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Pegida als Soziale Bewegung?

Maximilian Lange | 19. April 2016

[Gastbeitrag]: Maximilian Lange über das Verhältnis von Sozialen Bewegungen zu Fortschritt und Bedrohungsszenarien

Fortschritt – dafür stehen die Neuen Sozialen Bewegungen spätestens seit den 1960er Jahren. In den Augen ihrer zumeist links eingestellten Trägerinnen und Träger sollten sie Teil eines großen Marschs vorwärts sein. Doch mit dieser unaufhaltsamen Bewegung, die die Gesellschaft langsam, aber unaufhaltsam auf ihre Befreiung zutreibt, scheint es vorerst vorbei. Mit dem Aufstieg der Pegida-Bewegung sorgt in der BRD eine Bewegung für Aufsehen, deren Forderungen den Zielen von Emanzipation und Fortschritt zuwiderlaufen. Lässt sich Pegida daher nicht als Soziale Bewegung begreifen?

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Protest: Der Erfolg hängt vom Rahmen ab

Felix Julian Koch | 12. April 2016

[Gastbeitrag]: Felix Julian Koch über die Analyse von politischem Protest mit Hilfe des Framing-Ansatzes

Pegida ist in den letzten 14 Monaten zu einem der politischen Gesprächsthemen geworden. Diese Aufmerksamkeit strahlt auch auf die Politikwissenschaft ab: Die Leitmedien haben ausführlich über die Analysen von Protestforschern aus Berlin,[1] Dresden,[2][3] und Göttingen[4] berichtet. Wie aber arbeitet Protestforschung eigentlich genau? Durch welche „Brillen“ schaut die Politikwissenschaft auf  Phänomene wie Pegida? Die Soziologen David Snow und Robert Benford haben ein differenziertes Modell zur Erklärung von Protestphänomenen entwickelt: den sogenannten Framing-Ansatz, der hier beispielhaft erklärt werden soll.[5]

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NoPegida

 | 6. April 2016

Vielerorts organisierten sich NoPegida-Proteste als Reaktion auf Pegida, die »Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes«. Während Pegida als Ausdruck von Ressentiments gegenüber religiösen Minderheiten, der »Lügenpresse« und den »Volksverrätern« interpretiert worden ist, gilt NoPegida als das leuchtende Gegenbeispiel: Sie würden einstehen für Weltoffenheit, Freiheit, Gleichheit und Toleranz und werden als Garant und Ausdruck einer offenen und funktionierenden Zivilgesellschaft und als Gestalter einer »Willkommenskultur« wahrgenommen.
Doch wie steht es wirklich um NoPegida? Was motiviert den Protest? Was verstehen die Demonstranten unter Freiheit, Gleichheit, Toleranz und Weltoffenheit und welche politischen Deutungsmuster und Werthierarchien prägen sie?
Nach dem viel beachteten Buch zu Pegida legt das Göttinger Institut für Demokratieforschung nun ein detailliertes Bild des Gegenprotestes vor und untersucht, inwieweit man NoPegida tatsächlich als demokratisches Gegenstück zu Pegida interpretieren kann.

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PEGIDA: Aktuelle Forschungsergebnisse

Analysen der Pegida-Bewegung

[analysiert]: Florian Finkbeiner, Julian Schenke, Katharina Trittel, Christopher Schmitz und Stine Marg über die jüngsten Entwicklungen der Protestbewegung

Die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ beschäftigen seit Monaten die Republik. Im ersten Halbjahr 2015 zogen mehrere Forscherteams, darunter das Göttinger Institut für Demokratieforschung[1], nach Dresden, um die damals noch junge Protestbewegung zu untersuchen. Zwischenzeitlich schien PEGIDA über Personalwechsel, Skandale und sinkende Teilnehmerzahlen zu stürzen, kaum mehr wurde die Masse an Demonstrierenden erreicht, die vor etwa einem Jahr Medien, Politik und Protestforscher aufhorchen ließ. Dennoch: Die montäglichen Demonstrationen erfreuen sich einer unverminderten Kontinuität mit zum Teil fünfstelligen Teilnehmerzahlen Ende 2015.

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„Ebenso typisch wie verlogen“ – zum Tod von Hans Mommsen

Katharina Trittel | 19. November 2015

[kommentiert]: Katharina Trittel über das Werk von Hans Mommsen und seine neuartige Aktualität im Spiegel der Pegida-Bewegung.

Am 5. November 2015 verstarb Hans Mommsen, einer der bedeutendsten Zeithistoriker der Nachkriegszeit. Am 9. November 2015, dem Tag der „Reichspogromnacht“, erklärte Pegida in Dresden den „deutschen Schuldkomplex der 12-jährigen Naziherrschaft offiziell für beendet“[1]. Warum gehören dieser Donnerstag und dieser Montag, Hans Mommsen und Tatjana Festerling in diesem Fall zusammen?

