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Ehrenamt: Droht ein Kampf um die Reste?

Maximilian Blaeser | 13. Juli 2016

[kommentiert]: Maximilian Blaeser über die Arbeit der Deutschen Tafel in der Flüchtlingskrise.

Brot mit Salz wird einen knurrenden Magen gut beruhigen Horaz

Der Flüchtlingsstrom der letzten Jahre hat nicht nur Länder und Gemeinden vor große Herausforderungen gestellt. Gerade zivilgesellschaftliche Organisationen haben in diesem Kontext die klaffende Lücke staatlicher Strukturen gefüllt. Und viele tun dies bis heute. Neben der Unterbringung der Geflüchteten und ihrer Integration in die Gesellschaft gilt es auch Grundbedürfnisse zu stillen, wie etwa die Versorgung mit Lebensmitteln. Das Verlangen, den knurrenden Magen zu beruhigen, wird als einer der Grundpfeiler der Maslow’schen Bedürfnispyramide angesehen. Jedoch ist ausreichendes, gesundes Essen nicht für alle Teile der deutschen Gesellschaft selbstverständlich. Hunger in der Überflussgesellschaft ist nicht nur ein Paradoxon. Er gehört zum Alltag von Bedürftigen und Geflüchteten in Deutschland. Für letztere ist die Deutsche Tafel eine Hilfe, den Alltag in der neuen Heimat zu bestreiten. Jedoch scheint für die Tafeln der Kundenzuwachs in den letzten zwei Jahren zu einer handfesten Herausforderung geworden zu sein. Während auf der einen Seite die Versorgung von Geflüchteten durch die Tafeln als selbstverständlich gilt, wird auf der anderen Seite vermehrt davon berichtet, dass einige Tafeln am Rande ihrer Kräfte operieren. Sie rationieren oder verhängen sogar Aufnahmestopps. „Das Ringen um die Reste wird härter“[1]. Wie also reagieren die Tafeln auf ihre neuen Kunden und welche sind dabei die drängendsten Herausforderungen?

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