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Zwischen Kontinuität und Wandel

Benjamin Mayer | 24. Mai 2012

[präsentiert]: Benjamin Mayer hat „Die extreme Rechte in der Bundesrepublik Deutschland 1949 bis heute“ von Gideon Botsch gelesen.

In der Reihe „Geschichte kompakt“ der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft legt der Politikwissenschaftler Gideon Botsch eine komprimierte Gesamtdarstellung der extremen Rechten in Deutschland von 1949 bis heute vor. Die Reihe richtet sich an „Interessierte, Lehrende und Lernende“ und zielt darauf ab, „komplexe und komplizierte Inhalte konzentriert, übersichtlich konzipiert und gut lesbar“ darzustellen. Die von Botsch vorgelegte Gesamtdarstellung versucht damit eine Lücke zu schließen, die der Autor selbst in einer neuen „Bewertung und Interpretation“ der Entwicklungen der extremen Rechten sieht, um damit den Forschungsstand der ausgehenden 1980er Jahre zu aktualisieren.

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Himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt

Stine Marg | 16. Mai 2012

[präsentiert]: Stine Marg über einige Bücher zum Thema Bürgerprotest in der Bundesrepublik.

Seit dem heißen Stuttgarter Sommer des Jahres 2010 meint man, dass in Deutschland Proteste aller Art zugenommen hätten. Einige gehen sogar noch weiter und sprechen von einer neuen „Protestbewegung“, die seit zwei Jahren die vormals friedliche Bundesrepublik überrolle und teilweise sogar den demokratischen Grundkonsens in Frage stelle. Nun sind nicht nur die Beteiligten der Proteste gegen Fluglärm und Bahnhofsumbau, die Demonstranten gegen Zensur und für Freiheit im Internet, die Camper, die auf die Fehlentwicklung im Finanzsystem hinweisen, oder die Anwohner, die sich gegen den Bau von Stromtrassen und Windräder wehren, bilden ein höchst heterogenes Feld. Auch die Formen dieser „neuen Bürgerproteste“ sind mindestens ebenso vielfältig und reichen von den klassischen Demonstrationen und Petitionen über das Lahmlegen von Internetseiten bis hin zu zahlenmäßig kleinen Bürgerinitiativen, die medial sehr gut auf sich und ihre Anliegen aufmerksam zu machen wissen.

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Schulden. Eine Bilanz.

Nils C. Kumkar | 29. Februar 2012

[präsentiert]: Nils C. Kumkar liest „Debt – The First 5000 Years“ von David Graeber.

Da stürzen gewählte Regierungen, da wird Recht gebeugt, bis es knirscht und da übernehmen Staaten Schulden von anderen Staaten, die diese wiederum bei Banken haben, die kurze Zeit vorher noch vor sich selbst gerettet werden mussten. Und während all das in die Sprache der absolut klaren Notwendigkeit gefasst wird, zeichnen sich überraschend divergente, von starken Konflikten und mitunter Aggressionen durchzogene Muster davon ab, wer jeweils als Täter, Opfer, Schuldiger oder Zahlmeister gedeutet wird.

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Die Rückkehr der Verdrängten?

Nils C. Kumkar | 13. Februar 2012

[präsentiert]: Nils C. Kumkar liest Owen Jones: Chavs – The Demonization of the Working Class.

Dumm, faul, gewalttätig, abgehängt, ewiggestrig. Wie kommt es zu dieser doch beachtlichen Fallhöhe der einstmals stolzen Arbeiterklasse in den Augen der britischen Öffentlichkeit? Von dieser Ausgangsfrage aus untersucht Owen Jones die verschiedenen Aspekte der „Dämonisierung der Arbeiterklasse“.

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Der Fall Guttenberg – Vernichtungsschlag der Wissenschaft

Frauke Schulz | 11. Oktober 2011

[präsentiert]: Frauke Schulz stellt das Buch „Inszenierung als Beruf. Der Fall Guttenberg“ vor.

Man sollte meinen, über den so genannten „Fall Guttenberg“, nämlich die Plagiatsaffäre und den damit verbundenen Rücktritt des einstigen Verteidigungsministers, sei wahrlich genug gesagt und erst recht geschrieben worden. Und doch erschien soeben – medial viel beachtet – „Inszenierung als Beruf. Der Fall Guttenberg“ im Suhrkamp-Verlag: Eine Essaysammlung, die kaum eine Facette des prominenten Sündenfalls unbeleuchtet lässt. Und obwohl die Debatte längst von allen Seiten ausgefochten schien, hat der Band doch noch Neues zu bieten: Er nimmt die Argumentationsketten, die von den Kritikern und Analytikern bemüht und später oftmals repetiert wurden, auf und unterfüttert sie mit wissenschaftlichem Gehalt. Endlich, so scheint es, liefern die Autoren um  Oliver Lepsius und Reinhart Meyer-Kalkus hieb- und stichfeste Beweise, historische Herleitungen und sprachwissenschaftlich fundierte Erörterungen für das, was vielen ohnehin – wenn auch weitaus diffuser – auf der Zunge lag.

