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„Da muss dann auch Widerspruch erlaubt sein.“

Hans Joas, Lars Geiges & Matthias Micus | 19. Juni 2017

[nachgefragt]: Ein Gespräch mit Hans Joas über Kirchen, Politik und Moral.

Herr Joas, Sie sprechen von der Kirche als Moralagentur. Was haben wir darunter zu verstehen?

Wichtig ist, dass wir die beiden Bestandteile einzeln erörtern: Moral und Agentur. Beginnen wir mit der Moral. Die Moral ist dabei definiert durch ihre Restriktivität. Bestimmte Sachen, heißt das, darf man nicht tun – eben aus moralischen Gründen, die bisweilen sogar rechtlich kodifiziert sind. Oder man darf sie prinzipiell tun, aber bestimmte Mittel zur Erreichung des Zieles nicht verwenden. Die Moral ebenso wie die Normen schränken meine Handlungsmöglichkeiten insofern ein.

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