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Krise rss facebook Twitter

Leidende Künstler

Wolfgang Martynkewicz | 29. April 2013

[präsentiert]: Wolfgang Martynkewicz schreibt in der aktuellen INDES-Ausgabe über die Wirkung von Krisen auf kreatives Schaffen.

Kreativität wird häufig als abgehobener, schwereloser Zustand beschrieben, bei dem das Ich – mit einem Wort Freuds – nicht mehr »Herr im eigenen Hause« ist. Immer wieder hat man sich bemüht, dem Begriff ein festes Fundament zu geben und das »Kreative« genauer zu fassen. Doch schon über die Frage, was eigentlich kreative Potenziale sind und welche Merkmale eine kreative Person oder ein kreativer Prozess haben muss, besteht in der Wissenschaft Uneinigkeit. Ganz problematisch wird es aber, wenn es um die sogenannte »außergewöhnliche Kreativität« geht; sie entzieht sich beharrlich allen neurobiologischen Erklärungsversuchen. Das hat damit zu tun, dass die eigentliche Ressource dieser Kreativität im Unbewussten vermutet wird – ein Ort, der bekanntlich nur schwer zu vermessen und zu ergründen ist. In einem aber sind sich, wenn ich es recht sehe, die meisten Forscher einig: Man kann die »außergewöhnliche Kreativität« nicht oder nur sehr begrenzt stimulieren und beeinflussen. Das macht sie – gerade für die empirische Wissenschaft – zum Mysterium.

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Monster, Krisen, Kapitalismus

Alex Hensel | 22. April 2013

[debattiert]: Jöran Klatt und Christian von Eichborn über Schirrmachers „Ego“

Frank Schirrmachers Buch „Ego“ hat quer durch die politischen Lager für Furore gesorgt. Jöran Klatt und Christian von Eichborn disktuieren über Schirrmachers Brückenschlag vom Konservatismus zur Postwachstumsökonomie, Monster im Kapitalismus und kaputte Fernseher.

Video: Severin Caspari und Alex Hensel

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Krisen – reinigendes Gewitter oder verheerende Flut?

Katharina Rahlf & Matthias Micus | 28. März 2013

[präsentiert]: Matthias Micus und Katharina Rahlf stellen die neue Ausgabe der Zeitschrift INDES vor.

Wir leben in einer Zeit der Krise. Diese Diagnose dürfte weithin unumstritten sein. Zudem: Die Art und Weise, in welcher der Krisenbegriff aktuell verwendet wird, lässt durchaus verallgemeinerbare Rückschlüsse auf die Wortbedeutung zu. Zum einen ist der Kern des gegenwärtigen Krisendiskurses ökonomischer Natur, seinen Ausgangspunkt nahm er von der internationalen Finanzkrise, die wahlweise auch als Immobilien-, Banken-, Schulden- oder Währungskrise bezeichnet wird. Dass im Zuge der immensen Transferzahlungen zur Stützung von Banken, Staaten und nicht zuletzt der europäischen Gemeinschaftswährung absehbar die Geldentwertung beschleunigt wird, gilt in Expertenkreisen weitgehend als ausgemacht. Und dass Preisanstiege, Zinssenkungen und Wertminderungen bei den Sparguthaben negative Auswirkungen auf die subjektive Beurteilung der persönlichen und gesellschaftlichen Zukunft haben, die eine krisenhafte Zuspitzung der Verdrossenheitswerte nach sich ziehen können, erscheint durch den grundsätzlichen Gleichlauf von Konjunkturzyklen und demoskopisch erfragten Zufriedenheitswerten wahrscheinlich.

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