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Lob der Intuition

Felix Butzlaff | 3. September 2010

[präsentiert]: Felix Butzlaff liest Robert Skidelskys „Die Rückkehr des Meisters. Keynes für das 21. Jahrhundert“.

Wenn ein studierter Wirtschaftswissenschaftler ein biographisch angelegtes Buch über einen anderen, in diesem Falle weltberühmten, Ökonomen verfasst, dann bietet die Lektüre für einen wirtschaftswissenschaftlich interessierten Politikwissenschaftler oft Raum und Anlass zur Enttäuschung. Allzu verschieden sind dann vielfach die Perspektiven und Fragen an den jeweiligen Gegenstand, allzu anders die sich aufdrängenden Leerstellen. Im vorliegenden Fall von Robert Skidelskys Buch über John Maynard Keynes und seine mögliche Bedeutung heutzutage liegt dies aber dankenswerterweise anders.

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Das Ende ist nah

David Bebnowski | 30. August 2010

[präsentiert]: David Bebnowski über Slavoj Žižek und dessen neues Buch „Living in the End Times“

Slavoj Zizek ist ein Charismatiker. Es gehört zum Wesen des Charismatikers, dass Widersprüche sich in seiner Person zu einem merkwürdigen Amalgam verbinden, das Leute in einen übersinnlichen Bann zieht und verzaubert zurücklässt. Dies ist das Charisma. Charismatiker müssen deswegen also keinesfalls Ebenbilder, gar galante Ideale der Masse sein, auf die ihr Zauber wirkt. Vielmehr ist es der Gegensatz, der Bruch mit dem Erwartbaren, der ihnen ihren Schein verleiht.

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Die Gegenwart der Vergangenheit

Phlipp Kufferath | 27. Juli 2010

[präsentiert:] Philipp Kufferath liest Tony Judts „Das vergessene 20. Jahrhundert“

Geschichte ist als ritualisierte Erinnerung allgegenwärtig und doch als erzählte und verinnerlichte Erfahrung gleichsam flüchtig. So jedenfalls sieht es der britische Historiker Tony Judt und kämpft an gegen das Vergessen. In dreiundzwanzig zwischen 1994 und 2006 veröffentlichten Essays und Rezensionen, die nun erstmalig auf Deutsch vorliegen, widmet er sich mit diesem spannungsreichen Feld.

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„Red Tory“

Severin Caspari | 28. Mai 2010

Auswege aus der Gegenwart

[präsentiert]: Severin Caspari liest Phillip Blond

Phillip Blond analysiert in seinem Buch „Red Tory“ die Verfehlungen linker und rechter Regierungspolitik der letzten 30 Jahre in Großbritannien und zeichnet einen Weg aus der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Krise des Landes. Er wäre nicht der erste Brite, der als Prophet eines Projekts politischen Neuanfangs zu Berühmtheit gelangen würde.

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„Fußnote der Geschichte“ revisited

Michael Lühmann | 18. Mai 2010

[präsentiert]: Michael Lühmann liest Mary Fulbrook und Ilko-Sascha Kowalczuk

Zwanzig Jahre nach deren Ende ist die große Frage „Was war die DDR eigentlich?“ noch immer nicht beantwortet. Vielmehr scheint diese, wie Hans-Ulrich Wehler es apodiktisch formulierte, „Fußnote der Geschichte“ kaum noch ein öffentliches Nachdenken wert – obwohl die politischen Entwicklungen in der Bundesrepublik, bis heute, nicht ohne die Existenz des anderen Deutschlands erklärbar sind. Schließlich hat die bundesrepublikanische Demokratie über die Diktatur obsiegt. Der Dank für die Befreiung des ostdeutschen Volkes aus der alltäglichen Unterdrückung geht an die großen Männer Kohl, Bush sr. und Gorbatschow – Vorhang zu, keine Fragen offen.

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„Das schmutzige Heilige und die reine Vernunft“

David Bebnowski | 10. Mai 2010

Symptome der Gegenwartskultur

[präsentiert]: David Bebnowski liest Robert Pfaller

Was hat die Fernsehserie CSI mit dem Rauchverbot gemeinsam? Warum verschwindet der Glamour aus dem öffentlichen Leben? Weshalb spricht man nur noch über kreative, nicht aber geniale Menschen? Vor allem: Wie hängt all dies zusammen?

Der österreichische Kulturwissenschaftler Robert Pfaller geht in seiner 2008 erschienenen Publikation „Das schmutzige Heilige und die reine Vernunft“ diesen so merkwürdig komplexen und auf den ersten Blick völlig zusammenhanglosen Fragen nach. Wie der Titel des Buchs verrät, liegt die Antwort in der Vernunft. Denn durch die wissenschaftliche Durchdringung der Welt verliere sie ihre mythologische und magische Seele.

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„Der Weg nach ganz oben“

Daniela Kallinich | 1. Mai 2010

[präsentiert]: Daniela Kallinich dankt Andreas K. Gruber

Auf dieses Buch habe ich lange gewartet. Schon seit einigen Semestern habe ich mich mit Karriereverläufen von Politikern beschäftigt und untersucht, wie sie nach ganz oben kommt, die politische Elite Deutschlands. Bislang gab es nur wenige empirische Studien zum Thema. Die wichtigste, ja vielleicht der Klassiker, war Dietrich Herzogs Analyse „Politische Karrieren: Selektion und Professionalisierung politischer Führungsgruppen“. Doch stammt diese aus dem Jahr 1975, die erhobenen Daten sind noch älter.

Und so drängte sich stets die Frage auf: Lassen sich Herzogs Erkenntnisse und Daten noch auf die Berliner Republik, auf die aktuellen Spitzenpolitiker übertragen? Kann ich seine Erkenntnisse noch für aktuelle Arbeiten verwenden?

Die gleiche Frage muss sich auch Andreas K. Gruber gestellt haben, als er sich für sein Dissertationsthema entschied: „Der Weg nach ganz oben. Karriereverläufe deutscher Spitzenpolitiker“ lautet der Titel seiner im Jahr 2009 veröffentlichen Doktorarbeit. Mit dieser hat er eine Lücke geschlossen, denn er hat die Studie von Herzog aus dem Jahre 1975 aktualisiert. Danke! Dabei erfüllt das Buch gleich mehrere Funktionen: Es gibt einen interessanten und ausführlichen Einblick in die Karrieren- und Elitenforschung. So erlaubt es auch ohne große Vorkenntnisse in diesem Teilbereich einen Überblick über die entsprechenden Debatten zu bekommen.

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