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Politischer Kampf vor der Haustür – bürgerliches Engagement gegen die Windenergie

Carolin Schwarz | 11. August 2015

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[analysiert]: Carolin Schwarz gibt einen Einblick in die Motive einer Bürgerinitiative.

Der Beitrag erneuerbarer Energien an der Bewältigung des Stromverbrauchs in Deutschland nimmt seit Jahren zu. Im Jahr 2014 waren die erneuerbaren Energien mit einem Anteil von 27,8 Prozent des Bruttostromverbrauchs Deutschlands wichtigste Stromquelle. Windkraft stellte davon 9,7 Prozent und war damit die bedeutsamste der regenerativen Energieformen.[1] Parallel zum stetigen Ausbau von Windkraft in Deutschland wächst allerdings der Widerstand gegen solche Vorhaben in der Bevölkerung betroffener Orte.[2] Der Norddeutsche Rundfunk berichtete dazu im Januar 2015 sogar von einem „Proteststurm gegen Riesen-Windräder“[3] in Hamburg. Während die Politik bürgerschaftliches Engagement von Bürgerinnen und Bürgern in Vereinen oder gemeinnützigen Projekten mit Programmen und Auszeichnungen fördert,[4] wird in der Wissenschaft der Hype um das Ehren­amt zuweilen etwas distanzierter betrachtet.

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„Eine Info, ein Drink“

Cécile Calla | 28. Juli 2015

 Das politische Geschlecht

[kommentiert]: Cécile Calla über Sexismus in der französischen Politik.

„Haben Sie von mir geträumt?“ Diese Frage ist nur eine von vielen, die zum Alltag französischer Journalistinnen gehören, wenn sie auf Politiker treffen. Weil sie bemerkt haben, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt, haben im vergangenen Mai vierzig politische Journalistinnen ein Manifest gegen den in der Politik vorherrschenden Sexismus geschrieben. Die Anekdoten, die sie darin erzählen, sind für all jene nicht überraschend, die sich mit der französischen Politik auskennen. Es ist sogar fast erstaunlich, dass ein solcher Text erst 2015 veröffentlicht wurde. Doch warum haben französische Journalistinnen so lange geschwiegen?

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Gender-Marketing: (K)eine Werbung für die Vielfalt

Julia Kiegeland | 21. Juli 2015

Das politische Geschlecht[analysiert]: Julia Kiegeland über den Umgang mit Geschlechterrollen in der Werbeindustrie.

Eine Welt ohne die sozial konstruierten Geschlechter − wie könnte ihre Werbewelt aussehen? Rasierer wären keinesfalls ausschließlich rosa mit sensitiv pflegenden Aloe-vera-Kissen oder dynamisch blau-silber für das exklusiv herausfordernde „männliche Terrain“. High Heels gäbe es regulär in Größe 48 und Zeitschriften wären nicht nur „Für Sie“.

Die spezifisch für ein Produkt genutzten Werbemaßnahmen, die äußerliche Form und Farbwelt der Verpackung, der Produktname und die Sprache, die ein Produkt umgibt, ja sogar die bloße Existenz eines Produktes selbst, beziehen sich sehr stark auf die gesellschaftlich definierten Geschlechter, männlich vs. weiblich, und die damit verbundenen Vorstellungen. So tragen Männer in unserer Gesellschaft selten öffentlich High Heels,[1] weshalb die jeweiligen Schuhmodelle zuvorderst in Designs produziert werden, die klassischerweise Frauen ansprechen sollen. Dabei existieren durchaus bestimmte Marken, die derartige Schuhe auch für Männer herstellen. In der Alltagswelt und der uns täglich umgebenden Werbung indes gelten sie als Nischenprodukte, die nur einer eingeschränkten Konsumentenzahl geläufig sind.

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Die Stadt

Michael Lühmann/Matthias Micus | 9. Juli 2015

[präsentiert]: Die neue Ausgabe der INDES widmet sich ganz der „Stadt“.

