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House of Cards: ein Weckruf für die Demokratie

Philipp Scharf | 31. Januar 2017

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[analysiert]: Philipp Scharf über Habermas, Frank Underwood und die Wahrnehmung von Politik

Selten war die Sicht auf Politik und die repräsentative Demokratie als Regierungsform so pessimistisch wie zuletzt. Deutlich wurde dies durch den Aufstieg des Populismus, steigende Politikverdrossenheit und die Entwicklung der Politik hin zu einem „postfaktischen“ Produkt.[1] Ausdruck finden diese Entwicklungen in der Politikserie House of Cards.  Fast vergessen scheint hingegen die deutlich positivere Alternative von Jürgen Habermas und seinem Konzept der „deliberativen Demokratie“. Der Vergleich zwischen dem normativen Anspruch der Theorie und in der Serie dargestellten Politikwelt kann zu verstehen helfen, weshalb die Demokratie sich in einer Krise zu befinden scheint.

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Demokratie: Leben im Widerspruch

Torben Schwuchow | 20. Oktober 2016

[kommentiert]: Torben Schwuchow über die Kritik des demokratischen Menschen bei Platon und Tocqueville

Demokratien sind in Bewegung. Parteien wechseln von Oppositions- zu Regierungsaufgaben. Proteste entstehen und verschwinden genauso wie politische Parteien die parlamentarische Bühne betreten und wieder verlassen. Auch der institutionelle Rahmen einer Demokratie und ihre Leitideen, sind niemals vor Kritik und Veränderungen gefeit. Umso schwieriger ist es, zwischen der normalen Beweglichkeit und einer tatsächlichen Krise der Demokratie zu unterscheiden.  Zur Beantwortung dieser komplizierten Frage bieten zwei berühmte Autoren der politischen Theorie einen bemerkenswerten  Vorschlag an. Platon und Alexis de Tocqueville präsentieren uns die Demokratie nicht anhand eines institutionellen Verfahrens, sondern als eine Lebensform. Wodurch zeichnet sich diese demokratische Lebensweise aus?

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Hannah Arendt: Wenn das „Ganze“ überhaupt in Frage zu stellen ist

Julia Kiegeland & Marika Przybilla | 4. Dezember 2015

[kommentiert]: Julia Kiegeland und Marika Przybilla zum 40. Todestag von Hannah Arendt

Immer öfter ist das Konterfei dieser elegant rauchenden Person auf Büchern oder Titelseiten von Zeitschriften zu sehen, immer öfter werden ihre Schriften und Aussagen zitiert und herangezogen, immer öfter schmückt ihr Name universitäre Vorlesungsverzeichnisse und immer mehr Menschen ist besagte Person ein Begriff. Wer hier nun an Helmut Schmidt denkt, dem sei dies nicht zu verübeln; aber dennoch liegt er falsch. Heute gedenken wir einer der scharfsinnigsten und komplexesten Denkerinnen Deutschlands: Hannah Arendt. Ihr 40. Todestag soll hier Anlass geben zu einem kurzen Einblick in ihr Denken.

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Politischer Widerstand in der Postdemokratie

Redaktion | 7. Juli 2015

[präsentiert]: Danny Michelsen zur Rechtfertigung zivilen Ungehorsams

Spätestens seit den Affären um Wikileaks und Edward Snowden ist die Debatte über die Rechtfertigung von illegalem politischen Widerstand neu entbrannt. Welche Rolle spielt ziviler Ungehorsam im Kontext von aktueller Krise, Postdemokratie und digitalen Medien? Diese Fragen stellte die von der Politischen Theorie der TU Dresden und der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen organisierte Ringvorlesung  „Die demokratische Frage – neu gestellt“. Eine Antwort aus einer von Hannah Arendt inspirierten republikanischen Perspektive gibt unser Mitarbeiter Danny Michelsen im Video.

Video:  Heinrich Böll Stiftung Sachsen (Quelle: Youtube)
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Brot und Spiele im 21. Jahrhundert?

Redaktion | 22. Oktober 2013

[präsentiert]: Franz Walter über die Debatte zur Postdemokratie

Der Begriff der Postdemokratie ist im letzten Jahrzehnt vor allem durch die Publikationen des britischen Politikwissenschaftlers Colin Crouch weithin bekannt geworden. Über die Diagnose der Postdemokratie hat Franz Walter auf der Konferenz „Denk ich an Deutschland“ einen Vortrag gehalten.

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Flüssig oder fraktal?

Christopher Schmitz | 8. Oktober 2013

[debattiert]: Christopher Schmitz über Potenziale und Probleme internetgestützter Demokratiereformen

Ungeachtet der in diesem Blog geäußerten Zweifel, ob Konzepte wie Demokratie 4.0 verfassungsmäßig sind oder nicht, stellt sich bei diesem und anderem Erneuerungsprogramm der Demokratie mit Hilfe des Internets letztlich – oder vielleicht besser: zuerst – die Frage nach theoretischen und normativen Grundlagen derartiger Gedankenspiele. Angenommen also, die technischen Probleme solcher Vorhaben ließen sich zur Zufriedenheit der Verfassungshüter lösen: Wäre die Einführung solcher Verfahrensweisen tatsächlich der Revitalisierung des demokratischen Projektes förderlich?

„Wenn es in einem Land Parteien gibt, entsteht früher oder später eine Sachlage, in der es unmöglich ist, wirksam auf die öffentlichen Angelegenheiten Einfluss zu nehmen, ohne in eine Partei einzutreten und das Spiel mitzuspielen.“[1]

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Die vergessenen 1960er

Samuel Salzborn | 28. Januar 2013

[Gastbeitrag]: Samuel Salzborn schaut mit dem demokratietheoretischen Blick der 1960er Jahre in die Zukunft.

Die repräsentative Demokratie ist in der Krise. Bürgerinnen und Bürger fühlen sich enttäuscht, missverstanden, nicht hinreichend in ihren Anliegen gehört, zu wenig in Entscheidungsprozesse eingebunden. Lässt man einmal außer Acht, dass einige der gegenwärtigen Enttäuschungen auf Missverständnissen über die Funktionen von Demokratie und daraus resultierenden Fehlerwartungen basieren, ist die Enttäuschung gar nicht neu – nur die Hilflosigkeit bei der Suche nach Antworten verwundert. Ein Blick in ein heute fast vergessenes Jahrzehnt demokratietheoretischer Blüte kann da helfen: die 1960er Jahre mit ihrem Innovations- und Integrationspotenzial einer gesellschaftskritischen Demokratietheorie.

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