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„Da muss dann auch Widerspruch erlaubt sein.“

Hans Joas, Lars Geiges & Matthias Micus | 19. Juni 2017

[nachgefragt]: Ein Gespräch mit Hans Joas über Kirchen, Politik und Moral.

Herr Joas, Sie sprechen von der Kirche als Moralagentur. Was haben wir darunter zu verstehen?

Wichtig ist, dass wir die beiden Bestandteile einzeln erörtern: Moral und Agentur. Beginnen wir mit der Moral. Die Moral ist dabei definiert durch ihre Restriktivität. Bestimmte Sachen, heißt das, darf man nicht tun – eben aus moralischen Gründen, die bisweilen sogar rechtlich kodifiziert sind. Oder man darf sie prinzipiell tun, aber bestimmte Mittel zur Erreichung des Zieles nicht verwenden. Die Moral ebenso wie die Normen schränken meine Handlungsmöglichkeiten insofern ein.

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Assimilation und religiöse Organisation

 | 3. Juni 2013

Das Buch

Was passiert mit migrantischen Organisationen, wenn sich ihre Mitglieder nach einiger Zeit nicht mehr als Migranten, sondern als vollständige Mitglieder der Gesellschaft fühlen, in der sie leben und keinen Wert mehr auf die Traditionspflege ihrer Herkunftskultur legen? Diese Arbeit erwägt zunächst theoretisch mögliche Überlebensstrategien ethnisch-religiöser Organisationen und untersucht dann am empirischen Beispiel der Evangelischen Kirche lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB), die zunächst als deutsche evangelische Kirche gegründet wurde, deren Strategien, sich trotz des Wegfalls ihres traditionellen Klientels als Organisation zu behaupten.

Mit ihrer Studie leistet Miriam Zimmer einen wichtigen Beitrag zum Verständnis von Großorganisationen in der Krise.

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