Logo Göttinger Institut für Demokratieforschung
Konflikte rss facebook Twitter

Gefährliche Zuspitzung

Stephan Klecha, Alexander Hensel | 28. Februar 2014

[analysiert]: Alexander Hensel und Stephan Klecha über den Richtungsstreit in der Piratenpartei.

Die Piratenpartei erinnert in den letzten Tagen an ihr sinnbildliches Pendant in der Asterix-Reihe: Die Comic-Freibeuter aus der Feder von René Goscinny und Albert Uderzo warten zuweilen auch nicht ab, bis ihr Schiff von den Galliern versenkt wird, sondern demolieren es im Streit miteinander selbst. Jüngst entzündete sich in der Piratenpartei an einer politischen Symbolaktion ein innerparteilicher Konflikt, der an Umfang und Härte vergangene innerparteiliche Querelen in den Schatten stellt. Wenige Monate vor den Europawahlen eskaliert damit ein schon länger schwelender Richtungsstreit, der die Partei nachhaltig beschädigen kann.

weiter lesen

Wegschauen macht mitschuldig

Ilyas Saliba | 20. Januar 2014

[Gastbeitrag]: Ilyas Saliba über die deutsche Rolle im Syrienkonflikt

Viel zu lange hatte ich den Syrien-Konflikt verdrängt, ich wollte mich nicht mit der desaströsen Lage in Syrien befassen. Ich wohne in Deutschland, bin hier geboren und schreibe meine Doktorarbeit über die Umwälzungen in der arabischen Welt. Als Politikwissenschaftler und Sohn eines Syrers habe ich den syrischen Bürgerkrieg und das Leiden der Bevölkerung lediglich aus den Medien und durch unregelmäßigen EmailKontakt mit meiner dort lebenden Familie erfahren. Die Ohnmacht gegenüber den eskalierenden Entwicklungen trieb mich in die Lethargie. Aus Angst vor meiner eigenen Ohnmacht, traute ich kaum mehr, meine Familie nach ihrem Wohlbefinden zu fragen. Dieser selbstsüchtige Schutzwall aus Ignoranz und Teilnahmslosigkeit wurde durch die Ankunft meiner Cousine aus Syrien niedergerissen. Syrien ist endlich bei mir angekommen. Die Erzählungen von Entführungen und Vergewaltigungen durch Milizionäre, von tagtäglicher und willkürlicher Gewalt gegen Zivilisten konnte ich nicht mehr verdrängen. Sie rüttelten mich aus meinem mediengeprägten lethargischen Dornröschenschlaf.

weiter lesen