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Wandel und Fortschritt in den Christdemokratien Europas

 | 21. Oktober 2014

Das Buch

Die christdemokratischen Parteien Westeuropas sahen sich zuletzt besonders stark mit gesellschaftlichem und politischem Wandel konfrontiert. Die Reaktionen dieser einst hyperstabilen christdemokratischen Parteien der bundesdeutschen CDU, der österreichischen ÖVP und des niederländischen CDA fielen daher umso mächtiger aus. Dabei kam es zu erstaunlichen Veränderungsprozessen: Andreas Wagner stellt dar, wie sich dieser Wandel trotz der einst gefestigten gesellschaftlichen Verhältnisse und der ganz besonderen innerparteilichen Beharrungskräfte immer wieder gegenüber den innerparteilichen Vetospielern behaupten konnte. Gerade in Oppositionszeiten zeigte sich über die Landesgrenzen hinweg, wie die Christdemokratien die Zeit nutzten, um als politische Großorganisationen zu lernen und sich zu verändern.

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Protest gegen eine geplante Asylunterkunft

Paul Dattke, Lars Geiges | 28. August 2013

[analysiert]: Paul Dattke und Lars Geiges über eine besondere Bürgerinitiative irgendwo in Deutschland.

Die Goethe-Straße[1] sieht aus wie viele Straßen, die Wohngebiete in einer deutschen Großstadt wie dieser durchziehen: die Fahrspur leicht verengt, eine frisch asphaltierte Piste, die zu beiden Seiten hin von gepflegten Gehwegen begleitet wird, dahinter liegen meist blumige Vorgärten vor freistehenden Häusern, viel Klinker, kein Altbau. Man nennt das bürgerlich. 20.000 Menschen leben insgesamt in dem Viertel, in dem die Goethe-Straße mit ihren rund 500 Metern zu den längeren Straßen zählt. Der Stadtteil verfügt über mehrere Kirchen, aktive Feuerwehren und diverse Sportvereine. Wiesen und Felder sind ebenso nah wie die Stadtbahn-Haltestelle, von der aus es rund 20 Minuten bis ins Zentrum sind. Die Menschen, die hier wohnen, leben gerne hier, sagen sie – nicht städtisch, nicht dörflich, dabei ausreichend ruhig.

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Vom Milieu zur Szene

Christoph Hoeft | 17. Mai 2013

[analysiert]: Christoph Hoeft über Lebenswelten linker Politik in Hamburg

Das Milieu der Arbeiterschaft war jahrzehntelang unerschütterliches Fundament und beständiger Nährboden linker Politik. In einem weitverzweigten Netz von Bildungs-, Kultur-, Sport- und Geselligkeitsvereinen, konnten sich die Arbeiter nicht nur von einer feindlichen Umwelt zurückziehen, sondern zusätzlich in kleinem Maßstab vorwegnehmen, was ihnen in einer größeren Perspektive noch wie ein ferner Traum erschien: ein freies und solidarisches Miteinander, ohne Unterdrückung und Ausbeutung. Auch wenn mittlerweile die Erosion des Arbeitermilieus weit vorangeschritten ist, kann linke Politik weiterhin auf eine Basis zurückgreifen, die in etlichen Punkten den Charakteristika des Milieus der Arbeiterschaft gleicht und somit dem scheinbar verlorenen Konzept der Solidargemeinschaft weiter erstaunlich nahe kommt: Gemeint ist die linke Szene[1] bzw. das alternative Milieu.

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Ende oder Fortgang der „Wutbürgerei“?

Franz Walter | 2. Januar 2013

[kommentiert]: Franz Walter über Ambivalenzen der Partizipationsdemokratie

Im Jahr 2011 beherrschte noch der „Wutbürger“ über viele Wochen die Schlagzeilen. 2012 war der Begriff nahezu aus der Welt der Medien verschwunden. War somit das Phänomen des „zornigen, protestierenden Bürgers“ lediglich künstlich stilisiert? Oder schwelt unter der Oberfläche weiter, was 2011 in einigen Teilen der Republik offen entflammt war? Wie entwickeln sie sich künftig, die viel beschworene „Zivilgesellschaft“, die zumindest in Sonntagsreden gern eingeforderte „Partizipationsdemokratie“?

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Der „rechte“ Weg der Evangelikalen in den USA

Jens Gmeiner | 5. November 2012

[analysiert]: Jens Gmeiner über die Bedeutung der Evangelikalen bei den US-Wahlen

Nein, es war nicht George W. Bush. Nicht er war der erste US-Präsident jüngerer Zeitrechnung, der aus seiner evangelikalen Glaubensüberzeugung und spirituellen wie persönlichen „Wiedergeburt“ („born again“) kein Geheimnis machte. Es war Jimmy Carter, der tiefgläubige Südbaptist aus Plains im Bundesstaat Georgia. Carter lockte mit seiner Person und gewiss auch seiner Verwurzelung im Süden, dem so genannten solid south, vermehrt evangelikal orientierte Wählergruppen zur Präsidentschaftswahl und verdankte vor allem ihnen seinen Wahlerfolg.

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Eine Gefahr für die Gesellschaft?

