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FDP: Altliberale oder neobürgerliche Akademiker?

Michael Freckmann | 6. Mai 2016

[analysiert]: Michael Freckmann über erfolglose organisatorische Modernisierungsversuche bei der FDP.

Im vergangenen Jahr lautete der Slogan „German Mut“, in diesem Jahr „Beta Republik Deutschland“. Auf ihren Parteitagen gebärdet sich die FDP modern; doch wer soll damit eigentlich angesprochen werden? Die jungen mobilen Bürgerlichen? Die Start-Up-Gründer, jungen Selbstständigen und globalen Trendsetter in den deutschen Metropolen? Gegenwärtig sind die stärksten Unterstützer der Partei jedenfalls die über Sechzigjährigen. Darüber hinaus sind die Freien Demokraten eine Partei der Akademiker und zunehmend für Hochgebildete. Welche Spannungen ergeben sich für die FDP aus dieser Situation?

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Wiener SPÖ: Im Labor

Matthias Micus | 20. Oktober 2015

[analysiert]: Matthias Micus über die österreichischen Sozialdemokraten nach der Gemeinderatswahl in Wien.

Österreich sei ein politisches Labor, in dem sich schon heute Entwicklungen zeigten und studieren ließen, die in anderen europäischen Ländern noch bevorstünden. So jedenfalls hieß es seit dem Aufstieg der rechtspopulistischen Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) von 1986 an regelmäßig in den Medien; dergleichen vernimmt man auch gegenwärtig wieder. Wer so spricht, der mutmaßt den unaufhaltsamen Siegeszug der „Politik der Angst“ (Ruth Wodak) und prognostiziert einen anhaltenden Abschwung der Sozialdemokraten. Für die Richtigkeit solcher Erwartungen gibt es im zeitgenössischen Österreich viele Indizien.

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Die Merkel-CDU (1): Abschied von Adenauer

Malte Lübke | 5. August 2015

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[analysiert]: Malte Lübke über den Wandel der CDU in den späten 1960er Jahren

In ihren bislang zehn Regierungsjahren stand Angela Merkel neben einer schwarz-gelben auch der zweiten und dritten Großen Koalition vor. Im Vergleich zur ersten Regierungspartnerschaft der Christ- mit den Sozialdemokraten von 1966 bis 1969 fallen dabei Parallelen, aber auch starke Unterschiede ins Auge. Während in der gegenwärtigen Koalition die CDU-Strukturen oft als stabil bzw. in der negativen Konnotation als festgefahren beschrieben werden,[1] vollzog sich die Bildung der ersten Großen Koalition unter Kanzler Kurt Georg Kiesinger in einer Ära des Wandels: Nicht nur gesellschaftlich, sondern auch für die CDU waren die Jahre zwischen 1966 und 1969 durch tiefgreifende Änderungen gekennzeichnet. Erst durch die innerparteilichen Wandlungsprozesse dieser Zeit konnte die CDU von der Honoratioren- zur Volkspartei aufsteigen.

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FDP: Alles neu in der Krise?

Michael Freckmann | 2. Juli 2015

[kommentiert]: Michael Freckmann über die Erneuerung einer Partei.

Der Niedergang der FDP ist eine lange Erzählung. 2009 mit starken 14,6 Prozent in die Regierung eingetreten, konnte sie sich bei dem für sie wichtigen Thema Steuersenkungen nicht durchsetzen, der Außenminister und FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle machte keine glückliche Figur und fortwährend gab es Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung; so verglich Wolfgang Kubicki bereits 2010 seine Partei mit der „späten DDR“[1]. Der Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Rainer Brüderle, verkam in der Satiresendung „heute-show“ zu einem Running Gag und stand für die Kommunikationsunfähigkeit seiner Partei gegenüber deren Wählerschaft. Die FDP wurde zum öffentlichen Gespött. Am 22. September 2013 folgte dann das Ausscheiden aus dem Bundestag.

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Wandel und Fortschritt in den Christdemokratien Europas

 | 21. Oktober 2014

Das Buch

Die christdemokratischen Parteien Westeuropas sahen sich zuletzt besonders stark mit gesellschaftlichem und politischem Wandel konfrontiert. Die Reaktionen dieser einst hyperstabilen christdemokratischen Parteien der bundesdeutschen CDU, der österreichischen ÖVP und des niederländischen CDA fielen daher umso mächtiger aus. Dabei kam es zu erstaunlichen Veränderungsprozessen: Andreas Wagner stellt dar, wie sich dieser Wandel trotz der einst gefestigten gesellschaftlichen Verhältnisse und der ganz besonderen innerparteilichen Beharrungskräfte immer wieder gegenüber den innerparteilichen Vetospielern behaupten konnte. Gerade in Oppositionszeiten zeigte sich über die Landesgrenzen hinweg, wie die Christdemokratien die Zeit nutzten, um als politische Großorganisationen zu lernen und sich zu verändern.

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