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Generation unter Druck

Alex Hensel | 23. April 2012 | Keine Leserbriefe

[präsentiert]: David Bebnowski über den Generationsbegriff und die “Generation Praktikum”

Mit einiger Regelmäßigkeit prägen Journalisten und Autoren neue Generationslabel. Ob Generation Golf oder Praktikum, Generation Umhängetasche, Porno oder Facebook – der Generationsbegriff scheint kaum Grenzen zu setzen. Doch worin gründet die inflationäre Popularität des Generationsbegriffs und wie kann dieser noch sinnvoll eingesetzt werden? David Bebnowski verteidigt die sozialwissenschaftliche Generationsforschung und analysiert die “Generation Praktikum”.

Technik & Redaktion: Severin Caspari, Alex Hensel, Christoph Hoeft.

David Bebnowski ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Göttinger Institut für Demokratieforschung. Er ist Autor des Buches “Generation und Geltung. Von den »45ern« zur »Generation Praktikum« – übersehene und etablierte Generationen im Vergleich”, just erschienen im Transcript-Verlag.

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Postdemokratisches Schweigen

David Bebnowski | 3. April 2012 | 1 Leserbrief

[analysiert]: Die politische Apathie der Endzwanziger in Deutschland.

Während die junge Generation in anderen Staaten Europas während der vergangenen zwei Jahre zornig gegen die etablierte Politik auf die Straße zog, übt sich ihr deutsches Pendant bis heute in bedächtiger Zurückhaltung. Hierzulande, so scheint es, führt man anstelle selbst etwas zu unternehmen erwartungsvolle Debatten über einen Bundespräsidenten, der die drängenden Probleme der Prekarität kaum adäquat behandeln wird. Insbesondere die in den 1980er Jahren Geborenen, zu denen auch der Autor gehört, bleiben merkwürdig still. Dabei gehört diese Generation schon aufgrund ihres Alters notgedrungen zu den Mitgestaltern des 21. Jahrhunderts. Grund genug für einen Erklärungsversuch.

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Die Rolle der Senioren in der Politik

Daniela Kallinich | 28. März 2012 | Keine Leserbriefe

[nachgefragt]: Bettina Munimus berichtet im Interview über die Rolle des Alterns in der Politik.

Bettina Munimus beschäftigt sich seit Jahren mit der Rolle des Alterns und der Älteren für und in der Politik. Mit Ihrem Aufsatz „Mehr Alte – wenige Junge: Wo ist eine Machtverschiebung zwischen den Generationen schon heute sichtbar und wie kann sie ausgeglichen werden?“ gewann sie den ersten Preis des Demografiepreises der Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen. Im Interview berichtet sie von ihren Forschungsergebnissen.

Inwiefern kann Alter als politische Dimension verstanden werden? Bildet sich hier sogar vielleicht ein neues „cleavage“ heraus, das in der Bildung von Lagern und Parteien münden könnte?

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Tea-Party vs. Occupy

Paru Fiona Ludszuweit | 26. März 2012 | Keine Leserbriefe

[analysiert]: Paru-Fiona Ludszuweit über den Einfluss sozialer Bewegungen auf das Parteiensystem in den USA.

Was geschieht, wenn sich Menschen zwar eine Veränderung der politischen und gesellschaftlichen Situation wünschen, aber wenig Vertrauen in die Politik und die eigene Regierung haben? Dann entsteht ein Dilemma. Laut William Galston von der Brookings Institution spiegelt sich dieses Dilemma in der gegenwärtigen politischen Atmosphäre in den USA wider. Zum einen ist das Vertrauen in die Politik extrem gering, zum anderen hat das amerikanische Volk erkannt, dass die starke Polarisierung zwischen Republikanern und Demokraten zu keiner Einigung in jenen Bereichen führen wird, die ihnen am wichtigsten erscheinen – allen voran die Schaffung dringend benötigter Arbeitsplätze.

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Schulden. Eine Bilanz.

Nils C. Kumkar | 29. Februar 2012 | Keine Leserbriefe

[präsentiert]: Nils C. Kumkar liest „Debt – The First 5000 Years“ von David Graeber.

Da stürzen gewählte Regierungen, da wird Recht gebeugt, bis es knirscht und da übernehmen Staaten Schulden von anderen Staaten, die diese wiederum bei Banken haben, die kurze Zeit vorher noch vor sich selbst gerettet werden mussten. Und während all das in die Sprache der absolut klaren Notwendigkeit gefasst wird, zeichnen sich überraschend divergente, von starken Konflikten und mitunter Aggressionen durchzogene Muster davon ab, wer jeweils als Täter, Opfer, Schuldiger oder Zahlmeister gedeutet wird.

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Kommunitarischer Konsens?

Danny Michelsen | 22. Februar 2012 | Keine Leserbriefe

[analysiert]: Danny Michelsen über die Konjunktur kommunitarisch begründeter Staatsskepsis in der politischen Kultur Großbritanniens

„Radical traditionalism“ – mit diesem Begriff versuchte der bis dato weithin unbekannte Londoner Politologe Maurice Glasman im Herbst 2010, die konfliktreiche Geschichte der britischen Labour Party zu erfassen. Seine Erzählung setzt gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein, als sich die Partei aus einem breiten Bündnis von Arbeitern, anglikanischen Geistlichen und sozialistischen Theoretikern zu formieren begann; letztere, so Glasman, hätten von Beginn an sozialtechnologische Redistributionskonzepte propagiert während die Arbeiterklasse einen community-basierten, praktischen Tugenden verpflichteten, im Grunde aristotelischen Ansatz präferierte. Dieser sei nach ’45 seinem „progressiven“ Gegenpart unterlegen, als das von Clement Attlee angeführte Labour-Kabinett ein zentralistisches Sozialsystem installierte und von technokratischen Eliten gesteuerte Nationalisierungen durchsetzte. Angesichts dieser Top-down-Politik versanken die wirtschaftsdemokratischen Ideen von einst  in der Bedeutungslosigkeit;  Arbeitnehmer und Leistungsempfänger wurden zu passiven Privatbürgern und Konsumenten degradiert. Die vor Ort gelebte Solidarität verkümmerte – ein fataler Trend, da, so Glasman, nur demokratische Zusammenschlüsse von verschiedensten Gruppen auf kommunaler Ebene der Übermacht des Kapitals wirksam begegnen können. [1]

