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Braucht der Islam eine Reformation?

Thorsten Hasche | 13. Dezember 2016

[kommentiert]: Thorsten Hasche plädiert für eine moderate Pflicht zur Reformation des Islams in westeuropäischen Einwanderungsländern

Angesichts des 500-jährigen Jubiläums der Reformation im Jahr 2017 kam es verständlicherweise zu einem Anstieg von Publikationen zur Person Martin Luthers und dessen Bedeutung für die Reformation. Viele dieser Analysen widmen sich v.a. Luthers Opposition gegenüber verkrusteten Strukturen und der damals überbordenden, weltlichen Machtfülle der Kirche Roms. Die Folgen von Luthers Revolte werden letztlich in einem Reformprozess gesehen, an dessen Ende eine erneuerte Kirche auf dem Weg zur Moderne stand.[1] Diese Darstellung von Luthers Einfluss bedarf jedoch mindestens zwei kritischer Anmerkungen. Und zugleich eröffnen sich interessante Hinweise für die Diskussion über eine Reformation des Islam.

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Ein Todesurteil löst das politische Dilemma nicht!

Thorsten Hasche | 10. Juni 2015

[kommentiert]: Thorsten Hasche über die gefährliche Politik von Ägyptens Präsident al-Sisi

Ein verunsichertes Raunen ging durch die Weltöffentlichkeit, als das ägyptische Militär im Sommer 2013 den kurzzeitigen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi stürzte und damit die politische Herrschaft der islamistischen Muslimbruderschaft gewaltsam und jäh beendete. Inzwischen ist die Muslimbruderschaft in Ägypten und Saudi-Arabien zur Terrororganisation erklärt worden, große Teile ihrer Führung sind inhaftiert und gegen viele Mitglieder, darunter auch Mursi, sind international scharf kritisierte und willkürlich erscheinende Todesurteile ergangen.[1] Ein solcher Totalausschluss der Muslimbruderschaft aus der ägyptischen Gesellschaft und Politik fand zuletzt in den 1960er Jahren unter dem Nationalisierungsprojekt von Gamal Abd al-Nasir statt.

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