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Leidende Künstler

Wolfgang Martynkewicz | 29. April 2013

[präsentiert]: Wolfgang Martynkewicz schreibt in der aktuellen INDES-Ausgabe über die Wirkung von Krisen auf kreatives Schaffen.

Kreativität wird häufig als abgehobener, schwereloser Zustand beschrieben, bei dem das Ich – mit einem Wort Freuds – nicht mehr »Herr im eigenen Hause« ist. Immer wieder hat man sich bemüht, dem Begriff ein festes Fundament zu geben und das »Kreative« genauer zu fassen. Doch schon über die Frage, was eigentlich kreative Potenziale sind und welche Merkmale eine kreative Person oder ein kreativer Prozess haben muss, besteht in der Wissenschaft Uneinigkeit. Ganz problematisch wird es aber, wenn es um die sogenannte »außergewöhnliche Kreativität« geht; sie entzieht sich beharrlich allen neurobiologischen Erklärungsversuchen. Das hat damit zu tun, dass die eigentliche Ressource dieser Kreativität im Unbewussten vermutet wird – ein Ort, der bekanntlich nur schwer zu vermessen und zu ergründen ist. In einem aber sind sich, wenn ich es recht sehe, die meisten Forscher einig: Man kann die »außergewöhnliche Kreativität« nicht oder nur sehr begrenzt stimulieren und beeinflussen. Das macht sie – gerade für die empirische Wissenschaft – zum Mysterium.

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