Tanja Kirchner | 31. Oktober 2012

[kommentiert]: Tanja Kirchner über die Historie von Parallelgesellschaften

Auch im Jahr 2012, ein Jahr nach dem Jubiläum des 50-jährigen Anwerbeabkommens zwischen der Türkei und Deutschland, können regelmäßig Menschen auf den Straßen Deutschlands beobachtet werden, die sich mit genervten Gesichtern darüber echauffieren, dass sich insbesondere muslimische „Ausländer“ nicht an die „deutsche Kultur“ anpassen wollten und könnten. Daher wird auch in den Massenmedien das Thema „Parallelgesellschaft“ immer wieder kontrovers diskutiert, wobei sich auch hier die Debatte meist auf muslimische Migrantinnen und Migranten bezieht. Was aber bedeutet eigentlich der Begriff „Parallelgesellschaft“, woher kommt er und gibt es eine Rechtfertigung für die Negativbehaftung des Wortes?

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Auf dem Weg zum politischen Zutrauen

Yvonne Wypchol | 15. Oktober 2012

[analysiert]: Yvonne Wypchol über Kindheit, Freizeitgestaltung und Milieudifferenzen.

Politikverdrossenheit, politisches Desinteresse und ein generelles Misstrauen gegenüber Politikerinnen und Politikern – das sind Phänomene, die vor allem der sogenannten „Unterschicht“, den „bildungsfernen“ Milieus zugeschrieben werden. Derartige Einstellungen sind aus parlamentarischen Systemen kaum wegzudenken, ihre Revision ist ein schwieriges Unterfangen. Dennoch kann eines durchaus aufgebrochen werden: ihre intergenerationale Wertetransmission, sprich die Weitergabe.

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Grün und stets im Schritt der Zeit

Franz Walter | 3. Juli 2012

[analysiert]: Franz Walter über das grüne Milieu.

Die Grünen (2): Die Ergebnisse der Studie in Sachsen

Mit umstürzlerischen Gesinnungen ist in der alternden bundesdeutschen Republik nicht zu rechnen. Und deshalb bilden die Grünen hierzulande gleichsam die repräsentative Mitte. Denn als stilles Motto setzte sich in der einstmals so radikalreformistisch lärmenden Künast-Trittin-Partei die „Berechenbarkeit“ durch und ersetzte so den basisdemokratischen Veränderungsfuror der Anfangsjahre. Viel wird nicht mehr gestritten in dieser Partei. Der maßvolle Auftritt ist Credo und Usus geworden. Ein bisschen zugespitzt formuliert: Die Grünen sind in die Fußstapfen der CDU getreten. Das „Ö“ der Ökologie hat das „C“ der Christdemokraten und der Christsozialen in der politischen Wirksamkeit ersetzt.

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Generationswechsel in einer alternden Partei

Jonas Rugenstein | 21. März 2012

Parteien an der Basis (5): Die Linke

[präsentiert]: Jonas Rugenstein über das Sommerfest der Linken in Potsdam

Die Linke in Potsdam hat zum 22. Mal zum Sommerfest geladen. Neben dem 1. Mai ist dieser Anlass für die Parteibasis der wichtigste Termin im Jahr und einer, an dem sich der Zustand der Partei gut ablesen lässt. Die Bierbänke vor der großen Bühne, auf der den ganzen Tag über ein buntes Kulturprogramm abläuft, sind gut gefüllt. Hier zeigt sich, wie stark die Basis der Linken in der brandenburgischen Hauptstadt ist, wo die Linke – egal ob Kommunal-, Landtags- oder Bundestagswahl – regelmäßig an die 30 Prozent der Stimmen erreichen kann. Bei den Bundestagswahlen 2009 war die Linke stärkste Partei. Sie ist hier keine Nischenpartei, die nur ein Thema besetzt, sondern hat tatsächlich so etwas wie den Charakter einer in breite Kreise der Gesellschaft hineinreichenden Volkspartei, der ihr im Osten zuweilen auch zugeschrieben wird. Das zeigt sich allein schon daran, dass in einer Reihe neben Bücherständen mit Biographien linker Ikonen auch der parteinahe Wirtschaftsverband von kleinen und mittelständischen Unternehmern, Freiberuflern und Selbstständigen für sich wirbt.

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„Wir in NRW“

Franz Walter | 19. März 2012

[analysiert]: Franz Walter über eine mögliche Renaissance der Sozialdemokratie in Nordrhein-Westfalen

Wenn Medien über Höhen und Tiefen der deutschen Sozialdemokraten berichten wollen, dann schicken die Ressortleiter ihre Kameraleute und Reporter in schöner Regelmäßigkeit nach Dortmund und Umgebung. Sie portraitieren dann kleine, aber redliche Leute in den früheren Werksiedlungen, schildern brave, sich aber ihrer Überzeugungen nicht mehr ganz so sichere Genossen, die ihr Leben lang der Partei in Treue verbunden waren, doch gerade im letzten Jahrzehnt auch den Zweifel an der politischen Klugheit ihrer Parteichefs zugelassen haben. Am Beispiel dieser Region – Nordrhein-Westfalen und das Ruhrgebiet insbesondere – versuchen die Deuter des Politischen gern klar zu machen, warum es mittlerweile so schlecht steht mit der SPD. Denn NRW – Pütt – SPD, das alles gehörte einst fest zusammen.

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