Die Stadt – laut und dreckig, aber auch bunt und alternativ. Ein zerfaserter und anonymer Moloch einerseits, ein verdichteter sozialer Nahraum andererseits; eine unnatürliche Betonwüste und zugleich ein Ort bunter Artenvielfalt, ein Experimentierfeld der Zukunft. Städte verkörpern das betonierte Scheitern von stadtplanerischen Großentwürfen, sie sind wahrscheinlich das Synonym für Verkehrskollapse und überdurchschnittliche CO2-Bilanzen, vielleicht aber ebenfalls die entscheidenden Orte für eine Wende zum Besseren.

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Keine Riots hierzulande?

André Höttges | 13. Mai 2015

[analysiert]: André Höttges über Ursachen für Migranten-Aufstände in westlichen Industrienationen im deutsch-französischen Vergleich. 

Die Ausschreitungen in Ferguson und auch die Pariser Vorstadtunruhen haben gezeigt, dass Riots[1] immer noch ein Thema mit aktueller gesellschaftlicher Relevanz sind. Politiker reagieren auf die spontanen Gewaltentladungen sehr schnell, da seitens der Medien hoher Nachfrage- und Erklärungsbedarf besteht. Nicht selten münden die Antworten der Politiker in inadäquaten Erklärungsversuchen und einseitigen Schuldzuschreibungen an die Aufständischen – wie etwa ein Zitat von Nicolas Sarkozy zeigt, der noch als Innenminister im Kontext der Pariser Vorstadtunruhen verlautbaren ließ, den Abschaum („racaille“) mit einem Hochdruckreiniger aus den Vororten hinaustreiben zu wollen. Der amerikanische Vizepräsidentschaftskandidat Paul Ryan kommentierte die Vorkommnisse in Ferguson in der Weise, dass sich in den amerikanischen Innenstädten eine Kultur der Arbeitslosigkeit breit gemacht habe, ganze Generationen nicht ans Arbeiten denken würden und nur deshalb die Aufstände möglich seien.

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Die 1990er Jahre

Lars Geiges & Katharina Rahlf | 15. April 2015

[präsentiert]: Die neue Ausgabe der INDES reist zurück in die 1990er Jahre.

Die Momente erscheinen uns heute allgegenwärtig. Hans-Dietrich Genscher auf dem Prager Balkon stehend (»… um Ihnen mitzuteilen, dass heute […]«). Günter Schabowski mit seinem Handzettel während der Pressekonferenz am Abend des 9. November (»ab sofort, unverzüglich«). Feiernde Menschen auf beiden Seiten der Mauer, rund ums Brandenburger Tor – Hupkonzerte, Sektfontänen, grenzloser Jubel. Willy Brandts »Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört.« Keine zwölf Monate später, am 3. Oktober 1990, konnte Bundespräsident Richard von Weizsäcker feierlich vor dem Reichstagsgebäude verkünden: »Die Einheit Deutschlands ist vollendet.« Insbesondere 2014/15 – nunmehr ein Vierteljahrhundert nach »der Wende« – werden diese Bilder vielfach gezeigt. Doch sie sind nur die Ouvertüre zu einem beachtlichen Jahrzehnt: »Die 1990er Jahre« stehen im Fokus der ersten INDES-Ausgabe im Jahr 2015.

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Netanjahu – der Beschützer Israels

Johannes Sosada | 2. April 2015

[analysiert]: Johannes Sosada über die „siege mentality“ als Erklärung für den Wahlsieg Benjamin Netanjahus.

