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Bürgerproteste in Zeiten der Energiewende

 | 8. März 2017

Die Energiewende polarisiert: Einerseits gilt sie als nachhaltiges Prestigeprojekt und wird von einer breiten gesellschaftlichen Mehrheit gewollt und unterstützt; andererseits ist sie in höchstem Maße umkämpft. Insbesondere die lokale Umsetzung der Energiewende provoziert Konflikte und Widerspruch. Egal, ob es sich um den Ausbau des Stromnetzes oder die Errichtung von Windkraftanlagen handelt: Kaum eine Maßnahme kann ohne massive Proteste dagegen umgesetzt werden.

Anhand von vier lokalen Fallstudien versucht dieser Band, die Konflikte umfassender zu verstehen. Dabei werden nicht nur die protestierenden Bürgerinitiativen analysiert, sondern auch die Perspektiven der durchführenden Unternehmen und von Politik und Verwaltungen berücksichtigt. Ferner kommt die lokale Bevölkerung, die sich nicht an den Protesten beteiligt, zu Wort.

Auf diese Weise richten die AutorInnen den Blick auf die gesellschaftlichen Mühen der Umsetzung der Energiewende jenseits von Diskussionen um die technische Notwendigkeit und Machbarkeit. Dies ist umso wichtiger, als sich anhand der Konflikte viel über die Demokratievorstellungen der BürgerInnen, aber auch der EntscheidungsträgerInnen in Politik, Verwaltung und Unternehmen lernen lässt. Mit Blick auf die politische Kultur entscheidet sich somit in den Konflikten um die Energiewende deutlich mehr als die Frage, ob ein konkretes Projekt umgesetzt wird oder nicht.

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Energiewende in Frankreich?

Anne-Kathrin Meinhardt | 22. März 2016

[analysiert]: Anne-Kathrin Meinhardt über die Atompolitik in Frankreich fünf Jahre nach Fukushima

Im März 2011 ereignete sich die Reaktor-Katastrophe von Fukushima. Noch im selben Jahr beschloss die Bundesregierung den Ausstieg aus der Atomenergie und läutete damit die deutsche Energiewende ein. In Frankreich dagegen sind die atompolitischen Veränderungen bis heute weitaus geringer ausgefallen. Fünf Jahre nach dem Atomunfall in Japan soll deshalb ein Blick auf die energiepolitischen Entwicklungen in unserem französischen Nachbarland geworfen werden.

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Politischer Kampf vor der Haustür – bürgerliches Engagement gegen die Windenergie

Carolin Schwarz | 11. August 2015

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[analysiert]: Carolin Schwarz gibt einen Einblick in die Motive einer Bürgerinitiative.

Der Beitrag erneuerbarer Energien an der Bewältigung des Stromverbrauchs in Deutschland nimmt seit Jahren zu. Im Jahr 2014 waren die erneuerbaren Energien mit einem Anteil von 27,8 Prozent des Bruttostromverbrauchs Deutschlands wichtigste Stromquelle. Windkraft stellte davon 9,7 Prozent und war damit die bedeutsamste der regenerativen Energieformen.[1] Parallel zum stetigen Ausbau von Windkraft in Deutschland wächst allerdings der Widerstand gegen solche Vorhaben in der Bevölkerung betroffener Orte.[2] Der Norddeutsche Rundfunk berichtete dazu im Januar 2015 sogar von einem „Proteststurm gegen Riesen-Windräder“[3] in Hamburg. Während die Politik bürgerschaftliches Engagement von Bürgerinnen und Bürgern in Vereinen oder gemeinnützigen Projekten mit Programmen und Auszeichnungen fördert,[4] wird in der Wissenschaft der Hype um das Ehren­amt zuweilen etwas distanzierter betrachtet.

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Protest als Normalbetrieb der Demokratie

Sören Messinger | 18. März 2014

[kommentiert]: Sören Messinger über die Verflechtung von Protest und Kommunalpolitik in Oberfranken

In Oberfranken hat sich in den letzten Wochen ein äußerst schlagfertiger Bürgerprotest gegen die Stromtrasse Süd-Ost entwickelt. Die Gleichstromleitung soll von der Lausitz durch Oberfranken nach Südbayern führen und wird dabei auf bis zu siebzig Meter hohen Strommasten verlaufen. Ganz Oberfranken ist dagegen in Aufruhr und die Stadt Pegnitz bildet so etwas wie das Zentrum dieses Widerstands. Dabei zeigte sich hier besonders deutlich, dass die gängige Formel von den BürgerInnen, die sich gegen die „unfähigen“ und „volksfernen“ PolitikerInnen sowie den „gängelnden Staat“ wehren, deutlich zu kurz greift. Der Protest wäre ohne die Unterstützung von PolitikerInnen und Verwaltungen kaum so schnell so schlagkräftig geworden.

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