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Die konservierte Volkspartei

Oliver D'Antonio | 21. November 2011 | Keine Leserbriefe

[analysiert]: Oliver D’Antonio über Angela Merkels Versuch, die CDU als Volkspartei zu erhalten

Zur Begrüßung gibt es Orangen. Die konservative Aktion „Linkstrend stoppen“ verteilt diese vor dem Eingang des Leipziger Parteitags der CDU. Um die Südfrüchte sind Papierbanderolen gewickelt mit der unmissverständlichen Botschaft „Links-CDU ist doch krank!“. Doch bis in den Plenarsaal schaffen es die Orangen nicht, das Sicherheitspersonal kassiert sie am Eingang des Congress Centers. Und auch der gefürchtete konservative Aufstand dringt nicht bis an den Versammlungsort vor. Dort erklärt die Kanzlerin, warum in diesen dramatischen Zeiten ihr Kurs der einzig gangbare sei: Stuttgart 21, Fukushima, Arabischer Frühling und Euro-Krise. Angesichts dieser erdrückenden Fülle an Umbruchereignissen bleibt der Widerstand der Basis eher gering. Als Wirtschaftsliberale und Konservative Merkels Rede dezent unter Beschuss nehmen, befindet sich der Großteil der Delegierten und des Präsidiums in der Mittagspause.

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Verpatzter Generationswechsel ins Leere

Franz Walter | 15. August 2011 | Keine Leserbriefe

[analysiert]: Franz Walter über die schwindende gesellschaftliche Verankerung der Christdemokratie

Fast könnte man in diesen Wochen Mitleid mit den armen Christdemokraten bekommen. Über Jahrzehnte war die CDU die große Volkspartei und Weichenstellerin der alten Bundesrepublik. In der Konkurrenz mit den Sozialdemokraten hatte sie meist die Nase vorn. Sie besaß ein feines Sensorium für die Stimmung im Volke. Ihr hellwacher Instinkt für die Macht beeindruckte stets auch ihre härtesten Gegner. Vorbei das alles. Seit Monaten nun irren die Christdemokraten aufgeregt und kopflos durch die politische Landschaft.

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Kirchen in der Krise

Bastian Brandau, Jens Gmeiner | 21. Juli 2011 | Keine Leserbriefe

[präsentiert]: Katharina Rahlf über Ursachen und Folgen der Krise der Kirchen

In den letzten 30 Jahren haben die beiden großen Kirchen in Österreich, den Niederlanden und Deutschland viele ihrer Mitglieder und damit den Kontakt zu einigen Gesellschaftsschichten fast gänzlich verloren. Im Interview mit Unter der Lupe berichtet Katharina Rahlf über das Forschungsprojekt “Diesseits von Versäulung, Lagern und sozialmoralischer Milieus”.

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Vom ökologischen Mahner zum gesellschaftlichen Mittler?

Michael Lühmann | 19. Juli 2011 | Keine Leserbriefe

[analyisert]: Michael Lühmann über Ergebnisse der Studie “Zeitgeisteffekt oder grüner Wertewandel” und die Entwicklung der Bündnisgrünen

Das deutsche Parteiensystem unterliegt seit einigen Jahren einem rasanten Wandel. Die Krisendiagnosen zu den Volksparteien haben weitgehend in Wahlergebnissen ihren Niederschlag gefunden. Zugleich gewinnen die vormals „kleinen“ Parteien stetig an Zulauf. Dem Aufschwung der FDP folgt nun ein Hoch von Bündnis 90/Die Grünen, das sich zuletzt bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg manifestierte. Die Gründe für diese Verschiebungen sind vielfältig und können in zwei potentielle Erklärungsstränge aufgeteilt werden. Handelt es sich hierbei nur um eine Momentaufnahme aufgrund gestiegener Volatilität, auch infolge der Reaktorkatastrophe von Fukushima? Oder aber gibt es doch untergründige Verschiebungen in der bundesrepublikanischen Gesellschaft, die diesen Wandel, vor allem infolge der Krisenerfahrungen in Bezug auf die Banken, den Euro und die Umwelt bis hin zu Fukushima, anschieben oder beschleunigen?

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Fußball – mehr als ein Spiel?

Lars Geiges | 30. Mai 2011 | Keine Leserbriefe

[präsentiert]: Lars Geiges hat ein Buch über die Entwicklung des Arbeiterfußballs verfasst. Hier fasst er seine zentralen Ergebnisse zusammen.

Kann man dieses Spiel noch Fußball nennen? Ein Spiel, bei dem nicht ausschließlich die Anzahl geschossener Tore zählt. Bei dem Schimpfen und Schreien mit Punktabzügen geahndet werden. Bei dem der gelungene Abspiel, filigrane Ballstafetten und fixe Doppelpässe, kurz: das schöne Spiel mehr zählen als der schnöde Treffer in des Gegners Tor?

