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Die Occupy-Bewegung: Entstehung und Entwicklung

Robert Mueller-Stahl | 5. November 2014

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[präsentiert]: Lars Geiges blickt auf die Occupy-Bewegung zurück.

Ausgehend von der Besetzung des New Yorker Zuccotti-Platzes im Herbst 2011 verbreitete sich die Occupy-Bewegung in zahlreichen Metropolen. Was vereinte die Aktivisten in ihrem Protest? Welche Rolle kam der Idee von Raum und dessen Besetzung zu? Und schließlich, was bleibt von der Bewegung? Antworten darauf gibt Lars Geiges im Interview. Seine Studie „Occupy in Deutschland. Die Protestbewegung und ihre Akteure“  ist jüngst im Transcript Verlag erschienen.

Redaktion & Technik: Hanna Feesche und David Osterkorn

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Occupy in Deutschland

 | 4. November 2014

Plötzlich war sie mit ihren Zelten da: Die Occupy-Bewegung formierte sich 2011 scheinbar über Nacht, besetzte weltweit öffentliche Plätze und protestierte gegen Bankenmacht. Auch in Deutschland entstanden Occupy-Gruppen, die teils mehrmonatige Camps in den Stadtzentren errichteten. Von hier aus sollte sich ihr Protest entfalten – offen, basisdemokratisch, vielstimmig.
Was bewegte die Aktivisten und wie blickten sie auf Politik, Staat und Gesellschaft? Wie organisierten sie sich? Und was könnte von Occupy bleiben? Anhand von Beobachtungen, Interviews und Diskussionsrunden mit Occupyern eröffnet Lars Geiges einen materialreichen Blick auf das junge und kaum erforschte Protestphänomen.

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Internetaffin und postdemokratisch

Priska Daphi | 7. August 2014

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[analysiert]: Priska Daphi über die Montagsmahnwachen und neue Protestformen

Den Montagsdemonstrationen für den Frieden, die im Kontext der Ukraine-Krise im Frühjahr 2014 bundesweit stattfanden, wurde Rechtslastigkeit vorgeworfen. In einer Befragung der TeilnehmerInnen der Montagsmahnwachen in Berlin – einer Onlinebefragung mit 303 ausgewerteten Antworten – konnten wir zeigen, dass ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild zwar kaum zu finden ist, rechtsextreme Einstellungselemente jedoch in einigen Fällen durchaus vorhanden sind.[1] Neben dieser Offenheit gegenüber rechtem Gedankengut stehen die Montagsmahnwachen allerdings auch für die Entwicklung neuer Formen des politischen Protests, wie sie in Bezug auf die Occupy-Proteste beobachtet wurden. Welche Parallelen also lassen sich zwischen Montagsdemonstrationen und Occupy-Protesten in Deutschland beobachten?

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Globaler Protest und feuilletonistischer Ausnahmezustand

Hannes Keune | 29. Juli 2014

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[analysiert]: Hannes Keune hinterfragt ein aktuelles Narrativ der public intellectuals.

Irgendwie schien die Realität Francis Fukuyamas Geschichtsteleologie, demnach die Demokratie westlichen Typs endgültig triumphiert habe,[1] nach 1989 zu konterkarieren: In unmittelbarer Nachbarschaft der Europäischen Union gingen aus dem Zerfall des jugoslawischen Vielvölkerstaats sich nur langsam modernisierende und demokratisierende Transformationsgesellschaften hervor. Den islamistischen Anschlägen von 9/11 folgten Afghanistan- und Irak-Krieg. Und dass die Globalisierung nicht widerspruchslos abläuft, bewies nicht zuletzt die Vielzahl ökonomischer Krisen in den 1990ern und 2000ern – es seien an dieser Stelle nur die wichtigsten der Reihe nach genannt: die Skandinavische Bankenkrise zu Beginn der 1990er Jahre, die Japan-Krise ab 1991, die Asien-Krise 1997/98, das Platzen der Dotcom-Bubble 2000 und nicht zuletzt die Weltwirtschaftskrise ab 2007. To make a long story short: Die Welt war mit dem Ende der Sowjetunion keineswegs zu einem besseren Ort geworden, Protest oder gar utopische Gegenentwürfe regten sich jedoch kaum oder waren den Massenmedien keine Berichterstattung wert.

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Protestcamps

Lars Geiges | 4. März 2013

[analysiert]: Lars Geiges über die Eigenheiten eines Protestphänomens.

Am Morgen des 6. August 2012 fuhr die Polizei vor, um das Frankfurter Occupy-Protestcamp zu räumen. Etwa vierzig Aktivisten harrten auf dem Platz vor der Europäischen Zentralbank aus, saßen ineinander gehakt auf dem Boden, singend und gelegentlich Parolen der Resistenz rufend. Sie ließen sich letztlich friedlich fort tragen. Ein paar Beschimpfungen, einige Flüche, auch Tränen: Wie angekündigt, leisteten die Occupyer nur passiven Widerstand und gaben sich hinterher trotzig: Es gehe weiter, dezentral, konzentrierter, ein wenig anders eben. Ein halbes Jahr später weiß man: Kaum etwas ging weiter. Und die Camps, die bunten Zeltdörfer auf grauem Asphalt, sind längst aus den deutschen Fußgängerzonen und Bankenvierteln verschwunden – in Frankfurt wie andernorts.

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Occupy Marktlücke?

Nils C. Kumkar | 5. Juli 2012

[präsentiert]: Nils C. Kumkar rezensiert drei Veröffentlichungen zur Occupy-Bewegung

Die Eule der Minerva beginnt erst mit der Dämmerung ihren Flug – mit diesem Gleichnis will Hegel in der Vorrede zu seinen „Grundlinien der Philosophie des Rechts“ versinnbildlichen, dass die Philosophie (wie die gesamte Wissenschaft) in gesellschaftlichen Fragen immer zu spät komme. Wenn der Schleier der Nacht gelüftet wird, erkennt es sich eben besser. Der Preis dafür ist allerdings, dass die Philosophie ihren Gegenstand grau in grau, in abgestorbener Endgültigkeit malt. Es gibt aber gute Gründe, mit der Erkenntnisgewinnung und ihrer Veröffentlichung doch schon zu beginnen, bevor die Eigenbewegung des Gegenstandes geendet hat und dieser zu einem möglichst klar abzubildenden Endzustand erstarrt ist.

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