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Israel: Zwanzig Jahre nach der Ermordung Rabins

Johannes Sosada | 4. November 2015

[analysiert]: Johannes Sosada über die schwierige gesellschaftliche Ausgangslage für einen möglichen Friedensprozess in Israel.

Heute vor zwanzig Jahren, am 4. November 1995, wurde der damalige Premierminister Israels, Jitzschak Rabin, durch den jüdischen Extremisten Jigal Amir ermordet. Der Friedensnobelträger war damals nicht etwa einem palästinensischen, sondern einem extremistischen, jüdischen Attentäter zum Opfer gefallen. Denn bereits zu diesem Zeitpunkt war die israelische Gesellschaft im Hinblick auf einen möglichen Frieden mit den Palästinensern gespalten; wenngleich der Zuspruch zu Rabins Versöhnungspolitik deutlich stärker ausfiel, als es heute je möglich erscheinen würde. Doch wieso wurde Rabins Politik von vielen unterstützt; und was hat sich seitdem in der israelischen Gesellschaft geändert?

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„Das Land der starken Frauen“

Johannes Sosada | 14. Juli 2015

Das politische Geschlecht[analysiert]: Johannes Sosada über die besondere Rolle von Frauen im israelischen Militär.

Israel ist das Land der „starken Frauen“. Soldatinnen gehören dort zum allgemeinen Straßenbild. Besonders am Vorabend des Sabbats sind Bahnhöfe und Bushaltestellen überfüllt mit jungen Soldatinnen und Soldaten, die für das Wochenende in ihre Heimatstädte fahren. Die generelle Militärpräsenz, v.a. aber Soldatinnen, die bspw. über den Basar der Altstadt von Jerusalem schlendern, finden bei Besuchern besondere Beachtung – gilt doch kaum ein Berufsfeld als eine solch große „Männerdomäne“ wie das Militär.

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Netanjahu – der Beschützer Israels

Johannes Sosada | 2. April 2015

[analysiert]: Johannes Sosada über die „siege mentality“ als Erklärung für den Wahlsieg Benjamin Netanjahus.

Der Actionfilmschauspieler Chuck Norris ist vielen aus Filmen wie „Delta Force“ und Serien wie „Walker, Texas Ranger“ ein Begriff. Im Kugelhagel gelingt es dem Actionhelden in bester James-Bond-Manier, die Bösen zu besiegen und für das Gute zu kämpfen. Auch in einem Wahlwerbespot für die israelische Likud-Partei Benjamin Netanjahus ist der Schauspieler zu sehen. Hierin bittet er, für Netanjahu zu stimmen – dieser würde die Sicherheit Israels garantieren und das Land beschützen. Diese Inszenierung bedient ein typisches Klischee und ist auf Netanjahu zugespitzt: Ein permanentes Bedrohungsszenario wie in Israel erfordere Durchsetzungsvermögen, Stärke und Entscheidungsfreudigkeit. Fähigkeiten mithin, die besonders auf ehemalige Militärs zutreffen. Dieses für die israelische Politik typische Phänomen, dass gerade angesehene ehemalige Militärs in wichtige politische Ämter gewählt werden, hat die Parlamentswahl Mitte März einmal mehr bestätigt.

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Ist „weniger“ „mehr“?

Johannes Sosada | 24. Januar 2014

[analysiert]: Johannes Sosada über Sperrklauseln in Israel und Deutschland.

„Wie wäre es mit mehr Demokratie?“ So lautet die Überschrift eines Artikels in der ersten Ausgabe der ZEIT dieses Jahres. Thomas Drysch plädiert darin für eine Abschaffung der Sperrklausel – sie widerspräche den Grundsätzen der Demokratie. Drysch ging sogar noch weiter und legte beim Bundestag Widerspruch gegen die Bundestagswahl ein.

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