Logo Göttinger Institut für Demokratieforschung
Internationale Beziehungen rss facebook Twitter

Türkei: Zwischen Autoritarismus, Instabilität und Isolation

Dr. Thorsten Hasche | 10. Januar 2017

[gastbeitrag]: Thorsten Hasche über die schwierigen außenpolitischen wie innenpolitischen Konstellationen der Türkei im Jahr 2017.

In der Türkei vollziehen sich die politischen Entwicklungen zurzeit in einer Geschwindigkeit und Intensität, die sich kaum noch erfassen lassen. Die alte, kemalistische Republik Türkei scheint es nicht mehr zu geben – so stark sind die institutionellen und politisch-kulturellen Veränderungen unter der seit 2002 ununterbrochen und allein regierenden Partei für Aufschwung und Gerechtigkeit (AKP) vorangeschritten. Von Europa und den USA aus wurde der rapide Aufstieg der AKP in den frühen 2000er Jahren zunächst sehr skeptisch verfolgt; doch wegen ihres strikten wirtschaftsliberalen Reformkurses und einer pro-europäischen Haltung wurde die Türkei unter der AKP zum Musterland für Westasien („Naher Osten“) und Nordafrika auserkoren. Endlich, so der langjährige Tenor in Politik, Öffentlichkeit und Wissenschaft, sei eine funktionierende Mischung aus westlicher Demokratie und Liberalismus, ökonomischer Öffnung und konservativ-islamischen Werten gefunden worden, mithin entwickle sich die Türkei zur Brücke zwischen „Okzident“ und „Orient“.

weiter lesen

Iran: Doppelsieg der Reformer

Dr. Behrouz Khosrozadeh | 3. März 2016

[analysiert]: Behrouz Khosrozadeh über den Ausgang der Doppelwahl im Iran

Am 26. Februar 2016 haben im Iran die Parlaments- und Expertenratswahlen stattgefunden. Von den etwa 55 Millionen stimmberechtigten Iranern haben daran 62 Prozent teilgenommen. Die Wahlen standen ganz im Zeichen einer rigorosen Verweigerung der Zulassung reformorientierter Kandidaten. Dennoch sind den Reformern einige beachtliche Wahlerfolge gegenüber den islamistischen Kräften gelungen, die Ausgangspunkte für weitere konstruktive Entwicklungen im Iran eröffnen.

weiter lesen