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Die unglaubliche Weisheit der Vernunft

Felix Butzlaff | 26. August 2011

[präsentiert]: Felix Butzlaff über Amartya Sens „Die Idee der Gerechtigkeit“.

Die Messlatte wird von der ersten Seite an geradezu in den Himmel gehängt: Nichts Geringeres als eine komplette Neubestimmung des Nachdenkens über Gerechtigkeit und ihre theoretische Fundierung, das Verwerfen der bekannten Theoreme hierzu und ein neues Urteil über „gerechte“ oder „ungerechte“ Zustände möchte Amartya Sen mit seinem Opus über „Die Idee der Gerechtigkeit“ ausarbeiten. Und in der Tat sind die Erwartungen kaum zu bändigen, wenn ein Nobelpreisträger der Ökonomie, berühmt und prämiert für seine Arbeiten über ökonomische Ungleichheiten und ihre gesellschaftlichen Implikationen, in einem Buch nun die Brücke zu einer mehr philosophischen Betrachtung des Themenfeldes schlägt und überdies betont, dieses Werk sei das Ergebnis und Kondensat einer über Jahrzehnte immer inniger gewordenen Beschäftigung mit dieser seine ökonomischen Schwerpunktbereiche ergänzenden Herangehensweise.

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Charisma in der Politik

Julia Freese | 1. Juni 2011

[präsentiert]: Julia Frese rezensiert den Sammelband „Charisma und Herrschaft“

Was ist und wie entsteht politisches Charisma?  Wer erlangt dieses und was bleibt übrig, wenn es erlischt? Julia Frese rezensiert den Sammelband Charisma und Herrschaft. Führung und Verführung in der Politik, der jüngst im Campus-Verlag erschienen ist.

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Aufruf zur Empörung

Daniela Kallinich | 17. Februar 2011

[nachgefragt]: Robert Lorenz erläutert, warum  es sich bei dem französischen Büchlein „Empört Euch!“ um ein politisches Manifest handelt.

Das Ende Oktober 2010 in Frankreich erschiene Buch „Indignez-Vous!“, das dort mittlerweile in mehr als zehn Auflagen erschienen ist, wurde inzwischen auch ins Deutsche übersetzt. Im Ullstein-Verlag erschien es in ähnlicher Aufmachung wie in Frankreich unter dem Titel „Empört euch!“. Im Interview erklärt Robert Lorenz, Mitherausgeber des Buches „Manifeste. Geschichte und Gegenwart des politischen Appells“, welche Charakteristika das Buch zu einem Manifest machen und wie sein Erfolg erklärbar ist. Auf die einleitende und wichtigste Frage des Gesprächs, ob es sich dabei um ein Manifest handele, antwortet er ohne Umschweife mit „ja“.

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Ein Berliner in der Provinz

Katharina Rahlf | 3. Dezember 2010

[präsentiert]: Katharina Rahlf liest „Deutschboden. Eine teilnehmende Beobachtung“ und „Das weiße Buch“.

„Eine teilnehmende Beobachtung“ – wenn sich ein Buch mit diesem Untertitel in den Buchhandlungen zwischen aktuellen Romanen, Bestsellern oder „zeitgenössischer Belletristik“ wiederfindet und nicht im dritten Stockwerk im hintersten Regal unter „Wissenschaft“ neben anderen Werken zu „sozialwissenschaftlichen Methoden“ verstaubt, es dazu noch, obwohl schlicht weiß, nicht nach dröger Fachliteratur aussieht, sondern durch ansprechende Gestaltung besticht, ist das schon bemerkenswert.

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Der andere Hitler

Frauke Schulz | 10. September 2010

[präsentiert]: Frauke Schulz liest Eric-Emmanuel Schmitts „Adolf H. – Zwei Leben“. Begeistert ist sie vor allem von dessen neuer Technik des Biographie-Schreibens.

„Der gängige Irrtum in Hinblick auf Hitler besteht darin, dass man in ihm eine Ausnahmeerscheinung sieht, ein Ungeheuer jenseits des Fassbaren, einen Barbaren ohnegleichen. Dabei ist er ein gewöhnlicher Mensch. Banal wie das Böse. Banal wie Du und ich. Du könntest es sein so gut wie ich.“ (Eric-Emmanuel Schmitt im Arbeitsjournal zu Adolf H. – Zwei Leben)

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