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Widerspenstigkeit und Protest

 | 21. März 2016

Herbst 1989 – und alles wurde anders. Die Bürger der DDR gingen auf die Straße und engagierten sich für Reformen in ihrem Land. Dass ihr Protest mit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten enden würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt wohl kaum jemand. Doch welche Menschen waren es, die sich gegen die Führung der DDR auflehnten? Welche Ziele verfolgten sie? Und vor allem: Warum engagierten sie sich? Dem Obereichsfeld kam damals eine Sonderrolle zu; denn diese geteilte Region mit dem Untereichsfeld im Westen zeichnete sich durch eine katholische Diasporastellung und eine Geschichte des Widerstands aus.

Melanie Riechel gibt in ihrer Studie, unterstützt von fünf Zeitzeugen, Einblicke in die Friedensbewegung dieser Region. Anhand von persönlichen Erlebnissen macht sie dadurch einen wichtigen Aspekt der jüngeren deutschen Geschichte zugänglich. Dabei deckt sie auf, wie ähnlich die Motivationen aller Engagierten der DDR doch waren – abgesehen von einem zentralen Faktor: dem christlichen Glauben, der im Eichsfeld eine besondere Rolle spielte. Für das Fachpublikum bietet Riechels Studie zudem neue politikwissenschaftliche Perspektiven, indem sie einen qualitativen und interdisziplinären Ansatz vertritt und einen wichtigen Beitrag zur bislang inkonsistenten Begriffsbestimmung im Kontext der Friedensbewegung in der DDR leistet.

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