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Die langen Schatten des Börsen-Booms

David Bebnowski und Michael Lühmann | 13. Mai 2011 | Keine Leserbriefe

[analysiert]: Michael Lühmann und David Bebnowski über die Generation der „Börsen-Boomer“ vor dem Hintergrund des Westerwelle-Liberalismus

Eigentlich war schon alles vorbei, als Guido Westerwelle in den Parteivorsitz der FDP gelangte. An einem unscheinbaren Tag im März 2001, zwei Monate bevor Westerwelle FDP-Vorsitzender wurde, erreicht der Börsenindex Nemax (Neuer-Markt-Index) seinen historischen Höchststand. Die dotcom-Blase, die den überdrehten Marktliberalismus zuvor befeuert hatte, implodierte und riss in den folgenden 31 Monaten etliche Anleger aus ihren Träumen von hohen Spekulationsgewinnen. Sechsundneunzig Prozent seines Wertes – weit über 200 Milliarden Euro – gingen im Neuen Markt verloren. Der Glaube an das große Glück an den Finanzmärkten wurde tief erschüttert.

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Entbehrliche der Bürgergesellschaft?

Alex Hensel | 2. Mai 2011 | 1 Leserbrief

[präsentiert]: Johanna Klatt und Franz Walter über das Engagement sozial Benachteiligter

Wann und warum entstand die “Neue Unterschicht”, wie beteiligen sich sozial Benachteiligte an der Bürgergesellschaft heute und was bedeutet deren geringe Teilnahme an modernen Formen des Engagements für die Demokratie? – Johanna Klatt und Franz Walter über ihr neues Buch “Entbehrliche der Bürgergesellschaft?”

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Die Gerechtigkeit, die sie meinen

Michael Lühmann | 18. April 2011 | 1 Leserbrief

[analysiert]: Michael Lühmann u.a. über die neuen grünen Wähler*

Revolution, Erdbeben, Zeitenwende – die Einschätzungen der Wahlen im Südwesten der Republik übertreffen sich gegenseitig. Und in der Tat, was in Baden-Württemberg passiert ist, verlangt nach Einordnung. Abgesehen von den Folgen für Land und Bund – die personellen Veränderungen in der FDP scheinen da nur der Anfang –, stellen sich zwei Fragen: Wie nachhaltig ist der Erfolg der Grünen? Schließlich erzielen die Grünen nun schon fast seit einem Jahr Zustimmungswerte in vorher unbekannten Höhen. Und welche Ursachen liegen dem Wählerzuwachs zu Grunde? Handelt es sich um einen kurzfristigen Zeitgeisteffekt – Fukushima, und, inzwischen abgeschwächt, die Katastrophe im Golf von Mexiko, scheinen hier allgegenwärtig – oder verbirgt sich hinter dem Zuwachs der Bündnisgrünen eine grundlegendere Verschiebung in den bundesrepublikanischen Mentalitätsströmen?

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Unkalkulierbar wie nie

Alexander Hensel | 24. März 2011 | Keine Leserbriefe

[analysiert]: Ulrich Eith über die Lage in Baden-Württemberg vor der Wahl

Wie sind die Parteien in Baden-Württemberg aufgestellt und wie beeinflusst “Stuttgart 21″ die kommende Landtagswahl? – Hierauf antwortete der Freiburger Parteienforscher Prof. Dr. Ulrich Eith Anfang März unserem Radiomagazin „Unter der Lupe“. Nach der Katastrophe in Japan hat Eith seine Einschätzung der politischen Lage in Baden-Württemberg aktualisert. Er meint, bei den anstehenden Wahlen sei nun alles möglich:

Die Entwicklung der politischen Stimmungslage vor den Ereignissen in Japan war berechenbar. Das Thema „Stuttgart 21“ hatte nur noch regionale Bedeutung. Die Regierungsparteien konnten in den Umfragen schrittweise Boden gutmachen und lagen auf Erfolgskurs. Zu erwarten war also, dass CDU und FDP aufgrund ihrer strukturellen Vorteile in Baden-Württemberg  die Wahl knapp, aber immerhin gewinnen würden. Mit den Ereignissen in Japan hat sich die Stimmungslage erneut gedreht.

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Studentischer Protest braucht Sonne – und Gegner

Franz Walter | 11. März 2011 | Keine Leserbriefe

[kommentiert]: Franz Walter kommentiert die Studentenproteste der letzten zwei Jahrzehnte.

Vor einigen Tagen kam ein Aktivist des Allgemeinen Studentenausschusses zu mir und fragte, was denn die Summe meiner Eindrücke von den studentischen Aktionen der letzen 20 Jahre sei. Ich habe ziemlich herumgestammelt, fahrige Allgemeinheiten über Generationen, Zyklen, den Wechsel von Emanzipation und Ruhepausen zum Besten gegeben. Aber meinem engagierten Studenten konnte ich mit dergleichen Phrasen nicht imponieren. „Wenn Ihnen etwas einfällt, bringen Sie’s zu Papier“, rief er mir im Abgang aufmunternd zu.

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