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Neue Studie: Wähler und Nichtwähler

Redaktion | 31. Mai 2016

[präsentiert]: M. Blaeser, F. Butzlaff, M. Micus, R. Pausch und G. Scalabrino mit Studienergebnissen zu Politikeinstellungen und Politikhoffnungen in Göttinger Stadtvierteln

Nichtwähler und zunehmende Wahlverweigerung in Deutschland sind in den letzten Jahren immer deutlicher ins Zentrum des politikwissenschaftlichen Interesses gerückt. Nachdem der Anstieg von Nichtwählern zunächst durchaus positiv konnotiert und als Anzeichen dafür interpretiert worden war, dass sich die großen, polarisierenden Konflikte in unseren Gesellschaften abgeschwächt hätten, haben viele der jüngeren soziologischen Untersuchungen den Zusammenhang zwischen Rückgang der Wahlbeteiligung und gesellschaftlichem Ausschluss bzw. Prekarisierung eindrücklich herausgearbeitet.[1] Verantwortlich für die sinkende Wahlbeteiligung sind aus dieser Perspektive die Erfahrung von gesellschaftlicher Ausgrenzung, Unsicherheit sowie enttäuschte Aufstiegshoffnungen. Eine neue Studie, die das Göttinger Institut für Demokratieforschung gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung im Laufe des Jahres 2015 durchgeführt hat, vertieft und illustriert diese Erklärungsansätze.[2] 

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Die „Protestnomaden“ in Frankreich

Julia Tilly | 20. Mai 2015

[kommentiert]: Julia Tilly beobachtet ein neues Protestphänomen in Frankreich.

Von deutschen Medien weitgehend unbeachtet geblieben, ist in den letzten Jahren in Frankreich eine Protestform entstanden, die, wäre sie in Deutschland verortet, wenig Verwunderung hervorrufen würde. Aber in Frankreich? Nein, dort würde man sie im ersten Moment wirklich nicht vermuten. Es handelt sich um campierende Aktivisten, die sich den Kampf gegen die Zerstörung der Umwelt durch Großprojekte auf die Fahne geschrieben haben. Es lohnt sich, näher hinzusehen.

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Symbiose und kollektive Selbstverortung

Andreas Wagner | 18. Mai 2015

Quelle: Jorma Bork@pixelio & kasina@pixelio

[präsentiert]: Andreas Wagner über Unternehmer in Verbänden.

Zuletzt ist die Republik relativ häufig von Gewerkschaftsstreiks im Bahn- und Flugverkehr gebeutelt gewesen. Von einem laut vernehmbaren Zuspruch zu Verbänden, Organisationen und Lobbygruppen war dabei allerdings wenig zu spüren. Ungeachtet des verfassungsmäßig garantierten Streikrechts und der ebenso legitimierten Vereinigungsfreiheit haben Verbände und Interessengruppen mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen – auch auf der Arbeitgeberseite. Die „ständig wechselnden Auffassungen“ der deutschen Wirtschaftsverbände monierte etwa schon vor einigen Jahren der damalige Kanzleramtschef und jetzige Bundesinnenminister Thomas de Maizière.[1] Fernab solcher Vorwürfe spielen Verbände und Interessengruppen jedoch weiterhin eine maßgebliche Rolle in der politischen, sozial-kulturellen und wirtschaftlichen Landschaft.

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Unternehmer und Politik

Robert Lorenz | 28. April 2015

Quelle: Jorma Bork@pixelio & kasina@pixelio

[präsentiert]: Robert Lorenz erläutert, weshalb Unternehmer die Politik meiden.

Über parlamentarische Repräsentativität wird viel diskutiert. Pluralistische Gesellschaften, so ein Argument, erforderten ein pluralistisches Meinungsspektrum im Parlament. Auf diesem Wege, so die damit verbundene Annahme, würden die Anliegen und Interessen unterschiedlicher Bevölkerungsteile eine parlamentarische Stimme erhalten. Es gibt einige Gründe, diesen Automatismus infrage zu stellen – allein, weil Mandatsinhaber ja auch schlicht entgegen ihrer soziografischen Merkmale debattieren und abstimmen können. Nichtsdestotrotz kann sich eine heterogene Zusammensetzung des Parlaments auf die Problemlösungsfähigkeit eines Plenums auswirken. Wenn sich aus bedeutsamen Teilen der Bevölkerung keine Parlamentarier mehr rekrutieren, kann dies also die Qualität der parlamentarischen Arbeit tangieren. Unternehmer werden im Bundestag immer mehr zu Exoten. Gegenwärtig liegt ihr Mandatsanteil unter dem Bevölkerungsanteil, seit den Anfängen der Bundesrepublik hat er sich sogar halbiert.[1] Wie erklärt sich diese zunehmende Abwesenheit von Unternehmern im Plenarsaal des Reichstagsgebäudes?

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Vom Kulturkampf um die Unterschicht

Florian Finkbeiner | 14. November 2014

Banner_Proteste[analysiert]: Florian Finkbeiner über das verkannte Protestpotenzial der Unterschichten.

