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Pegida: Wieder mal die Rettung des Abendlandes

Florian Finkbeiner | 12. März 2015

Analysen der Pegida-Bewegung

[analysiert] Florian Finkbeiner über die historische Karriere des Begriffs des Abendlandes

Auch wenn es mit Pegida nun vorbei scheint, ist die Analyse des Phänomens noch lange nicht abgeschlossen.[1] Ein prominenter Bezugspunkt der Bewegung vor allem in Dresden war der Begriff des Abendlandes, welcher in der deutschen Geschichte über eine lange Tradition verfügt. Der Begriff „Abendland“ als Baustein zur Konstruktion (politischer) Identität vor allem konservativer Gruppen existierte schon Ende des 18. Jahrhunderts und richtete sich ursprünglich vor allem gegen die Ideen der Französischen Revolution. Seine Blütezeit erhielt der Begriff aber durch Oswald Spenglers folgenreiches Buch „Der Untergang des Abendlandes“ von 1918.

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Das Ende der Geschichten

Christoph Hoeft | 3. Juli 2014

[analysiert]: Christoph Hoeft über die Bedeutung von Erzählungen in der Politik

Der Mensch ist ein Geschichtenerzähler. Nicht nur die eigene Biographie wird als eine Geschichte mit rotem Faden konzipiert, in der dann die einzelnen Episoden des Lebens miteinander verknüpft und so mit einer größeren Bedeutung und einem tieferen Sinn versehen werden. Auch auf einer gesellschaftlichen Ebene geben Erzählungen zunächst unzusammenhängend erscheinenden Ereignissen eine Bedeutung und einen Sinn, sie bilden die Basis einer gemeinsamen Identität und einer geteilten Kultur. Egal, ob es sich um politische Gruppen, Klassen oder Nationen handelt: Jedes soziale Kollektiv verfügt über eine oder mehrere Basiserzählungen, die eine gemeinsame Geschichte konstruieren, auf diese Weise überhaupt erst eine Gemeinschaft erlebbar machen. Solche Narrationen schaffen Modelle der Welt und versehen die Menschen mit Handlungsorientierungen und Motiven, sie bestimmen auch, ob eine bestimmte Haltung in unseren Ohren schlüssig klingt.

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