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Orte der Demokratie rss facebook Twitter

Fußballstadien: Ambivalenz der Masse

Alexander Voss | 8. Juni 2016

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[analysiert]: Alexander Voß über das Stadion als Ort der Demokratie.

Denkt man an einen „Ort der Demokratie“, fällt so manchem die Wiese vor dem Reichstagsgebäude ein. Vieles, was man sonst nur im Fernsehprogramm sieht – die Politik, die Regierung, die Macht –, liegt hier frei und offen vor dem Bürger. Der Himmel ist blau, das Gras grün, die Kuppel glänzt in der Sonne und wehende Deutschland- und Europa-Flaggen runden die Szenerie ab. Kurzum: Alles sehr bunt und schön hier.

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Tahrir Square: Starting point of the revolution

Walaa Kamal | 14. Januar 2016

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[gastbeitrag]: Walaa Kamal mit einer sehr persönlichen Einordnung der Bedeutung des Tahrir-Platzes für die Demokratie in Ägypten.

In 2007 I dreamt of a revolution. It started from Tahrir Square.

Why Tahrir? I don’t think I fully understood at the time.

Back then I was working at a bank, whose head office was located in Garden City, one of the classiest neighborhoods of Cairo. Until recently, it had been the neighborhood of choice for the most prominent Egyptian families, yet it slowly transformed into a business center filled with weathering architectural relics. As a result of the sheer number of cars in the area, it had become impossible to park in Garden City, and as such, I was forced to park my car in Tahrir Square’s main garage, a 20 minute walk from my office.

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Der Niedersächsische Landtag – ein Parlament im Schloss

Teresa Nentwig | 5. Januar 2016

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[analysiert]: Teresa Nentwig über die wechselvolle Geschichte des niedersächsischen Landtagsgebäudes.

Unter den deutschen Bundesländern verfügt Niedersachsen über eines der wenigen nach 1945 (fast) neu errichteten Parlamentsgebäude. Damit lässt es sich als Symbol für den Neubeginn der Demokratie ansehen. Wie viele andere Städte auch war Hannover nach dem Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Als das Kabinett des am 23. August 1946 gebildeten Landes Hannover am 19. Oktober 1946 zu seiner siebten Sitzung zusammenkam, behandelte es unter Tagesordnungspunkt IV die Frage, wo der hannoversche Landtag zukünftig untergebracht werden sollte. Drei Gebäude standen zur Auswahl: neben dem Jagdschloss Springe und dem Schloss Celle die Stadthalle Hannover.

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Der Maidan als Ort der Demokratie

Johann Zajaczkowski | 17. Dezember 2015

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[gastbeitrag]: Johann Zajaczkowski über den Maidan als real existierende Utopie.

Vor zwei Jahren begann im Herzen Kiews, auf dem Platz der Unabhängigkeit, die „Revolution der Würde“. Schon heute wird der blutige Winter 2013/2014 als visuelles Epos kanonisiert. Das ist schade, führt es doch am eigentlichen Faszinosum der Revolution vorbei – nämlich an ihrem utopischen Kern.

Die Maidan-Revolution forderte von Anfang an demokratische Werte ein. Die EU diente dabei als Archetyp und Projektionsfläche. So stand der Wunsch, dass die Ukraine eine „normale“ europäische Demokratie werden solle, im Zentrum der Auseinandersetzung – zumindest in der ersten Protestwoche, die sich dieser Tage zum zweiten Mal jährt.

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Das Theater als Ort der Demokratie

Marika Przybilla | 10. Dezember 2015

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[kommentiert]: Marika Przybilla über „Die Schutzbefohlenen“ am Thalia Theater.

Der Begriff „Theater“ stammt von dem altgriechischen Wort théatron und hat die Bedeutung „Schaustätte“ – dies mag an sich ein sehr theoretischer und äußerst trockener Fakt sein, der so angestaubt erscheint, wie die Steine der athenischen Agora. Allerdings sind der Inhalt des Theaters und sein Wesen das genaue Gegenteil davon. Theater kann als Spiegel der Gesellschaft gelten; denn was es zeigt, sind Beziehungen zwischen Menschen und ihrer Umwelt und Umgebung. Es wirkt, indem es Zusammenhänge oder bekannte Situationen öffentlich macht, ihnen einen Raum gibt und sie zur Schau stellt. Demzufolge kann das Theater unterschiedlich ambitioniert sein und verschiedensten Motivationen folgen. An dieser Stelle soll auf den politischen Anspruch des Theaters eingegangen und damit folgender Fragestellung nachgegangen werden: Ist Theater politisch? Kann eine Theaterproduktion, wenn sie denn politisch ist, wie z.B. „Die Schutzbefohlenen“ am Thalia Theater in Hamburg, auch ein Ort der Demokratie sein?

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Das Starbucks-Café als Ort der Demokratie

Jöran Klatt | 3. Dezember 2015

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[kommentiert]: Jöran Klatt über Starbucks-Filialen und andere third spaces.

