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Island: Ein Gefühl wie 2007

Julia Tiemann | 28. Oktober 2014

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[analysiert]: Julia Tiemann über die Situation in Island sechs Jahre nach dem Regierungssturz im Zuge der Weltfinanzkrise.

Verglichen mit anderen Ländern verfügt Island über keine sonderlich ausgeprägte Protesttradition. Einschneidendstes Erlebnis war da schon der eintägige Aufstand vom März 1949 anlässlich Islands NATO-Beitritts. Doch mit dem Zusammenbruch des isländischen Bankensystems im Zuge der internationalen Wirtschaftskrise im Herbst 2008 schwappte eine Protestwelle über das Land, die Regierung wie Zentralbankvorsitz zum Rücktritt zwang und den Anfang machte für weltweite Proteste. Zum sechsjährigen Jubiläum der Anfänge der weltweiten Finanzkrise rekapituliert dieser Blogbeitrag die isländischen Proteste und erklärt, warum es trotz ihres offensichtlichen Erfolgs nicht zu einer langfristigen Gesellschaftsreform kam.

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What exactly was the Maidan?

Dr. Andriy Portnov | 15. Oktober 2014

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[Gastbeitrag]: Andrij Portnov with some remarks on the “Euromaidan”.

The multifarious and dynamic situation in the Ukraine widely known as “Eurorevolution” surprised many observers. In my view the key to understand Maidan is the fact that a sizeable part of the country’s population has tried to formulate a demand for a new (“European”) political and social lifestyle and showed eagerness to die for this goal.

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Internetaffin und postdemokratisch

Priska Daphi | 7. August 2014

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[analysiert]: Priska Daphi über die Montagsmahnwachen und neue Protestformen

Den Montagsdemonstrationen für den Frieden, die im Kontext der Ukraine-Krise im Frühjahr 2014 bundesweit stattfanden, wurde Rechtslastigkeit vorgeworfen. In einer Befragung der TeilnehmerInnen der Montagsmahnwachen in Berlin – einer Onlinebefragung mit 303 ausgewerteten Antworten – konnten wir zeigen, dass ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild zwar kaum zu finden ist, rechtsextreme Einstellungselemente jedoch in einigen Fällen durchaus vorhanden sind.[1] Neben dieser Offenheit gegenüber rechtem Gedankengut stehen die Montagsmahnwachen allerdings auch für die Entwicklung neuer Formen des politischen Protests, wie sie in Bezug auf die Occupy-Proteste beobachtet wurden. Welche Parallelen also lassen sich zwischen Montagsdemonstrationen und Occupy-Protesten in Deutschland beobachten?

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Protest als Normalbetrieb der Demokratie

Sören Messinger | 18. März 2014

[kommentiert]: Sören Messinger über die Verflechtung von Protest und Kommunalpolitik in Oberfranken

In Oberfranken hat sich in den letzten Wochen ein äußerst schlagfertiger Bürgerprotest gegen die Stromtrasse Süd-Ost entwickelt. Die Gleichstromleitung soll von der Lausitz durch Oberfranken nach Südbayern führen und wird dabei auf bis zu siebzig Meter hohen Strommasten verlaufen. Ganz Oberfranken ist dagegen in Aufruhr und die Stadt Pegnitz bildet so etwas wie das Zentrum dieses Widerstands. Dabei zeigte sich hier besonders deutlich, dass die gängige Formel von den BürgerInnen, die sich gegen die „unfähigen“ und „volksfernen“ PolitikerInnen sowie den „gängelnden Staat“ wehren, deutlich zu kurz greift. Der Protest wäre ohne die Unterstützung von PolitikerInnen und Verwaltungen kaum so schnell so schlagkräftig geworden.

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Erwachen aus der „sozialen Anästhesie“

Redaktion | 29. Oktober 2013

[präsentiert]: Felix Butzlaff über die Proteste in Brasilien

Was waren Ursachen und Formen der Proteste in Brasilien in diesem Jahr? Hierüber diskutierte unser Mitarbeiter Felix Butzlaff auf der Frankfurter Buchmesse 2013 mit Organisatoren und Begleitern der brasilianischen Protestdemonstrationen aus dem Frühjahr 2013.

