Logo Göttinger Institut für Demokratieforschung
Frankreich rss facebook Twitter

Frankreich: Spannung hoch drei

Teresa Nentwig | 17. März 2017

[analysiert:] Teresa Nentwig über den französischen Präsidentschaftswahlkampf.

Die Präsidentschaftswahlen waren in Frankreich schon häufig für Überraschungen gut. 1965 etwa verpasste Charles de Gaulle im ersten Wahlgang die sicher geglaubte absolute Mehrheit und musste sich deshalb noch einmal einem zweiten Wahlgang stellen. Oder 1981, als Valéry Giscard d’Estaing den entscheidenden Wahlgang überraschend gegen François Mitterrand verlor. Und auch dieses Mal versprechen die beiden Wahlgänge am 23. April und 7. Mai 2017 spannend zu werden. In mancher Augen droht die französische Parteiendemokratie zusammenzubrechen; aber es gibt auch eine optimistische Perspektive.

weiter lesen

Der Anti-Le Pen

[analysiert:] Daniela Kallinich und Anne-Kathrin Meinhardt über das außergewöhnliche Profil des französischen Präsidentschaftsanwärters Emmanuel Marcon

Mit Marine Le Pen und Emmanuel Macron dominieren derzeit zwei Kandidaten den französischen Präsidentschaftswahlkampf, die beide als Anti-System-Kandidaten bezeichnet werden können. Während Marine Le Pen mit ihrem rechtspopulistischen Front National dabei auf den permanenten Tabubruch und die Ansprache der niedrigsten Instinkte setzt, wählt ihr parteiloser Widersacher mit seiner Bewegung En Marche! (dt: vorwärts, in Bewegung!) den genau gegenteiligen Weg: Er steht mit eher unkonventionellen Mitteln für humanistische Werte und die europäische Integration ein.

weiter lesen

Frankreich im Vorwahlfieber

Teresa Nentwig | 12. Januar 2017

[analysiert:] Teresa Nentwig über die Entwicklung der Vorwahlen in Frankreich.

Erst die Grünen, dann die Republikaner und nun wieder die Sozialisten: Mittels Vorwahlen bestimmen Frankreichs Parteien momentan ihren Präsidentschaftskandidaten für die Wahl im Frühjahr 2017. Denn über einen unstrittigen Anwärter auf das höchste Amt im Staat, einen présidentiable („möglichen Kandidaten“), verfügte im Vorfeld keine der drei Parteien. Wie entwickelten sich die Vorwahlen in Frankreich und welche Vor- und Nachteile bringen sie mit sich?

weiter lesen

Emmanuel Macron: parteilos = erfolglos?

Anne-Kathrin Meinhardt | 22. November 2016

[analysiert]: Anne-Kathrin Meinhardt über die Erfolgschancen von Emmanuel Macron bei den französischen Präsidentschaftswahlen 2017

Bereits seit zwei Jahren sind in Frankreich Medienstimmen vernehmbar, die Emmanuel Macron zutrauen, bei den kommenden Präsidentschaftswahlen den amtierenden Präsidenten François Hollande herauszufordern und sogar zu übertreffen. Seit Mittwoch letzter Woche steht fest: Emmanuel Macron tritt als parteiunabhängiger Kandidat bei den französischen Präsidentschaftswahlen im Frühjahr 2017 an. Damit reiht sich der erst 38 Jahre junge Macron in eine Reihe von Präsidentschaftskandidaten ein, die versucht haben, ohne eine Partei im Rücken das höchste politische Amt Frankreichs zu erringen. Wer also ist Macron und wie stehen seine Erfolgschancen?

weiter lesen

Wie BürgerInnen in Frankreich den öffentlichen Raum zurückerobern

Sophia Dolinga | 13. Oktober 2016

Banner_Proteste

[analysiert]: Sophie Dolinga zieht eine Zwischenbilanz des Protest-Phänomens „Nuit Debout“

Frankreichs politisches Klima ist angespannt. Rund ein Viertel der unter 25-Jährigen sind arbeitslos, der rechtspopulistische Front National gewinnt zunehmend Wählerstimmen und der monatelange Ausnahmezustand, der im Rahmen der Anschläge im November 2015 ausgerufen worden ist, dauert nach mehreren Verlängerungen noch immer an. In dieser Dynamik entstand am Abend des 31. März 2016 auf dem symbolträchtigen Place de la République, im Herzen von Paris, das Protest-Phänomen „Nuit Debout“ (dt. Übersetzung in etwa: „Wach/Aufrecht durch die Nacht“). Wie ließe sich Nuit Debout aus sozialwissenschaftlicher Sicht einordnen, was charakterisiert die Bewegung und wie hat sie sich entwickelt – rund ein halbes Jahr nach ihrem Aufkommen ist es Zeit für eine Zwischenbilanz.

weiter lesen

Wenn es doch nochmal wie 2007 wäre

Daniela Kallinich | 24. August 2016

[kommentiert]: Daniela Kallinich zum Eintritt Nicolas Sarkozys in den Präsidentschaftswahlkampf 2017.

