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Vor seiner Zeit

Michael Lühmann | 12. Juni 2013

[Göttinger Köpfe]: Michael Lühmann über Werner Conzes Göttinger Jahre.

Als Werner Conze Göttingen verließ, war er noch längst nicht der Historiker, als der er heute erinnert wird – als Wegbereiter der Sozial- und Begriffsgeschichte, die er anfänglich wesentlich inspirierte. Gleichwohl hatte Conze sein darauf zielendes wissenschaftliches Programm bereits in seinen Göttinger Jahren von 1946 bis 1952 voranbringen wollen. Allein, das historische Seminar der Göttinger Universität, zunächst Conzes Zufluchtsort, wusste diese Neuausrichtung nicht zu würdigen.

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Braune Flecken

Teresa Nentwig | 10. Juni 2013

[analysiert:] Teresa Nentwig über die SPD und ihre NS-Vergangenheit.

Landauf, landab feierten die Sozialdemokraten im Mai 2013 ihr 150-jähriges Parteijubiläum. Überall wurde betont, dass die SPD stolz auf sich sein könne: stolz darauf, dass sie am 23. März 1933 als einzige der im Reichstag vertretenen Parteien gegen das von der NSDAP eingebrachte Ermächtigungsgesetz gestimmt hatte; stolz darauf, dass ihre Mitglieder selbst unter den widrigsten Bedingungen (Verfolgung unter Bismarck und Hitler) nicht aufgegeben hatten; stolz darauf, dass ihre führenden Politiker an der Gründung der Bundesrepublik mitgewirkt hatten. Diese Leistungen und Verdienste sollen an dieser Stelle keineswegs in Abrede gestellt werden. Trotzdem gilt es sich ins Bewusstsein zu rufen, dass auch die SPD nicht ganz frei von „braunen Flecken“ ist.

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Hinrich Wilhelm Kopf (1893-1961)

 | 7. Juni 2013

Das Buch

Hinrich Wilhelm Kopf gilt als „Vater“ des Landes Niedersachsen – 1945/46 spielte er eine entscheidende Rolle bei der Landesgründung. Als niedersächsischer Ministerpräsident trug Kopf anschließend zur Überwindung der kriegsbedingt krisenhaften Lage bei und führte das Land in die Wirtschaftswunderzeit. Seine Tätigkeiten während des „Dritten Reiches“ werfen jedoch einen Schatten auf diese Leistungen: Kopf war unter anderem ein effizienter, überaus engagierter Mitarbeiter einer nationalsozialistischen Behörde, der „Haupttreuhandstelle Ost“ (HTO).

Teresa Nentwig beschäftigt sich in ihrem Buch mit der Biografie und dem politischen Wirken des langjährigen niedersächsischen Ministerpräsidenten. Wie sahen Kindheit und Jugend Hinrich Wilhelm Kopfs aus? Beeinflussten sie seine weiteren Lebensstationen? Wenn ja, wie? Warum stieg Kopf nach dem Zweiten Weltkrieg zu dem zentralen Politiker Niedersachsens auf? Welche politischen Überzeugungen beziehungsweise Grundsätze vertrat er und wie wirkten sich diese auf seine politischen Handlungen aus? Und schließlich: Was für einen Führungsstil pflegte Hinrich Wilhelm Kopf als Ministerpräsident des Landes Niedersachsen? Diese und weitere Fragen werden beantwortet.

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Gerd Poppe

 | 16. April 2013

Das Buch

Warum arrangierte sich die Mehrzahl der Menschen in der DDR mit
den Verhältnissen im Staat, während einige wenige das Gegenteil taten:
Aktive Opposition betreiben und Widerstand leisten?
Genau diese Frage untersucht Christin Leistner exemplarisch anhand
der Biographie von Gerd Poppe. Der DDR-Bürgerrechtler zählte als
einer der geistigen Väter der Friedlichen Revolution 1989 laut Ministerium
für Staatssicherheit zum „harten Kern der Feinde des Systems“
und war eine der meistbespitzelten Personen der DDR.
In ihrer Studie ergründet Leistner die Hintergründe zur Entstehung
politischer Dissidenz und liefert Einblicke in das Alltagsleben politischer
Nonkonformisten in der DDR. Zugleich hat sie damit die erste
umfangreiche Biographie zu einem der bedeutsamsten Vordenker der
DDR-Opposition verfasst.

 

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Zwei politische Lebenswege

 | 4. Februar 2013

Das Buch

Georg Diederichs und Alfred Kubel – zwei sehr verschiedene niedersächsische Ministerpräsidenten, die in der Landespolitik auf unterschiedliche Weise ihre Spuren hinterließen und auch auf Bundesebene ihren Einfluss geltend machten. Georg Diederichs war nicht nur einer der Väter des Grundgesetzes, sondern brachte auch das bedeutsame niedersächsische Konkordat mit der katholischen Kirche von 1965 auf den Weg. Alfred Kubel hingegen machte Niedersachsen fast im Alleingang beständig für eine Zukunft als Industrieregion, die Hannover-Messe verdankt ihm ihren nachhaltigen Erfolg.
Doch wer waren Georg Diederichs und Alfred Kubel? Wie führten sie das Land, und was prägte ihren Regierungsstil? Welche persönlichen Erfahrungen bestimmten ihr Denken und Handeln? Frauke Schulz zeichnet die politischen Biografien der beiden niedersächsischen Ministerpräsidenten detailliert nach. Sie zieht damit erstmals eine Parallele zwischen den beiden Landeschefs und arbeitet anhand ihrer Biografien die teils widersprüchlichen Anforderungen der Nachkriegsgesellschaft an die Politik heraus. Besonders deutlich wird daran die Entwicklung des jeweils angemessenen Regierungsstils – weg vom Landesvater Diederichs, hin zum Landesmanager Kubel.

