DDR rss facebook Twitter

Ein Mann tanzt aus der Reihe

Christin Leistner | 25. März 2011 | Keine Leserbriefe

[analysiert]: Christin Leistner über den DDR-Bürgerrechtler Gerd Poppe

Zwanzig Jahre Friedliche Revolution, zwanzig Jahre Deutsche Einheit – so einige Jubiläen wurden in jüngster Vergangenheit in Deutschland gefeiert. Dieser Tage feiert ein Mann ein Jubiläum – seinen siebzigsten Geburtstag –, der oftmals als ein Vordenker der Friedlichen Revolution von 1989 bezeichnet wird: Gerd Poppe. „Gerd wer?“ werden einige von Ihnen jetzt fragen.  Gerd Poppe – ein Mann, dessen Biographie einen genaueren Blick wert ist. Ein Mann, der für seine Überzeugungen kämpfte und somit zu einem der meist bespitzelten Menschen der DDR wurde, ein im Jargon der Staatssicherheit gesagt: „besonders bösartiger Feind der DDR“.

weiter lesen

Der Osten im Westen. Nur eine Fußnote der Geschichte?

Michael Lühmann | 27. August 2010 | 1 Leserbrief

[präsentiert]: Michael Lühmann bietet im nächsten Semester das Seminar Der Osten im Westen. Nur eine Fußnote der Geschichte? an. Im folgenden Text macht er deutlich, warum es sich lohnt den Blick über den Tellerrand der westdeutschen Geschichte zu heben.

„Die kurzlebige Existenz der DDR hat in jeder Hinsicht in eine Sackgasse geführt. Denn ihre erdrückende Mehrheit hatte sich nicht gewünscht, unter diesem Repressionsregime zu leben. Alle falschen Weichenstellungen, die in Ostdeutschland vorgenommen worden sind, müssen nach dem Vorbild des westdeutschen Modells in einem mühseligen Prozess korrigiert werden. Das ist die Bürde der neuen Bundesrepublik seit 1990. Das Intermezzo der ostdeutschen Satrapie muss aber nicht an dieser Stelle durch eine ausführliche Analyse aufgewertet werden. Man kann es der florierenden DDR-Forschung getrost überlassen, das Gelände eines untergegangenen, von seiner eigenen Bevölkerung aufgelösten Staatswesens mit all seinen Irrwegen genauer zu erkunden.“

(Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte 1949-1990, S. XVf.)

weiter lesen

„Fußnote der Geschichte“ revisited

Michael Lühmann | 18. Mai 2010 | Keine Leserbriefe

[präsentiert]: Michael Lühmann liest Mary Fulbrook und Ilko-Sascha Kowalczuk

Zwanzig Jahre nach deren Ende ist die große Frage „Was war die DDR eigentlich?“ noch immer nicht beantwortet. Vielmehr scheint diese, wie Hans-Ulrich Wehler es apodiktisch formulierte, „Fußnote der Geschichte“ kaum noch ein öffentliches Nachdenken wert – obwohl die politischen Entwicklungen in der Bundesrepublik, bis heute, nicht ohne die Existenz des anderen Deutschlands erklärbar sind. Schließlich hat die bundesrepublikanische Demokratie über die Diktatur obsiegt. Der Dank für die Befreiung des ostdeutschen Volkes aus der alltäglichen Unterdrückung geht an die großen Männer Kohl, Bush sr. und Gorbatschow – Vorhang zu, keine Fragen offen.

weiter lesen