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Evidenzen einer Schulreform

Jöran Klatt | 5. Juni 2013

[kommentiert]: Jöran Klatt über die Argumentationsmuster in Bildungsprotesten

Wie Heike Schmolls FAZ-Kommentar zu dem von ihr befürchteten „Ende eines Erfolgsmodells“[1] Gymnasium zeigt, argumentieren die Befürworter der Dreigliedrigkeit nicht mit Ideologie, sondern mit der scheinbar puren Rationalität, die hinter dem von ihnen präferierten Modell liege. In Bezug auf bildungspolitische Diskussionen könnte man Schmolls Kommentar ein Stereotyp nennen – denn, wie auch die Ergebnisse der Gesellschaftsstudie über Bürgerproteste des GifD zeigen, bildungspolitische Diskussionen werden gern in einem Protestmodus vermeintlicher Evidenzen und einer objektivistisch anmutenden Sprache ausgetragen.[2] Dies zeigt sich besonders prägnant am Hamburger Schulstreit.

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Vom Milieu zur Szene

Christoph Hoeft | 17. Mai 2013

[analysiert]: Christoph Hoeft über Lebenswelten linker Politik in Hamburg

Das Milieu der Arbeiterschaft war jahrzehntelang unerschütterliches Fundament und beständiger Nährboden linker Politik. In einem weitverzweigten Netz von Bildungs-, Kultur-, Sport- und Geselligkeitsvereinen, konnten sich die Arbeiter nicht nur von einer feindlichen Umwelt zurückziehen, sondern zusätzlich in kleinem Maßstab vorwegnehmen, was ihnen in einer größeren Perspektive noch wie ein ferner Traum erschien: ein freies und solidarisches Miteinander, ohne Unterdrückung und Ausbeutung. Auch wenn mittlerweile die Erosion des Arbeitermilieus weit vorangeschritten ist, kann linke Politik weiterhin auf eine Basis zurückgreifen, die in etlichen Punkten den Charakteristika des Milieus der Arbeiterschaft gleicht und somit dem scheinbar verlorenen Konzept der Solidargemeinschaft weiter erstaunlich nahe kommt: Gemeint ist die linke Szene[1] bzw. das alternative Milieu.

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Bürgerprotest und Wissenschaft

Stephan Klecha | 15. April 2013

[kommentiert]: Stephan Klecha zur Lage der deutschen Protestforschung

Politischer Protest gehört zum Wesen der Demokratie, ja er ist in einer pluralistisch verfassten Gesellschaft notwendig. Er zeugt davon, dass politische Entscheidungen nicht pauschal gebilligt werden, dass sie hinterfragt werden, dass sie Kritik aushalten müssen. Zugleich mahnt er an, die Fähigkeit zum politischen Kompromiss zu nutzen und nicht berücksichtigte Interessen künftig einzubeziehen oder an anderer Stelle diese aufzugreifen. Insofern gehört die Forschung über Proteste eigentlich zum Wesen der Politikwissenschaft oder der Soziologie – sollte man zumindest meinen. Die Realität in der deutschen Forschungslandschaft sieht indes etwas anders aus.

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Über die eigene Arbeit und Geldgeber von Grundlagenforschung

Franz Walter, Felix Butzlaff, Lars Geiges, Stine Marg | 6. Februar 2013

[kommentiert]: Über unsere Studie „Bürgerproteste in Deutschland“

Vor einer Woche haben wir unsere neue Untersuchung über Bürgerproteste in Deutschland vorgestellt, die nun auch als Buch im Rowohlt Verlag vorliegt. Viele Medien haben über die BP-Gesellschaftsstudie berichtet, worüber wir uns sehr freuen.

Gerne hätten wir nun auch an dieser Stelle – bei uns im Blog – damit begonnen, Ergebnisse der Studie zu diskutieren, über Bürgerbeteiligung und Formen des Engagements zu schreiben sowie auch einmal grundsätzlich über die Frage nachzudenken, was das alles für die Verfasstheit unserer Demokratie bedeutet.

Diese Fragen müssen nun warten.

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Ende oder Fortgang der „Wutbürgerei“?

Franz Walter | 2. Januar 2013

[kommentiert]: Franz Walter über Ambivalenzen der Partizipationsdemokratie

Im Jahr 2011 beherrschte noch der „Wutbürger“ über viele Wochen die Schlagzeilen. 2012 war der Begriff nahezu aus der Welt der Medien verschwunden. War somit das Phänomen des „zornigen, protestierenden Bürgers“ lediglich künstlich stilisiert? Oder schwelt unter der Oberfläche weiter, was 2011 in einigen Teilen der Republik offen entflammt war? Wie entwickeln sie sich künftig, die viel beschworene „Zivilgesellschaft“, die zumindest in Sonntagsreden gern eingeforderte „Partizipationsdemokratie“?

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