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Ein Jahr Pegida: Eine Bewegung gefällt sich selbst

Christopher Schmitz, Katharina Trittel | 20. Oktober 2015

Analysen der Pegida-Bewegung

[analysiert]: Katharina Trittel und Christopher Schmitz berichten über die jüngste Pegida-Demonstration in Dresden

Seit einem Jahr bestimmen sie Montag für Montag die Berichterstattung über Dresden. Heute ist der Jahrestag der Pegida: Am 20. Oktober 2014 gingen die Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes zum ersten Mal auf die Straße. Gestern, am 19. Oktober 2015, sammelten sich auf dem Dresdner Theaterplatz, vor historisch-barocker Kulisse zwischen Zwinger und Semperoper, die Demonstranten, um den ersten Jahrestag der Bewegung zu begehen. Was vor einem Jahr begonnen hat mit vielleicht 300 Menschen, die hauptsächlich gegen „Glaubenskriege auf deutschem Boden“ ein Zeichen setzen wollten, ist zu einer verstetigten Bewegung geworden, die im Sommer schon als gescheitert galt und im Verlauf des vergangenen Jahres mit so ziemlich allen Zuschreibungen belegt worden ist, die Politik, Wissenschaft und Medien parat hatten: Rechtspopulisten, Nazis in Nadelstreifen, besorgte Bürger, natürliche Verbündete, Islamhasser, knallharte Rechtsextreme – die Liste der Zuschreibungen ist lang.

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Wilders wieder

Lars Geiges | 13. April 2015

Analysen der Pegida-Bewegung

[kommentiert]: Lars Geiges über den Schulterschluss des Rechtspopulisten Geert Wilders mit Pegida

Geert Wilders, der wasserstoffblonde Niederländer, reist nach Dresden, um die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ zu unterstützen. Zuletzt nahmen rund 7.000 Menschen am „Abendspaziergang“ von Pegida durch die Stadt an der Elbe teil. Nun soll es die populistische Prominenz aus Holland richten und die schwächelnden Pegidisten stärken, die Bewegung bewegen und die Sommersaison des Protestes eröffnen. Allein: Es spricht nicht viel für eine Vitalisierung aus diesem einen Moment heraus.

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Pegida als Symptom kollektiver Narbenbildung

Analysen der Pegida-Bewegung

[analysiert]: Hannes Keune, Florian Finkbeiner und Julian Schenke mit einer sozialpsychologischen Annäherung an Pegida

Die Pegida-Proteste sind fraglos vor allem ein sächsisches Phänomen.[1] Dennoch sind regionalkulturelle Erklärungen der Proteste keineswegs erschöpfend. Das unerbittliche und aggressiv vorgetragene Misstrauen sowie die Absurdität vieler Forderungen verweisen auf allgemeinere Triebfedern des Protests. Diese lassen sich mithilfe eines sozialpsychologischen Ansatzes einfangen, der den Wandel der Stellung von Individuen in modernen Gesellschaften betrachtet. Aus einer derartigen Perspektive ergeben sich interessante Erklärungen der Pegida-Proteste, welche als deutliches Symptom kapitalistischer Krisenentwicklungen gedeutet werden können. Sozialpsychologische Kategorien erweitern den Blick auf die Dynamik von Massen und die Funktionsweisen kollektiver Enthemmung. Das wachsende Behagen der Demonstrationsteilnehmer, ihr Aufgehen in den ritualisierten Zusammenrottungen, was sich teilweise bis zur Parole „Pegida macht glücklich“[2] steigert, lassen sich so ins „rechte“ Licht rücken.

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Pegida: Wieder mal die Rettung des Abendlandes

Florian Finkbeiner | 12. März 2015

Analysen der Pegida-Bewegung

[analysiert] Florian Finkbeiner über die historische Karriere des Begriffs des Abendlandes

Auch wenn es mit Pegida nun vorbei scheint, ist die Analyse des Phänomens noch lange nicht abgeschlossen.[1] Ein prominenter Bezugspunkt der Bewegung vor allem in Dresden war der Begriff des Abendlandes, welcher in der deutschen Geschichte über eine lange Tradition verfügt. Der Begriff „Abendland“ als Baustein zur Konstruktion (politischer) Identität vor allem konservativer Gruppen existierte schon Ende des 18. Jahrhunderts und richtete sich ursprünglich vor allem gegen die Ideen der Französischen Revolution. Seine Blütezeit erhielt der Begriff aber durch Oswald Spenglers folgenreiches Buch „Der Untergang des Abendlandes“ von 1918.

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Pegida: Die schmutzige Seite der Zivilgesellschaft?

Alex Hensel | 10. März 2015

Analysen der Pegida-Bewegung[präsentiert]: Lars Geiges und Julia Kopp über die Ergebnisse der Pegida-Studie

Die Demonstrationen von Pegida bewegten 2014/15 ganz Deutschland. Medien und Politik rätselten: Was ist Pegida? Woher kommt die Bewegung? Was macht sie aus und was treibt ihre Aktiven an? Das Göttinger Institut für Demokratieforschung hat hierzu eine empirische Studie durchgeführt, Demonstrationen in verschiedenen Städten beobachtet, Onlineumfragen, Interviews und Gruppendiskussionen durchgeführt. So konnte ein tiefer Einblick in die Einstellungen und Überzeugungen der Pegida-Anhängerschaft als auch in die politischen Herausforderungen und gesellschaftlichen Probleme in der BRD im Jahr 2015 gewonnen werden. Lars Geiges und Julia Kopp stellen die Ergebniss der Studie vor, die jetzt im Transcript-Verlag erschienen ist.

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