Frei von Hindernissen war die politische Karriere von Nicolas Sarkozy gewiss noch nie. Über eine jahrzehntelange – in Frankreich durchaus unübliche – „Ochsentour“ hatte er sich hochgekämpft bis in das Präsidentenamt. Als sich jedoch vor vier Jahren seine Niederlage gegen François Hollande abzuzeichnen begann, verkündete er, keineswegs an der Politik zu kleben und von nun an ein Leben fernab des politischen Tagesgeschäfts zu führen. Jetzt hat er seine erneute Kandidatur für die Vorwahlen (primaires) der konservativen Republikaner (LR) zu den französischen Präsidentschaftswahlen 2017 bekanntgegeben – am Tiefpunkt seiner Beliebtheitswerte[1] und im Strudel zahlreicher noch ungeklärter Skandale und Gerichtsverfahren.

weiter lesen

Energiewende in Frankreich?

Anne-Kathrin Meinhardt | 22. März 2016

[analysiert]: Anne-Kathrin Meinhardt über die Atompolitik in Frankreich fünf Jahre nach Fukushima

Im März 2011 ereignete sich die Reaktor-Katastrophe von Fukushima. Noch im selben Jahr beschloss die Bundesregierung den Ausstieg aus der Atomenergie und läutete damit die deutsche Energiewende ein. In Frankreich dagegen sind die atompolitischen Veränderungen bis heute weitaus geringer ausgefallen. Fünf Jahre nach dem Atomunfall in Japan soll deshalb ein Blick auf die energiepolitischen Entwicklungen in unserem französischen Nachbarland geworfen werden.

weiter lesen

Wir müssen reden: Rechtspopulismus in Europa

Daniela Kallinich | 17. November 2015

[präsentiert]: Daniela Kallinich über die Tagung „(Rechts-)Populismus in Europa – Gefahr für die Demokratie?“

Populismus, v.a. Rechtspopulismus, ist in den westeuropäischen Demokratien seit Längerem auf dem Vormarsch. Dies gilt seit dem Aufstieg von AfD und Pegida inzwischen auch für Deutschland, wo sich rechtspopulistische Parteien bislang nicht dauerhaft etablieren konnten. Gerade angesichts der Zuspitzung der Flüchtlingskrise und den damit verbundenen gesellschaftlichen Ängsten stellt sich die Frage nach dem Erfolg rechtspopulistischer Parteien nicht nur hierzulande umso dringlicher. Diesem Thema widmete sich die Tagung „(Rechts-)Populismus in Europa – Gefahr für die Demokratie?“, welche die Heinrich-Böll-Stiftung Hessen am 13./14. November 2015 in Frankfurt veranstaltet hat.

weiter lesen

François Bayrou – ein Rathaus für ein Königreich

Daniela Kallinich | 22. September 2015

[analysiert]: Daniela Kallinich über die politische Karriere des französischen Zentrumspolitikers François Bayrou.

Göttingens französische Partnerstadt Pau hat einen berühmten Bürgermeister. Zumindest in Frankreich. Denn 2007 wäre François Bayrou beinahe zum französischen Präsidenten gewählt worden. Noch heute ist er einer der beliebtesten Politiker in unserem Nachbarland. Gleichwohl ist seine politische Heimat, das Zentrum, derzeit von Bedeutungslosigkeit bedroht. Umso wichtiger ist es daher für den ehemaligen „Dritten Mann“ gewesen, 2014 das Rathaus der Stadt am Fuße der Pyrenäen zu erobern.

weiter lesen

Christine Lagarde – von der Synchronschwimmerin zur IWF-Chefin

Anne-Kathrin Meinhardt | 27. August 2015

[gastbeitrag]: Anne-Kathrin Meinhardt analysiert die Karriere der Chefin des IWF.

In der Griechenlandkrise ist gerade das dritte Hilfspaket verabschiedet worden. Christine Lagarde – als erste Frau an der Spitze des männerdominierten Internationalen Währungsfonds (IWF) – hat langwierige Verhandlungen hinter sich. Die großgewachsene Französin ist zurzeit in den Medien sehr präsent. Ihre Entscheidungen und Maßnahmen sind von tragender Bedeutung. Dabei werden Lagarde die unterschiedlichsten Adjektive zugeschrieben: charmant, intelligent, selbstbewusst, elegant, diszipliniert, aber auch kontrolliert, manchmal unerbittlich und dennoch humorvoll.[1] Angesichts ihrer international großen Bedeutung scheint es an der Zeit, diese Persönlichkeit genauer zu betrachten.

weiter lesen

Ältere Einträge