Logo Göttinger Institut für Demokratieforschung
Flüchtlingsproteste rss facebook Twitter

Wie BürgerInnen in Frankreich den öffentlichen Raum zurückerobern

Sophia Dolinga | 13. Oktober 2016

Banner_Proteste

[analysiert]: Sophie Dolinga zieht eine Zwischenbilanz des Protest-Phänomens „Nuit Debout“

Frankreichs politisches Klima ist angespannt. Rund ein Viertel der unter 25-Jährigen sind arbeitslos, der rechtspopulistische Front National gewinnt zunehmend Wählerstimmen und der monatelange Ausnahmezustand, der im Rahmen der Anschläge im November 2015 ausgerufen worden ist, dauert nach mehreren Verlängerungen noch immer an. In dieser Dynamik entstand am Abend des 31. März 2016 auf dem symbolträchtigen Place de la République, im Herzen von Paris, das Protest-Phänomen „Nuit Debout“ (dt. Übersetzung in etwa: „Wach/Aufrecht durch die Nacht“). Wie ließe sich Nuit Debout aus sozialwissenschaftlicher Sicht einordnen, was charakterisiert die Bewegung und wie hat sie sich entwickelt – rund ein halbes Jahr nach ihrem Aufkommen ist es Zeit für eine Zwischenbilanz.

weiter lesen

Weder spontan noch unorganisiert

Samuel Salzborn | 3. September 2015

[Crosspost]: Samuel Salzborn kommentiert die rassistischen Krawalle gegen Flüchtlinge

Der bundesdeutsche Alltag ist seit Wochen geprägt von rassistischen Anschlägen auf Flüchtlinge und ihre (geplanten) Unterkünfte. Inszenieren sich die Täterinnen und Täter oft selbst als besorgte Bürger/innen, zeigt sich in der Auseinandersetzung mit dem Thema einerseits, dass das Weltbild derjenigen, die sich gegen die Aufnahme von Flüchtlingen mit Worten oder mit Gewalt stark machen, zentrale Elemente rechtsextremen Denkens umfasst und vielfach auch mit Schlüsselbegriffen und Schlagworten aus der rechtsextremen Rhetorik aufwartet. Zugleich zeigt sich andererseits anhand des organisierten Vorgehens sowohl bei Demonstrationen wie ähnlichen Protestaktionen als auch bei Übergriffen und Anschlägen, dass auf Erfahrungen rechtsextremer Organisationen zurückgegriffen wird, wenn diese nicht sogar selbst als Aufstacheler und/oder Organisatoren involviert sind. Der rassistische Protest gegen Flüchtlinge ist somit weder spontan noch unorganisiert – und er ist Ausdruck eines rechtsextremen Weltbildes, bei dem sicher nicht alle, die gegen die Flüchtlinge demonstrieren, über ein geschlossen rechtsextremes Weltbild verfügen; aber niemand demonstriert gegen Flüchtlinge, wenn nicht mindestens einzelne Facetten dieses Weltbildes vorliegen.

weiter lesen