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Die „Superunterhalter unserer Zeit“

Katharina Trittel | 15. Februar 2012 | 1 Leserbrief

[analysiert]: Katharina Trittel über Terrorismus, Medien und den öffentlichen Diskurs.

Sind Medien in gesellschaftlichen Debatten Berichterstatter, oder erschaffen Medien durch einprägsame Bilder und ihre Art der Berichterstattung erst gesellschaftliche Phänomene wie Terrorismus? Ob im Kontext von islamistischem Terrorismus oder jüngst in den Debatten um Rechtsterrorismus: Die Verknüpfung von Massenmedien und Terrorismus sowie ihr Einfluss auf den gesellschaftlichen Diskurs zieht mehr und mehr Aufmerksamkeit auf sich. Die Geburtsstunde dieser Wechselwirkung wird dabei häufig im sogenannten „Heißen Herbst“, dem Höhepunkt des Terrors der RAF im Jahr 1977, vermutet.

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Konservativismus 2.0

Christopher Schmitz | 3. Februar 2012 | Keine Leserbriefe

[kommentiert]: Christopher Schmitz über den Konflikt zwischen Ansgar Heveling und der Netzgemeinde.

Das Netz ist in Aufruhr. Auslöser hierfür ist ein vom Bundestagsabgeordneten Ansgar Heveling im Handelsblatt veröffentlichter Kommentar. Hierin wirft der CDU-Politiker der „Netzgemeinde“ vor, zentrale Werte der bürgerlichen Gesellschaft – allen voran den des Eigentums – zu unterminieren. Das „Netz“ reagierte hierauf promt: Empörten Reaktionen auf Hevelings Position folgte bissiger Spott über seine Person, auf Twitter und in anderen sozialen Netzwerken entlud sich binnen kürzester Zeit das, was im Netzjargon gemeinhin als „Shitstorm bezeichnet wird. Doch worin liegen die Ursachen für die tiefe Entrüstung der Netzgemeinde, die an konträre Positionen und plakative Kritik aus den Reihen der etablierten Politik doch längst gewöhnt sein müsste?

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Der Präsident, die BILD und das Ende eines Biotops

Oliver D'Antonio | 10. Januar 2012 | 1 Leserbrief

[Oliver D'Antonio] über die Rolle der Presse in der Affäre um den Bundespräsidenten Wulff.

Franz Josef Strauß hatte den SPIEGEL-Journalisten Conrad Ahlers nicht in seinem Hotel im spanischen Torremolinos angerufen. Der Verteidigungsminister ließ Ahlers in der Nacht zum 27. Oktober 1962 gleich von den spanischen Behörden verhaften. Stunden zuvor hatte die Hamburger Polizei die Redaktionsbüros des SPIEGEL durchsucht. Conrad Ahlers hatte Anfang Oktober den Artikel „Bedingt abwehrbereit“ verfasst und darin scheinbar brisante Details zur militärischen Konfrontation während des Kalten Krieges öffentlich gemacht. Die Wellen einhelliger Empörung der deutschen Presseorgane schlugen damals so hoch wie selten in der Geschichte der Bundesrepublik. [1] Diesem Druck hielt der verantwortliche Minister nicht stand. Wenige Wochen nach der Aktion gegen den SPIEGEL musste Strauß zurücktreten. Die Medienlandschaft der jungen Bundesrepublik hingegen feierte einen Sieg der Pressefreiheit.

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Regimekollaps jetzt?

Roland Hiemann | 20. Dezember 2011 | Keine Leserbriefe

[analysiert]: Roland Hiemann über die Zukunft von Nordkorea nach dem Tod von Kim Jong Il

Es war zu erwarten: Die Nachricht über das Ableben von Kim Jong Il und die Verkündung seines Nachfolgers Kim Jong Un, hat in den westlichen Medien erneut Spekulationen über einen bevorstehenden Regimekollaps in Pjöngjang heraufbeschworen. Das hat man in der Vergangenheit schon oft erlebt – Anfang der 1990er Jahre etwa, als die wirtschaftlich bereits gescheiterte Volksrepublik mit der Sowjetunion ihren wichtigsten Patron verlor. Entgegen eigener Ängste vermochte Nordkorea dem Schicksal vieler ex-kommunistischer Satellitenstaaten in Osteuropa indes zu entkommen. Schwere Hungersnöte und Flutkatastrophen, die im gleichen Jahrzehnt bis zu einer Million Menschen das Leben kostete, ließen manchen „Nordkoreaexperten“ abermals mutmaßen, dass die ökonomische und humanitäre Talfahrt geradezu unvermeidlich auch einen politischen Zerfallsprozess in Gang setzen würde. Und zuletzt 2008: Kim Jong Il erlitt einen Schlaganfall und war gesundheitlich schwer gezeichnet. Sogar auf sorgsam auserwählten Propagandafotos erschien sein kümmerlich abgemagertes Wesen als karikatureskes Sinnbild für den desolaten Zustand seines Landes.

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