Kann man dieses Spiel noch Fußball nennen? Ein Spiel, bei dem nicht ausschließlich die Anzahl geschossener Tore zählt. Bei dem Schimpfen und Schreien mit Punktabzügen geahndet werden. Bei dem der gelungene Abspiel, filigrane Ballstafetten und fixe Doppelpässe, kurz: das schöne Spiel mehr zählen als der schnöde Treffer in des Gegners Tor?
→ weiter lesen[analysiert]: Michael Lühmann und David Bebnowski über die Generation der „Börsen-Boomer“ vor dem Hintergrund des Westerwelle-Liberalismus
Eigentlich war schon alles vorbei, als Guido Westerwelle in den Parteivorsitz der FDP gelangte. An einem unscheinbaren Tag im März 2001, zwei Monate bevor Westerwelle FDP-Vorsitzender wurde, erreicht der Börsenindex Nemax (Neuer-Markt-Index) seinen historischen Höchststand. Die dotcom-Blase, die den überdrehten Marktliberalismus zuvor befeuert hatte, implodierte und riss in den folgenden 31 Monaten etliche Anleger aus ihren Träumen von hohen Spekulationsgewinnen. Sechsundneunzig Prozent seines Wertes – weit über 200 Milliarden Euro – gingen im Neuen Markt verloren. Der Glaube an das große Glück an den Finanzmärkten wurde tief erschüttert.
→ weiter lesenWann und warum entstand die “Neue Unterschicht”, wie beteiligen sich sozial Benachteiligte an der Bürgergesellschaft heute und was bedeutet deren geringe Teilnahme an modernen Formen des Engagements für die Demokratie? – Johanna Klatt und Franz Walter über ihr neues Buch “Entbehrliche der Bürgergesellschaft?”
→ weiter lesen[analysiert]: Michael Lühmann u.a. über die neuen grünen Wähler*
Revolution, Erdbeben, Zeitenwende – die Einschätzungen der Wahlen im Südwesten der Republik übertreffen sich gegenseitig. Und in der Tat, was in Baden-Württemberg passiert ist, verlangt nach Einordnung. Abgesehen von den Folgen für Land und Bund – die personellen Veränderungen in der FDP scheinen da nur der Anfang –, stellen sich zwei Fragen: Wie nachhaltig ist der Erfolg der Grünen? Schließlich erzielen die Grünen nun schon fast seit einem Jahr Zustimmungswerte in vorher unbekannten Höhen. Und welche Ursachen liegen dem Wählerzuwachs zu Grunde? Handelt es sich um einen kurzfristigen Zeitgeisteffekt – Fukushima, und, inzwischen abgeschwächt, die Katastrophe im Golf von Mexiko, scheinen hier allgegenwärtig – oder verbirgt sich hinter dem Zuwachs der Bündnisgrünen eine grundlegendere Verschiebung in den bundesrepublikanischen Mentalitätsströmen?
→ weiter lesenWie sind die Parteien in Baden-Württemberg aufgestellt und wie beeinflusst “Stuttgart 21″ die kommende Landtagswahl? – Hierauf antwortete der Freiburger Parteienforscher Prof. Dr. Ulrich Eith Anfang März unserem Radiomagazin „Unter der Lupe“. Nach der Katastrophe in Japan hat Eith seine Einschätzung der politischen Lage in Baden-Württemberg aktualisert. Er meint, bei den anstehenden Wahlen sei nun alles möglich:
→ weiter lesenDie Entwicklung der politischen Stimmungslage vor den Ereignissen in Japan war berechenbar. Das Thema „Stuttgart 21“ hatte nur noch regionale Bedeutung. Die Regierungsparteien konnten in den Umfragen schrittweise Boden gutmachen und lagen auf Erfolgskurs. Zu erwarten war also, dass CDU und FDP aufgrund ihrer strukturellen Vorteile in Baden-Württemberg die Wahl knapp, aber immerhin gewinnen würden. Mit den Ereignissen in Japan hat sich die Stimmungslage erneut gedreht.
Vor einigen Tagen kam ein Aktivist des Allgemeinen Studentenausschusses zu mir und fragte, was denn die Summe meiner Eindrücke von den studentischen Aktionen der letzen 20 Jahre sei. Ich habe ziemlich herumgestammelt, fahrige Allgemeinheiten über Generationen, Zyklen, den Wechsel von Emanzipation und Ruhepausen zum Besten gegeben. Aber meinem engagierten Studenten konnte ich mit dergleichen Phrasen nicht imponieren. „Wenn Ihnen etwas einfällt, bringen Sie’s zu Papier“, rief er mir im Abgang aufmunternd zu.
→ weiter lesenUnd wieder verschreiben sich die Sozialdemokraten dem Fortschritt, wenngleich in diesen Tagen dem „neuen“ Fortschritt. Dabei: Neu ist der Slogan nicht. 1987 kreierte und propagierte ihn bereits Ulrich Maurer, damals Vorsitzender der SPD in Baden-Württemberg heute Bundestagsabgeordneter der Linken. Maurer war seinerzeit noch ein „Modernisierer“ und argumentierte ganz ähnlich wie heute seine Pendants in der neuen SPD. Für die Wahlniederlagen der SPD in jenen Jahren machte er das Negativ-Image der SPD als „Neinsager-Partei“ verantwortlich.
→ weiter lesenBio boomt auch in Frankreich. Hemden sollten aus „Organic Cotton“ hergestellt sein und Schuhe auf dem europäischen Festland. In den Supermärkten wachsen die „Fair-Trade“-Regale und in jeder größeren Stadt gibt es Leihfahrradsysteme nach Beispiel des Pariser „Vélib‘“. Woher kommen diese gesellschaftlichen Veränderungen, von welchen gesellschaftlichen Gruppen wurden sie angestoßen und von wem werden sie getragen?
→ weiter lesenDas Jahr 2010 geht allmählich zu Ende. Für den parteipolitischen Liberalismus in Deutschland war das ein denkbar freudloses Jahr. Doch zuweilen stößt man auf die kritische Anfrage, ob die FDP denn überhaupt als eine liberale Partei zu charakterisieren sei? Denn: Stehen die Freien Demokraten nicht vielmehr für all das, was veritablen Freigeistern zutiefst verpönt ist: für Machtpolitik um jeden Preis, für rüden Industrielobbyismus und kalte Verächtlichkeiten gegenüber dem unteren Drittel der Gesellschaft? Was in aller Welt, so hört man nicht selten die Kritiker der Westerwelle-Partei mit bissigem Spott fragen, hat diese Partei besserverdienender Schnösel noch mit den großen Traditionen des Liberalismus zu tun, mit eigensinnigen Diskursen, widerborstiger Zivilgesellschaftlichkeit und couragierter Aufklärung?
→ weiter lesenSind die Anhänger der FDP politisch zu naiv? Im Video kommentiert Franz Walter die historische Wiederkehr von liberaler Euphorie und Enttäuschung.
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