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„Sonne statt Reagan“

Daniela Kallinich | 5. Dezember 2012

[nachgefragt]: Saskia Richter über die Protagonisten der Friedensbewegung

Was interessiert dich an der Friedensbewegung besonders?

Mich fasziniert besonders die Ambivalenz der Friedensbewegung und ihrer Protagonisten. Gert Bastian wurde als ehemaliger General zum Kronzeugen der westdeutschen Friedensbewegung. Gleichzeitig unterstützte er den Osten. Es bleiben Fragen offen: Wollte er mit seinem Engagement zur Abrüstung beitragen? Wollte er die Politik der Bundesrepublik schwächen? Und was bedeutet sein Engagement für den Krefelder Appell und die Gruppe „Generäle für den Frieden“? Andere Akteure agierten vor dem Hintergrund eines christlichen Menschenbildes wie die Theologin Dorothee Sölle. Insgesamt also war die Motivlage innerhalb der Friedensbewegung sehr unterschiedlich.

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„Die erfrorenen Flügel der Schwalbe“

Alex Hensel | 23. November 2012

[präsentiert]: Michael Lühmann über die Generation der Wendepolitiker

Die Karrieren der Wendepolitiker sind Karrieren des Umbruchs. Zu ihnen gehören beispielsweise Angela Merkel, Wolfgang Thierse oder Matthias Platzeck. Unser Mitarbeiter Michael Lühmann untersucht in seinem Dissertationsprojekt die Prägungen und Eigenschaften der Generation der Wendepolitiker, die während der Revolution von 1989 in die Politik gespült wurden.

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Kohl im Wahlkampf

Alex Hensel | 4. Oktober 2012

30 Jahre Kohl

[präsentiert]: Stephan Klecha über den Wahlkämpfer Helmut Kohl

Helmut Kohl bestritt als Kanzlerkandidat so viele Bundestagswahlkämpfe wie niemand anders. Ganze sechsmal trat er an, immerhin viermal davon gewann er. Worin gründet diese Erfolgsbilanz des von den Medien oftmals gescholtenen Altkanzlers? Stephan Klecha analysiert Kohls Qualitäten als Wahlkämpfer und skizziert, wie genau diese ihm später zum Verhängnis wurden.

Redaktion und Technik: Severin Caspari, Alex Hensel und Christoph Hoeft

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Instinkt und Intuition

Franz Walter | 1. Oktober 2012

30 Jahre Kohl

[analysiert]: Franz Walter über Helmut Kohls Aufstieg zur Kanzlerschaft.

Vor fünfzehn Jahren, im Herbst 1997, besuchte der Verfasser dieses Stücks den Bundesparteitag der CDU, um einige Blicke in das Innere der Parteimentalität werfen zu können. Auf dem Parteitag in der Leipziger Messehalle gab es eine Reihe sogenannter Foren mit prominenten Rednern, nicht nur der CDU, zu verschiedenen gesellschaftspolitischen Fragen. Auf einem dieser Podien wetterten die ökonomischen Experten und damaligen jungen Nachwuchskräfte der CDU gegen die Technikfeindschaft der Sozialdemokraten, welche aus ideologischen Gründen die Gentechnologie zu verhindern trachten würden. Dann war das Forum zu Ende. Die Stars der Partei und die Journalistenschar marschierten in die Lounge zum Büffet, wie seinerzeit üblich von einem Zigarettenkonzern großzügig gesponsert. Zurück blieben die einfachen Delegierten, die nun gewissermaßen unter Ausschluss der berichterstattenden Öffentlichkeit diskutierten. Etliche Kreisvorsitzende nahmen das Wort und gaben störrisch kund, dass auch sie die Gentechnologie und Genmanipulation ablehnten. Parteistrategisch lief das für die CDU in eine ganz falsche Richtung. Allein Helmut Kohl gelang es, die Stimmung noch zu drehen, indem er in bewegender Weise versicherte, dass er als Historiker Bescheid wisse über die NS-Zeit, über Eugenik und Euthanasie. Man solle ihm vertrauen, mit ihm laufe nichts, was dergleichen noch einmal möglich werden lasse. So bekam der CDU-Parteitag die wertekonservativen Kritiker des kessen Modernisierungskurses wieder ins Geschirr.

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Die doppelte Tragik des Großmeisters

Robert Lorenz | 27. August 2012

[Göttinger Köpfe]: Robert Lorenz über den Physiker und Nobelpreisträger James Franck anlässlich dessen 130. Geburtstags.

Theodor Heuss charakterisierte Göttingen einst als „eine kleine Stadt, durch die aber die Ströme der Welt gehen“[1]. Dafür war der experimentelle Physiker James Franck beispielhaft: Er wirkte in der Pionierzeit der Atomphysik, verkehrte mit großen Geistern (Albert Einstein, Niels Bohr, Werner Heisenberg, J. Robert Oppenheimer u.v.a.) und beteiligte sich am Bau der ersten Atombombe. Allein diese Umstände machen ihn, der vor 130 Jahren am 26. August 1882 geboren wurde, auch jenseits des Kreises seiner Schüler und Kollegen zu einer faszinierenden Persönlichkeit.

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