Die Disziplin der Protestforschung ist relativ jung. Mit ihrem interdisziplinären Setting zwischen Soziologie, Politik- und Geschichtswissenschaft kämpft sie um ihren Status. Diese anhaltende Vernachlässigung in der deutschen Forschungslandschaft erstaunt angesichts der beträchtlichen Zunahme unterschiedlicher Protestformen. Auf dem Kampffeld um die Wahrnehmung und Deutung von Protesthandlungen zwischen wissenschaftlicher Anerkennung (und Distinktion), medialer (Früh-)Interpretation und feuilletonistischer Avantgarde sucht die Bewegungsforschung noch ihre Rolle. In diesem Spannungsfeld verdichten sich grundlegende Annahmen darüber, wer als handlungsfähig für Proteste gilt (und dann dementsprechend wahrgenommen wird) und wie sich diese Strukturkategorien (re-)produzieren. Doch dabei werden bedeutende Potenziale verkannt.

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Occupy in Deutschland

 | 4. November 2014

Plötzlich war sie mit ihren Zelten da: Die Occupy-Bewegung formierte sich 2011 scheinbar über Nacht, besetzte weltweit öffentliche Plätze und protestierte gegen Bankenmacht. Auch in Deutschland entstanden Occupy-Gruppen, die teils mehrmonatige Camps in den Stadtzentren errichteten. Von hier aus sollte sich ihr Protest entfalten – offen, basisdemokratisch, vielstimmig.
Was bewegte die Aktivisten und wie blickten sie auf Politik, Staat und Gesellschaft? Wie organisierten sie sich? Und was könnte von Occupy bleiben? Anhand von Beobachtungen, Interviews und Diskussionsrunden mit Occupyern eröffnet Lars Geiges einen materialreichen Blick auf das junge und kaum erforschte Protestphänomen.

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Zivilgesellschaft in Brasilien

Britta Baumgarten | 14. Juli 2014

[gastbeitrag]: Britta Baumgarten über den brasilianischen Staat und Zivilgesellschaft im Wandel.

Nun ist sie also vorbei, die Fußball-Weltmeisterschaft, die Brasilien diesen Sommer in den Fokus der deutschen Massenmedien rückte. Thema war aber nicht nur der Sport, berichtet wurde vielmehr auch wegen drohender Proteste. Massendemonstrationen sind während der WM allerdings weitestgehend ausgeblieben – nicht zuletzt aufgrund des gewaltsamen Vorgehens der Polizei gegen Demonstrierende zu Beginn des Turniers.

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Bildung und Beteiligung

Yvonne Blöcker | 19. Juni 2014

[analysiert]: Yvonne Blöcker über Lebenslagen von Kindern mit Migrationshintergrund.

Jedes dritte Kind in Deutschland unter 14 Jahren hat heutzutage einen Migrationshintergrund. Als im Jahr 2013 erstmals ein umfassender Kinder-Migrationsreport erschien, war eine solche Publikation daher längst überfällig.[1] Dieser Report zeigt: Auch wenn die Mehrheit aller Kinder mit Migrationshintergrund von Geburt an unter den gleichen institutionellen und strukturellen Bedingungen wie Kinder ohne Migrationshintergrund aufwächst, so gibt es doch Unterschiede in den Lebenslagen, z.B. im Bereich Bildung. Aber auch Beteiligung, wie eine bereits 2009 erschienene Studie konstatiert, fällt zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund unterschiedlich aus. Inwiefern kündigt sich hier ein Problem unserer zukünftigen Gesellschaft an und wie lässt sich Abhilfe schaffen?

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CfP: Zwischen Autonomie, Aufschrei und Überwachung

Alex Hensel | 15. Mai 2014

[präsentiert]: Tagung „Politisches Handeln in digitalen Öffentlichkeiten“ in Göttingen

Am 28./29.11.2014 findet in Göttingen die Tagung „Politisches Handeln in digitalen Öffentlichkeiten: Grassroots zwischen Autonomie, Aufschrei und Überwachung“ statt. Auf der von unserem Institut mitausgerichteten Konferenz sollen theoretische und praktische Perspektiven auf neue und ältere Formen des politischen Handelns im Internet geworfen werden. In jedem Fall wird es spannend, sowohl erfahrene als auch nachwachsende WissenschaftlerInnen sind dazu aufgerufen, bis zum 20. Juni 2014 Abstracts einzureichen. Alle Informationen finden sich auf der Homepage der Tagung oder direkt hier im Call for Papers.

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World of Widerstand

Felix Butzlaff | 28. März 2014

[kommentiert]: Felix Butzlaff über die Studie „World Protests 2006-2013

Bürgerproteste in Deutschland sowie in einigen europäischen Nachbarländern gehören zum Kern des wissenschaftlichen Erkenntnisinteresses des Göttinger Instituts für Demokratieforschung. Weil politische Parteien bestimmte soziale Gruppen in der deutschen Gesellschaft kaum mehr erreichen und bestimmte Themenfelder kaum mehr glaubwürdig repräsentieren können, nehmen immer mehr  Menschen die Vertretung ihrer Anliegen mit Nachdruck selbst in die Hand. Auch international häufen sich recht differente Protestphänomene : Vom „Arabischen Frühling“ zwischen Tunesien und Syrien über die chilenischen Studenten, die erst für eine Ent-Privatisierung des Bildungssystems und dann für eine gerechtere Gesellschaft auf die Straße gegangen sind, bis hin zu Protesten gegen Lebensmittelpreise oder drückende Arbeitsbedingungen in Afrika oder Südostasien reichen die Ereignisse, die es in die Tagespresse geschafft haben. Ob dahinter tatsächlich ein weltweiter Trend zu erkennen ist, haben sich eine Arbeitsgruppe um Sara Burke vom New Yorker Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung und Kollegen von der Columbia University gefragt und zur Forschungsaufgabe gemacht.[1]

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