Demokratie lebt von Öffentlichkeit, Transparenz, von Orten und Räumen, die für die Gemeinschaft gemacht sind. Gleichermaßen jedoch lebt sie von Privatheit, Hinterzimmern und Ruheräumen, von denen aus Meinungen gebildet werden, geplant, organisiert und vorbereitet und darüber hinaus auch geherrscht werden kann. Demokratie ist multispatial, sie benötigt eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Orte und Räume. Doch neben den genannten existieren auch noch jene Räume, die sich nicht so recht den Kategorien Privatheit und Öffentlichkeit fügen wollen. Sie werden third spaces genannt: dritte Räume. Der Begriff entstammt der Schule der kulturwissenschaftlichen Paradigmenwechsel, der cultural turns. Raum ist dort keine unveränderbare Größe, sondern ein von Menschen gemachtes, gedachtes und veränderbares Konstrukt. Räume sind soziale Räume, also Lebenswelten, die erst durch die Praxis jener entstehen, die darin und damit leben – und damit eben auch etwas, das sich wandeln kann.

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Freundschaft als Ort der Demokratie

Yvonne Blöcker | 26. November 2015

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[analysiert]: Yvonne Blöcker analysiert einer Kinderzeichnung zum Thema „Miteinander leben“.

Seit einiger Zeit beschäftigt sich die Politikwissenschaft zunehmend mit Fragen, ob und wie Kinder Demokratie wahrnehmen und erleben.[1] Gerade in diesem Themenfeld bietet sich eine kreative Herangehensweise an, um Erfahrungen, Deutungsmuster und Assoziationen von Kindern zu Demokratie herauszuarbeiten – auch wenn sie den Begriff unter Umständen (noch) nicht kennen. In einer Fokusgruppe mit Kindern wurden diese gebeten, ein Bild zu malen, wie sie sich das menschliche Zusammenleben vorstellen. Der Begriff „Demokratie“ wurde dabei zwar nicht genannt, doch sollte diese Aufgabenstellung erfahrbar machen, wie Kinder das Zusammenleben in der Demokratie wahrnehmen. So stellt sich die Frage, welchen Aspekt des Zusammenlebens in der Demokratie sie besonders hervorheben. Nachfolgend wird im ersten Schritt beispielhaft eine Kinderzeichnung anhand der dokumentarischen Methode analysiert[2] und im zweiten Schritt ein Bezug zu Demokratie hergestellt.[3]

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Der Reichstag – ein Ort der Demokratie

Marika Przybilla | 27. Oktober 2015

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[kommentiert]: Marika Przybilla über den deutschen Bundestag als Ort der Demokratie.

Hinterzimmermauscheleien, „die da oben“, „Politik fern ab von der Wirklichkeit“. Betrachtet man Umfragen der letzten Jahre und Jahrzehnte, wird deutlich, dass immer mehr Bürgerinnen und Bürger in der Bundesrepublik Deutschland das Gefühl haben, die Politik und ihre Vertreter würden sich von ihnen und ihrer Lebenswirklichkeit immer weiter entfernen. Schon 1992 wurde „Politikverdrossenheit“ zum Wort des Jahres gewählt.[1] Viele scheinen den Eindruck gewonnen zu haben, dass die Politiker ihre Pläne weit ab von der Bevölkerung schmieden und trotzdem den Anspruch vertreten, allgemeinverbindliche und am Allgemeinwohl orientierte Entscheidungen zu treffen. Diese Wahrnehmung steht jedoch nicht nur in krassem Gegensatz zu der eigentlichen Intention von Demokratie, der Herrschaft des Volkes, sondern sie erscheint auch noch geradezu paradox in Anbetracht von Lage und Anlage des deutschen Parlamentssitzes: dem Reichstag in Berlin-Tiergarten inmitten der Bundeshauptstadt, der für jedermann sichtbar und besuchsoffen ist, zudem den Schriftzug „Dem deutschen Volke“ trägt. Aber inwieweit kann ein Gebäude deshalb als Garant für die Qualität der demokratischen Verfasstheit innerhalb des Landes fungieren?

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Neue Reihe: Orte der Demokratie

Marika Przybilla | 27. Oktober 2015

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[präsentiert]: Marika Przybilla über unsere neue Blog-Reihe „Orte der Demokratie“.

Demokratie – ein Wort, das jedem fast tagtäglich begegnet. Ein Konzept, das mit vielen Annahmen, Voraussetzungen, Erwartungen, Hoffnungen und vielleicht auch Enttäuschungen beladen ist. Dabei erscheint der Begriff „Demokratie“ einerseits oft sehr theoretisch und andererseits auch normativ. An sich und ganz kurz gesagt ist die Demokratie ein Konstrukt, eine bestimmte Regierungsform und eine Struktur, bei der das Volk die Macht innehat. Es gibt sie in unterschiedlichen Ausformungen: Mal ist sie repräsentativ, mal direkt, mal plebiszitär oder tritt in Gestalt eines Rätesystems auf. Demokratie kann jedoch weit mehr sein als nur eine Regierungsform und jedem Bürger, jeder Bürgerinnen in unterschiedlicher Gestalt und Form begegnen. Demokratie ist eben nicht nur Theorie, sondern muss gelebt werden. Sie wird somit auf den verschiedensten Ebenen erfahrbar. Wenn die Demokratie jedoch so vielfältig ist und sich in vielen einzelnen Bereichen und Teilen wiederfindet, was bedeutet und beinhaltet sie dann? Wo und wann treffen wir auf sie? Gibt es bestimmte Orte, wo sie auffindbar ist? Was bedeutet sie? Welche Formen kann sie annehmen? Wann und wie wird Demokratie erlebt? Was wird mit ihr assoziiert?

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