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Der Rückzug aus der Politik

Oliver d'Antonio | 1. Juni 2010 | Keine Leserbriefe

[kommentiert:] Oliver d’Antonio kommentiert anlässlich des Rücktritts von Horst Köhler, wie sich das Verhältnis von Berufspolitikern zu ihrem Amt in den letzten Jahrzehnten gewandelt hat.


„[A]ls der König, sag ich, merkte,

wie der innre Feind sich stärkte,

blickt er über die Heiducken

und man hört ihn leise schlucken.

Und er murmelt durch die Zähne:

‚Macht euch euern Dreck alleene!’“

Im seinem Gedicht „Das Königswort“ zitiert Kurt Tucholsky die legendären Worte, mit denen König Friedrich August III. von Sachsen, gegenüber einer revolutionären Abordnung, die seine Abdankung forderte, seinen Rücktritt bekannt gegeben haben soll.

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Politiker in letzter Minute

Robert Lorenz | 1. Juni 2010 | 1 Leserbrief

[kommentiert:] Robert Lorenz kommentiert den Rücktritt von Bundespräsident Hors Köhler

Ausnahmsweise muss sich die Politik derzeit keine Langeweile-Vorwürfe gefallen lassen: Erst gab vergangene Woche der hessische Ministerpräsident Roland Koch seinen Rückzug aus der Politik bekannt. Und nun geht also auch Horst Köhler, der Bundespräsident. Die Medien können ob dieser Sensationsfülle frohlocken, doch spätestens nach dem Amtsverzicht Köhlers dürfte das politische System der Bundesrepublik gehörigen Schaden nehmen. Dabei zeigt sich einmal mehr die Ambivalenz von Seiteneinsteigern in der Politik. Auf der einen Seite verheißen sie außerpolitisch rekrutierten Sachverstand. Auf der anderen Seite sind sie nicht gut darauf vorbereitet, längere Zeit den Fährnissen politischer Amtsführung auf höchster Ebene zu trotzen.

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Schicksalsjahre der Sozialdemokratie

Markus Schulz | 25. Mai 2010 | Keine Leserbriefe

[nachgefragt]: Oliver D’Antonio über die Bedeutung des Hauptstadtwechsels für die Sozialdemokratie

Du beschreibst den Übergang von der Bonner zur Berliner Republik als Zäsur. Was macht diese für dich aus?

Es ist zwar ein historischer Zufall, dass ein Hauptstadt-  und ein Regierungswechsel binnen zwölf Monaten zusammenfielen, doch machen diese zwei Ereignisse allein noch keine Zäsur aus. Was entscheidend dazu kam, war ein Generationenwechsel in den politischen Eliten, den es durch diesen Hauptstadtwechsel gegeben hat. Und diese Eliten führten letztlich einen Politikwechsel herbei  Stil und Inhalte veränderten sich. Besonders gut zu beobachten war dies in der Außenpolitik: Deutsche Soldaten wurden in den Krieg geschickt, was sicherlich auch für einen neuen internationalen Anspruch nach Ende der Teilung sprach. Aber auch in der Arbeits- und Sozialpolitik konnten Veränderungen beobachtet werden: Die SPD entmachtete die Gewerkschaften – Wolfgang Clement war der erste Nichtgewerkschafter auf dem Posten des Arbeitsministers.

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