Der Actionfilmschauspieler Chuck Norris ist vielen aus Filmen wie „Delta Force“ und Serien wie „Walker, Texas Ranger“ ein Begriff. Im Kugelhagel gelingt es dem Actionhelden in bester James-Bond-Manier, die Bösen zu besiegen und für das Gute zu kämpfen. Auch in einem Wahlwerbespot für die israelische Likud-Partei Benjamin Netanjahus ist der Schauspieler zu sehen. Hierin bittet er, für Netanjahu zu stimmen – dieser würde die Sicherheit Israels garantieren und das Land beschützen. Diese Inszenierung bedient ein typisches Klischee und ist auf Netanjahu zugespitzt: Ein permanentes Bedrohungsszenario wie in Israel erfordere Durchsetzungsvermögen, Stärke und Entscheidungsfreudigkeit. Fähigkeiten mithin, die besonders auf ehemalige Militärs zutreffen. Dieses für die israelische Politik typische Phänomen, dass gerade angesehene ehemalige Militärs in wichtige politische Ämter gewählt werden, hat die Parlamentswahl Mitte März einmal mehr bestätigt.

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Unternehmer und Gesellschaft

Redaktion | 26. März 2015

Quelle: Jorma Bork@pixelio & kasina@pixelio

[präsentiert]: Stine Marg und Felix Butzlaff über die Ergebnisse der 2. BP-Gesellschaftsstudie

Nachdem ihre Vorgängerin Bürgerproteste in Deutschland untersuchte, widemt sich die just erschienenen 2. BP-Gesellschaftsstudie dem Gesellschafts- und Politikverständnis von deutschen Unternehmern und Managern: Wie sind deren Wertorientierung und unternehmerisches Selbstverständnis beschaffen und welche Vorstellungen von Politik und Gesellschaft vertritt die Wirtschaftselite? Wie blicken sie auf die Partizipationsbegehren großer Bevölkerungsteile, welche Perspektiven sehen sie für die Zukunft der Gesellschaft? Studien-Mitherausgeberin Stine Marg und Mitautor Felix Butzlaff stellen im Video die wichtigsten Erkenntnisse vor.

Dr. Stine Marg ist geschäftsführende Leiterin des Göttinger Instituts für Demokratieforschung und Mitherausgeber der 2. BP-Gesellschaftsstudie. Felix Butzlaff ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut und Mitautor der Studie. Weitere Informationen zur Studie finden sich hier.

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Studie zu NoPegida

Franz Walter | 26. Januar 2015

Analysen der Pegida-Bewegung

[analysiert]: Franz Walter über die soziale Zusammensetzung der Gegenbewegung zu Pegida

Wo Pegida zusammenkommt, formiert sich Gegenprotest. Von Ost bis West, von Nord bis Süd waren etliche Kundgebungen zu beobachten, die in der Summe weit mehr Bürger auf die Beine brachten als Pegida und ihre Ableger selbst. Allerdings, NoPegida ist bisher unerforscht, während ihr Gegenüber nicht nur medial höchste Beachtung erfährt, sondern auch vonseiten der Sozialwissenschaft. Was wissen wir über die Teilnehmer dieser Anti-Pegida-Veranstaltungen? Wie sehen sie Politik und Gesellschaft? Was ist ihnen – im Gegensatz zu den Pediga-Demonstranten – besonders wichtig? Was treibt sie an?

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Studie zu Pegida

Franz Walter | 19. Januar 2015

Analysen der Pegida-Bewegung

[präsentiert]: Aktuelle Forschungsergebnisse zu den Pegida-Protesten.

Was ist „Pegida“? Wer nimmt an ihren „Abendspaziergängen“ durch Dresden teil? Und was motiviert so viele Menschen seit Oktober vergangenen Jahres wöchentlich „gegen die Islamisierung des Abendlandes“ auf die Straße zu gehen? Das sind Fragen, für die sich nicht nur die Medien, sondern mit fortschreitender Protestdauer auch universitäre Sozialforscher interessieren. Wissenschaftler der TU Dresden legten unlängst Ergebnisse vor und stellten darin den „typischen“ Pegida-Demonstranten vor. Auch das Göttinger Institut für Demokratieforschung initiierte während der Pegida-Demonstration am 12. Januar eine Online-Umfrage, an der sich insgesamt rund 500 Teilnehmer der Demonstration beteiligten.[1]

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