert]: Matthias Micus über Angela Merkels Führung in der europäischen Währungskrise

Ihr lavierendes Vorgehen in der Eurokrise und im Überwachungsskandal hat Angela Merkel in den letzten Monaten viel Kritik eingetragen. Zumeist wurden dabei bereits bekannte Einwände gegen ihre Führung vorgebracht. So monierte beispielhaft der Herausgeber des Freitag, Jakob Augstein, den Wertemangel und die prinzipienlose Erfolgsfixierung der Bundeskanzlerin. Zwar habe sie, die Unbestimmbare, Diffuse, Richtungslose, von Helmut Kohl das Aussitzen gelernt, auch den starken Willen teile sie mit ihrem Vorvorgänger, doch was die westliche Demokratie ausmache, das habe die Ostdeutsche Merkel nicht verstanden. „Für den Machterhalt verbraucht die Kanzlerin andauernd demokratische Substanz, deren Erneuerung sie selber nicht gewährleisten kann. Das war in der Euro-Krise so. Das ist im Überwachungsskandal so.“[1] Und Nikolaus Blome, Leiter des Berliner Büros der Bild-Zeitung, konstatiert, „‚Angela Merkel‘ (sei) in Wahrheit ein anderes Wort für ‚offene Fragen‘“[2].

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Hinrich Wilhelm Kopf (1893-1961)

 | 7. Juni 2013

Das Buch

Hinrich Wilhelm Kopf gilt als „Vater“ des Landes Niedersachsen – 1945/46 spielte er eine entscheidende Rolle bei der Landesgründung. Als niedersächsischer Ministerpräsident trug Kopf anschließend zur Überwindung der kriegsbedingt krisenhaften Lage bei und führte das Land in die Wirtschaftswunderzeit. Seine Tätigkeiten während des „Dritten Reiches“ werfen jedoch einen Schatten auf diese Leistungen: Kopf war unter anderem ein effizienter, überaus engagierter Mitarbeiter einer nationalsozialistischen Behörde, der „Haupttreuhandstelle Ost“ (HTO).

Teresa Nentwig beschäftigt sich in ihrem Buch mit der Biografie und dem politischen Wirken des langjährigen niedersächsischen Ministerpräsidenten. Wie sahen Kindheit und Jugend Hinrich Wilhelm Kopfs aus? Beeinflussten sie seine weiteren Lebensstationen? Wenn ja, wie? Warum stieg Kopf nach dem Zweiten Weltkrieg zu dem zentralen Politiker Niedersachsens auf? Welche politischen Überzeugungen beziehungsweise Grundsätze vertrat er und wie wirkten sich diese auf seine politischen Handlungen aus? Und schließlich: Was für einen Führungsstil pflegte Hinrich Wilhelm Kopf als Ministerpräsident des Landes Niedersachsen? Diese und weitere Fragen werden beantwortet.

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Von Beruf: Politiker

 | 3. Juni 2013

Das Buch

Die Kritik am politischen Personal ist groß: Zu angepasst, zu abgehoben, zu
wenig Profil, keine echten Prinzipien etc. Politiker vergangener Zeiten werden
zwar nicht immer mit Sympathie, aber zumindest als Charaktere beschrieben,
mit klar identifizierbaren und unterscheidbaren Programmen. Robert Lorenz
und Matthias Micus schauen sich das gegenwärtige und das vergangene Personal
auf den Bonner bzw. Berliner Bühnen genauer an, zeigen deren Stärken und
Schwächen und erklären unter anderem, warum sich heutige Politiker von ihren
politischen Vätern und Großvätern grundlegend unterscheiden, diese Vorgänger
auch nicht immer so standfest waren, wie ihnen heute nachgesagt wird, und
warum die neue Politikergeneration vielleicht sogar besser zu unserer Gegenwart
passt.

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